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Image Hosted by ImageShack.us Thinking of you , where ever you are. We pray for our sorrows to end, and hope that our hearts will blend. Now I will step forward to realize this wish. And who knows: Starting a new journey may not be so hard or maybe it has already begun. There are many worlds, but they share the same sky- one sky one destiny.
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ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr,
warum du, gerade du?
wie konntest du mich verlassen?
ich sah zuletzt ein lächeln auf deinen lippen,
und deine augen glänzten aus deinem gesicht voller blut,
als du sprachst:
"wir sehen uns wieder, dass spüre ich,
ich warte für immer im himmel auf dich!"

dann verloren deine blauen augen ihren feurigen glanz,
und deine wunden hörten auf zu bluten,
ich kämmte dein blondes haar ein letztes mal!
ein stolzes land hatte seine königin verloren,
eine glanzvolle thronfolgerin,
nur weil ein fürst der dunkelheit dein land wollte,
hast du gekämpft, gesiegt,
und doch verloren.

du gabst dein leben für dein land,
dein glück für dein volk,
deine liebe mir, und ich konnte dich nicht einmal retten,
verzeih mir,
selbstzweifel quälen mich,doch ohne dich
ist mein leben nichts wert.

ich trug dich zu grabe, alle völker des landes folgten mir still,
an diesem tag liefeb millionen von tränen nur für dich, doch du mein engel, das spüre ich,
du wachst jetzt von einer wolke auf mich.

mit flügeln wie adler,schönheit vonengeln,
glanz voll gold, so gingst du von dieser welt,
doch dein glanz gab uns den ewigen frieden,
und doch vermisst dich jeder, besonders ich,
denn ich liebe dich, mein engel,
jetzt bist du fort von mir und doch ganz nah,

so grüß die götter von mir und sag ihnen, ich komme bald nach.




Die Storey:
Keuchend rannte Link die Halle entlang. Seine Schritte warfen einen lauten Widerhall durch den Raum. Das kunstvoll verzierte Schwert aus härtestem, kalten Stahl mit beiden Händen umklammert. Die grüne, lange Mütze, die immer wieder Gefahr lief, ihm vom Kopf zu rutschen bei dem Tempo, das der Hylianer meistens lief, wedelte im Laufwind. Das leicht brüchige, doch auf wundersame Weise nicht zu zerstörende Leder, aus dem die Stiefel gefertigt waren, knackte, wenn er gegen einen Stein oder einen Steinplattenvorsprung stieß. Der Schild drückte den Pfeilköcher, der unter dem Gewicht von achtundvierzig Pfeilen (zwei hatten sich in den Rücken eines Flatterbeißers gebohrt) schon fast in die Taille hing, noch tiefer in den Rücken hinein. Mit einem leisen, kaum wahrnehmbarem Geräusch schlug der Ohrring am linken Ohr des Hylianers gegen seine Haut. Sein Gesichtsausdruck war der einer Person, die zu allem entschlossen ist.
Er lief die Treppen weiter hinauf, bis sie an einer Plattform endeten. An der Seite war eine reichverzierte Tür eingelassen. Er legte die linke Hand darauf und presste die Handfläche leicht dagegen. Und wieder konnte er den wundersamen, geheimnisvollen Ton vernehmen, der einen Zauber aus den Zeiten der Schöpfung des Lebens rief. Er rief das Mana an, das ihm und jedem anderen Lebewesen zuteil war; für einen Moment ein Aufleuchten der Tür und knirschend glitt sie nach oben. Der Zauber, den er schon mehrmals in diesem Turm beobachten konnte. Er riss die Hand mit einer hektischen Bewegung wieder an den Griff des Schwertes und erschrak über seine Nervosität. Doch er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Mit einem Satz stand er in dem hohen, achteckigen Raum, der mit einem roten Teppich ausgelegt war, der schon die Stufen und den Raum ein Stockwerk tiefer geziert hatte. Der Teppich, der ihn zu Ganondorf führen würde.
Er betrachtete den Raum den Bruchteil einer Sekunde, kümmerte sich dann jedoch wieder um das, was vor ihm lag. Eine blau-golden verzierte Truhe mit einem goldenen Schloss mit Stierhörnern. Er wusste, dass man in solchen Truhen stets den goldenen Masterschlüssel fand, der mit einem Rubin ungewöhnlich heller Farbe geschmückt war. Doch das war es nicht, auf das er sein Hauptaugenmerk richtete, sondern, was vor der Truhe war: Zwei Eisenprinzen, ein weißer, der, wie Link ahnte, mit einem dunklen Wüsten-Zauber von großer Macht beschworen sein musste, sonst hätte Ganondorf ihn kaum metallisieren können, und ein goldener. Letzterer erstaunte Link, wo Ganondorf doch das Untergeschoss mit allerlei tödlichen Gefahren ausgestattet hatte. Offenbar hatte sich er sich die kräftigsten Gegner für den Schluss aufgehoben.
Dieser Gedanke ließ einen heißen Zorn in Link aufbrennen, selbst wenn er nicht wusste, wieso. Er spürte, dass er nahe an Ganondorf war, näher noch, als Ganondorf geplant hatte, den Hylianer kommen zu lassen. Zweifellos musste er gewusst haben, dass Link es mit den Kreaturen in den Tempeln aufnehmen würde, sonst hätte er den Trutzturm nicht bis an die Zähne bewaffnet. Doch er hatte vermutlich nicht wirklich angenommen, dass Link eine reelle Chance gegen die Gefahren in den sieben Räumen hatte. Und doch hatte er sich hier oben noch gerüstet.
Es gab etwas, das Link mit Ganondorf verband, genau wie mit Zelda oder sie mit Ganondorf, auch wenn er wusste, dass es etwas war, was er nur erahnen und nicht mal im geringsten erfassen konnte. Vielleicht ein magischer Bund, den das Triforce den drei Mächten auferlegte, die es sich ausgesucht hat, um in ihnen innezuwohnen. Jedenfalls konnte er Ganondorfs Gedanken und Gefühle spüren und er wusste, dass es ihm genauso erging. Er sah im Geiste Ganondorf deutlich in voller Länge vor sich, mit dem Rücken zu ihm gewandt, Orgel spielen. Der Großmeister des Bösen grinste hämisch, als wäre der Ausgang des unvermeidlichen Endkampfes zwischen den beiden nur durch Links Gedanken an ihn für das Böse entschieden. Link spürte auch, dass es noch etwas hier gab, das er nicht wusste. Etwas Gefährliches, das ihn bedrohte. Doch er wischte diesen Gedanken ärgerlich beiseite und ging leicht in die Knie, seine Vorbereitung auf einen Kampf.
Knirschend kam Leben in die Eisenritter und es war Link, als trüge jeder Schatten, der in den Gelenken der metallenen Gestalten tanzte, Ganondorfs Grinsen. Wütend stürmte Link den beiden entgegen. Es war zu früh, an Ganondorf zu denken. Wenn er überleben wollte, musste er seine Gedanken allein den beiden Kreaturen hier widmen.
Langsam gelang es ihm, seinen Geist frei von Sorgen zu machen, während er keuchend die schrecklichen Hiebe der Schlächter-Äxte, die seine Gegner trugen, mit dem Hyliaschild abfing. Bisher hatte niemand Link besiegt. Er wusste, dass es an der Macht lag, die ihm das Triforcefragment des Mutes verlieh, eine Kraft, deren Ausmaße erstaunlich groß waren und aus ihm einen Schwertkämpfer machten, der sich mühelos mit allen Rittern an Zeldas Hof gleichzeitig hätte messen können. Doch er wusste auch - denn das hatte er in den letzten Tagen gelernt - dass diese Kraft nicht unerschöpflich war. Selbst wenn er aus vielen Kämpfen nicht einmal eine Schnittwunde davongetragen hatte, so hatte ihn jeder Kampf bisher Mana gekostet. Je länger er die Macht, die ihm das Triforce lieh, verwendete, desto mehr von ihr ging verloren und desto länger brauchte sie folglich, sich zu regenerieren. Der Kampf mit den Hexen im Geistertempel beispielsweise hatte ihn nicht wenig Kraft gekostet; es hatte Stunden auf dem Rücken Eponas gebraucht, bis sein Mana wieder vollständig war. Seit ihm Kaepora, die Eule, dieses Geheimnis heimlich offenbart hatte, hatte er sich fest vorgenommen, nach jedem Kampf gegen ein Monster oder eine ähnliche Gestalt sein Mana zu regenerieren. Doch er ahnte bereits, dass es - sofern er den Kampf überhaupt überlebte - Tage, wenn nicht Wochen, brauchen würde, bis sein Mana wieder vollständig war. Doch er war sich des Risikos bewusst und hatte keine Wahl. Bevor er den Turm betreten hatte, hatte er sich eine große Kraftquelle im Hyliasee angeeignet. Er wusste, dass seine Kräfte im Wasser und im Wald rascher wuchsen als in der Wüste oder in Vulkanen.
Da, mit einem Mal, umfasste ihn wieder die Kraft, gab ihm wieder seine Fähigkeiten. Das Mana begleitete ihn wieder.
Er löste sich mit einem Ruck aus dem Stemmkampf mit dem goldenen Eisenprinzen, stieß ihm krachend seinen Schild in die Seite und ließ seine zornig bebende Klinge auf den bedauernswerten Gegenspieler niederpfeifen. Doch Link ließ es nicht zu, nur mit den Kräften des Triforce zu kämpfen; er wusste, dass er später jedes Quäntchen Kraft brauchen würde. In seinen Gedanken hörte er Ganondorf schallend auflachen - ohne Zweifel hatte er die Gedankenwege Links bis zu diesem Punkt mitverfolgt und schon hauchte er ihm eine bestätigende Antwort in seine Gedanken.
Link ließ sich davon nicht irritieren, im Gegenteil, noch energischer stieß er mit dem Masterschwert zu, dass die goldene Rüstung seines Feindes zusehends zerschrammte. Mit einem Ruck zog Link das Schwert aus der Schulter des Eisenprinzen, der, von seiner vierzig Zentimeter tiefen Wunde gepeinigt, einen verzerrten Keuchlaut ausstieß. "Vielleicht steckt in dieser Rüstung ja doch ein menschliches Antlitz", dachte Link, verstieß den Gedanken jedoch gleich ins Bodenlose. Mitleid war jetzt nicht angebracht; der Eisenprinz machte schließlich auch keinen Hehl daraus, dass er versuchte, ihn umzubringen. Außerdem konnte da keine menschliche Gestalt drin sein, sonst hätte er ihm mit dem Schulterangriff das Herz in zwei Teile gespalten.
Link machte einen Satz zurück, holte zum finalen Stoss aus und stach mit tödlicher Präzision in den Bauch. Das unzerstörbare Masterschwert bahnte sich seinen Weg durch die Rüstung als wäre sie aus Butter und nicht aus magischem Gold und stach auf der anderen Seite wieder heraus.
Kein Blut. Link atmete innerlich auf; er wusste nicht, wie er sich gefühlt hätte, wenn er mit Zweifel an der Richtigkeit seiner Sache weitergekämpft hätte.
Scheppernd fielen die metallenen Überreste seines Gegner zu Boden. Er regte sich nicht mehr. Link hatte keine Zeit, sich auszuruhen: Der weiße Eisenprinz stürmte heran. Link atmete stoßweise aus; er hatte zwar nicht erwähnenswert viel Mana verbraucht, doch er wusste, dass sein zweiter Gegner um mehrere Dutzend Klassen besser kämpfte als der goldene Eisenprinz.
Geschickt fing Link den Schlag der tödlichen Axt mit dem Schild ab, doch sein Handgelenk schrie vor Schmerz auf. Das Mana machte einen guten Schwertkämpfer aus ihm, keinen unverwundbaren. Mit der Breitseite des Masterschwertes gab Link dem Schild einen energischen Stoss, so dass dieser auf seinem Unterarm ein Stück nach hinter rutschte und er die Waffe mit beiden Händen umklammern konnte. Damit verlieh er seinem Schlag noch einmal so eine starke Wucht.
Im Laufe des Kampfes wurde Link klar, mit welch einer Leichtigkeit er sich des ersten Gegners entledigt haben musste, denn der zweite machte es ihm entscheidend schwerer. Er trieb Link vor sich her, wie es ihm passte, und der Hylianer war bald gezwungen, in die Defensive zu gehen. In seinem Hinterkopf machten sich Gedanken breit, die er sich zu glauben weigerte: Er wollte nicht einsehen, dass er verteidigen musste, wenn er überleben wollte.
Er sprang plötzlich nach vor, rollte sich über dem Boden ab, tauchte so unter der Waffe des Gegners hindurch und kam so an der Seite seines Gegners wieder auf die Beine. Doch für diesen unverschämten Überraschungsangriff bezahlte Link teuer: die Breitseite der Axt traf ihn so hart am Rücken, dass es ihm schlicht die Wirbelsäule gebrochen hätte, wenn der dicke Pfeilköcher nicht die schlimmste Kraft abgefangen hätte. Vor Überraschung und Schmerz aufschreiend wurde Link nach vorne geschleudert, kam auf dem Boden auf, überschlug sich einmal und blieb auf dem Rücken liegen. Verschwommen nahm er das Beben des Bodens wahr, die dröhnenden, klirrenden Schritte, die ihm verrieten, dass der Eisenprinz auf ihn zustürmte. Allein sein Instinkt rettete ihn; er stach das Schwert in den Boden und stemmte sich kraftvoll zur Seite, wobei er während der Rolle das Schwert wieder aus dem Boden riss. Erschrocken nahm er wahr, dass die Axt einen Meter neben ihm in den Boden krachte; wäre ihm das Fluchtmanöver nicht gelungen, hätte sie ihm den Kopf abgeschlagen. Er sprang auf die Beine und nutzte die Wendung, die den Kampf entschied: Der Eisenprinz konnte seine Axt nicht mehr aus dem Boden ziehen. Mit erhobenem Schwert lief Link auf ihn zu und die Klinge fand diesmal ihr Ziel. Scheppernd fiel der Kopf des Eisenprinzen zu Boden.
Kaum war das Leben - wenn man es so nennen konnte, dachte Link düster - aus dem Ritter gewichen, verließ ihn das Mana. Das Schwert fiel ihm aus den Händen und er ging langsam in die Knie. Keuchend legte er sich auf den Rücken. Er nahm nur noch verschwommen wahr, wie die Überreste der Eisenprinzen in blauem Feuer aufgingen und wie sich der Bann, der die Truhe versiegelte, abbaute und der Deckel aufging. Das goldene Leuchten aus dem Inneren kümmerte ihn nicht mehr.
Er hatte viel Mana verloren und musste sich ausruhen. Während ihm Schweißtropfen das Gesicht runterliefen, klammerte er sich krampfhaft an den einzigen Gedanken, der ihn noch beschäftigte: "Wie soll ich Ganondorf überleben?"
Er hatte sich gesammelt. Es war Zeit. Er richtete sich langsam auf und nahm Schwert und Schild an sich. Er griff in die Truhe und zog den Masterschlüssel heraus, den er sogleich sorgsam in einer Tasche verstaute. Nicht auszudenken, dachte er belustigt, wenn die Rettung Hyrules daran scheiterte, dass er den Schlüssel verloren hatte. Doch er wurde sogleich wieder ernst. In seiner Lage sollte er keine Witze machen, sonst blieb von dem Hyrule, das er retten wollte, nur ein Trümmerhaufen übrig. Schweigend öffnete er die Türe auf der anderen Seite des roten Teppichs und machte sich daran, die Stiegen hinauf zu steigen.
Er merkte gleich, dass hier etwas anders war. Die anderen Treppen waren karg, feucht und still, doch diese hier nicht. Grosse bunte Fenster, wie sie sonst nur in Kirchen vorkamen, waren an der Seite und beleuchteten den Gang. Einen Moment lang zerbrach sich Link den Kopf darüber, womit der Gang beleuchtet wurde, denn als er das letzte Mal draußen war, umgab eine bedrückende Finsternis das Schloss. Er überlegte, ob diese Stufen nicht viel mehr ins Himmelreich führten, doch er wollte den Gedanken nicht weiter verfolgen. Außer den Fenstern waren auch noch überall Fackeln, doch die waren an der Innenseite des Ganges.
Link wusste nicht, wie lange er hier schon gegangen war, doch plötzlich stand er vor einer Tür. Sie war nicht klein wie die anderen, sondern überragte vermutlich die Größe Ganondorfs selbst um ein beachtliches Stück. Doch sie war nicht verschlossen. Er öffnete sie und sah sich um. Der Raum war riesig, doch es fiel nur spärlich Licht durch ein paar Löcher in der Mauer, die eher an Schießscharten als an Fenster erinnerten. In der Mitte war eine Art riesiger Pfeiler, eine quadratische Säule, die bis zur Decke reichte. An allen vier Seiten waren Sprossen angebracht, an denen man hochklettern konnte. Link ahnte schon düster, dass diese Sprossen nicht bei der Decke endeten...
Link kletterte nicht hoch, wie es ihm als erstes durch den Kopf schoss; die Decke begrenzte die Säule so, dass er dort oben nicht weiterkommen würde. Stattdessen hatte er auf der anderen Seite des Raumes eine Tür erspäht, groß und reich verziert wie die, durch die er gekommen war. Er lief hin und öffnete sie. Vor ihm wand sich ein gleicher Gang hinauf, Fenster, Teppich und Fackeln wie der, den er gekommen war. Er begann den Aufstieg.
Er brauchte für diese Treppe noch länger, doch das lag daran, dass er sich nicht beeilte. Er hätte leicht zwei, drei Stufen auf einmal nehmen können, doch er wollte sich nicht anstrengen. So atmete er tief und gleichmäßig und kam nach schier einer Ewigkeit oben an.
Das war die Türe. Magisch versiegelt, mit einem Schloss aus Gold mit Stierhörnern. Goldene Ketten hielten es. Er wusste, was passieren würde, wenn er den Schlüssel mit einem Knacken in dem Schloss herum drehen würde: Das goldene Schloss würde zusammenschrumpfen, die Ketten würden weichen, die Tür würde rasselnd hochgehen. Und was ihn dahinter erwartete...
Es war Link, als reiße man ihn aus einem Traum: Er hatte sich alles nicht vorgestellt, sondern es getan: Den Schlüssel knackend im Schloss herumgedreht, das Schloss war zusammengeschrumpft, die Ketten wichen. Die Tür öffnete sich.
Da stand Ganondorf, genau wie Link es sich vorgestellt hatte: Er stand da, mit dem Rücken zu ihm, spielte Orgel. Das war also das vernehmliche Geräusch am Gang gewesen. Das dumpfe Geräusch, mit dem die Türe wieder auf den Boden stieß, riss ihn aus seinen Überlegungen. Ganondorf drehte sich herum und grinste.
"Endlich bist du gekommen, Link. Ich wusste, du würdest nicht kneifen." Das war schlicht gelogen, dachte Link. Ganondorf hatte nicht damit gerechnet dass Link es bis hier schaffen würde. Doch er hütete sich, Ganondorf den Triumph zu schenken, dass er ihm widersprach.
"Ich habe dich beobachtet, Link. Sieben Jahre habe ich gewartet, weil ich wusste, dir würde sich Zelda offenbaren. Aber Genaueres habe ich ja schon erzählt." - "Was willst du von mir, Ganondorf? Lass Zelda gehen oder du wirst es bereuen!" Link wusste, wie lächerlich seine Worte klingen mussten. Ganondorf warf ihm einen Blick zu, als ob er bereits fieberhaft überlegte, mit welcher Methode er Link am qualvollsten vernichten konnte. Links Finger zuckten nervös, als könnten sie es kaum noch erwarten, das Schwert aus der Scheide zu reißen und Ganondorf den hässlichen Kopf abzuschlagen.
"Ich kann dich denken hören", zischte Ganondorf, und er konnte die Genugtuung, die in der Stimme mitschwang, kaum noch verbergen. "Und ich... ich empfinde genau wie du."
Er schien zu versuchen, in Links Gesicht zu lesen, doch der Hylianer brachte alle Willenskraft und Entschlossenheit dafür auf, keinen Muskel zu verziehen. Ganondorf stieß einen einzelnen, dumpfen Spottlaut durch die Nase aus.
"Diese beiden Symbole der Macht sind nichts für euch zwei! Ich bin der alleinige Beherrscher des Triforce! Übergebt mir die Fragmente! Ich befehle es!"
Link rührte sich nicht. Er würde nicht kapitulieren. Ein paar Sekunden trafen sich die Blicke der beiden Erzfeinde und die Spannung war fast greifbar. Dann, völlig unvorhergesehen, schleuderte Ganondorf Link etwas entgegen; keine Waffe, Link wäre froh gewesen, wenn es so gewesen wäre. Wenn er ihm etwas entgegen gestellt hätte, das er erfassen, bekämpfen konnte, doch das tat Ganondorf nicht. Er konfrontierte ihn mit der dunklen Macht, die das Fragment der Kraft dem Großmeister des Bösen verlieh. Eine Art starker Gegenwind erfasste Link; er musste sich regelrecht nach vorne stemmen, um nicht hinzufallen. Plötzlich hörte er Navis Stimme: "Die Aura des Bösen ist zu mächtig, ich kann dagegen nichts tun, Link! Ich kann dir nicht helfen, es tut mir leid, Link!"
Mit einem Ruck riss Ganondorf die Hand zurück, der Sog hörte auf. Link musste mit aller Kraft um sein Gleichgewicht kämpfen weil er fast nach vorne gefallen wäre.
Er konnte gerade noch beobachten, wie sich Ganondorf in die Luft begab, denn der Boden fing unter seinen Beinen an zu beben. Erschrocken machte er einige Schritte rückwärts, bis er mit dem Rücken an die Mauer stieß. Er beobachtete, wie rund um die mittlere, quadratische Plattform die zwei angrenzenden Reihen Bodenplatten nach unten fielen und in der Tiefe zerschellten. Plötzlich merkte Link, dass die Plattform das Ende der Säule bildete, die Link schon vorhin gesehen hatte; ein Stockwerk lang war sie also.
In seinen Überlegungen vergaß Link beinahe, das Schwert zu ziehen, doch Ganondorfs Gelächter holte ihn rasch in die Wirklichkeit zurück. Mit einem Ruck glitt das Masterschwert aus der ledernen Hülle und die Kampfeswut, welche die Klinge ausstrahlte, explodierte regelrecht in Links Handfläche, als ob die Klinge vor Vorfreude vibrierte. Ganondorf zögerte nicht lange, zufrieden beobachtete er, dass sein Plan aufgegangen war: mit der Plattform in der Mitte hatte er sich Distanz verschafft. Die Masterklinge würde ihr Ziel so schnell nicht finden. Er streckte die rechte Hand gen Himmel und Link konnte beobachten - und spüren - wie Ganondorf die Energien, die in diesem Raum ungenutzt herumschwirrten, seien sie von Licht, Feuer, Wasser oder sonst etwas anderem, von dem die Menschen in Hyrule nichts ahnen konnten, sammelte und sie in seiner Handfläche bündelte. Er schleuderte die leuchtende Kugel Link entgegen, und etwas in dessen Hinterkopf schrie ihn innerlich zur Vorsicht an; diese Energieansammlung war gefährlicher, als Link es bewusst war. Instinktiv duckte er sich hinter seinem Schild und wartete gespannt. Die Kugel prallte mit einem hässlichen Geräusch auf das Metall und entfaltete seine wahre Kraft; wie von einer unsichtbaren, gigantischen Hand gepackt, wurde Link davon geschleudert, so schnell, dass er nicht mal Zeit zu schreien hatte. Krachend prallte er an der steinernen Wand auf und blieb benommen am Boden liegen. Er nahm den Geschmack von Blut im Mund wahr; ganz offenbar hatte er sich auf die Zunge gebissen. Er schüttelte energisch den Kopf und rappelte sich wieder hoch. Er hatte damit gerechnet, dass Ganondorf es ihm nicht leicht machen würde, aber nicht damit, dass er ihm mit einem Angriff den Wind aus den Segeln nehmen konnte. Er taumelte einige Schritte nach vor und duckte sich wieder im Schutze des Schildes. Ganondorf lachte von der Hartnäckigkeit und der scheinbaren Erbärmlichkeit des Hylianers belustigt auf.
Er wiederholte den Angriff noch mal, doch Link bereitete sich vor. Noch bevor jener es begriff, schnellte die Klinge seines Schwertes vor den Schild und stürzte sich der Energiekugel entgegen. Link war erschrocken, denn anscheinend hatte nicht mehr seine Hand, die den Griff der Klinge krampfhaft umklammerte, die Führung, sondern das Schwert selbst. Doch er wusste, das sein Instinkt diese Bewegung verantwortete; sein Urinstinkt zur Verteidigung gegen die Dunkelheit, die das Mana des Triforce mit zehnfacher Stärke in seinem Unterbewusstsein entbrennen liess. Vielleicht war es dieser Zauber, der aus ihm einen starken Kämpfer machte; die Urinstinkte, die mit ungewöhnlicher Macht in jedem Lebewesen wohnen, zu wecken und zu entfesseln. Doch er konnte sich im Moment nicht darum kümmern. Das Schwert prallte auf die Energiekugel und stieß sie zurück zu Ganondorf! Link konnte beobachten, wie der Grossmeister des Bösen die Augen erstaunt aufriss, als seine machtvolle Attacke zurückschnellte. Doch er fasste sich so schnell wieder, das er Energiesammlung mit einer energischen, fast verächtlichen Bewegung von sich abwies und sie wieder auf Link zukam. Doch Link war bereit und stieß sie wieder mit dem Schwert zurück.
Ein paar Mal ging das so hin und her, bis Ganondorf, durch eine Schwäche in der Verteidigung von seiner Macht getroffen wurde. Er krümmte sich in der Luft vor Schmerzen und Link beobachtete, wie seine dunkle Aura flackerte. Das war die Gelegenheit: Er riss den Bogen und drei Pfeile gleichzeitig vom Rücken, spannte alle drei ein und rief die Macht des Lichtamulettes, das ihn unterstützte, an. Die Pfeile begannen zu leuchten und schimmerten gelblich; die Lichtaura umgab sie. Die heilige Lichtwaffe.
Link zielte eine halbe Sekunde lang, nahm wahr, dass der dunkle Schutzschild des Gegners sich wieder langsam aufbaute und zögerte nicht: Er liess los und mit einem pfeifenden Geräusch schnitten die tödlichen, mit Licht versehenen Geschosse durch die Luft und alle drei fanden ihr Ziel. Getroffen stürzte Ganondorf zu Boden und blieb keuchend dort liegen. Link wusste, dass er sich nun beeilen musste; in ein paar Minuten hatte sein Feind sich bestimmt erholt. Er rannte los, doch seine Hast wurde ihm zum Verhängnis: Er hatte den Spalt zwischen der Mitte und den Seiten vergessen und fiel in die Tiefe. Verzweifelte versuchte er im freien Fall, sich an den metallenen Sprossen der Säule festzuhalten, doch seine Hände schrammten immer nur schmerzhaft über die Kanten und wurden von blutigen Risswunden übersät.
Kurz bevor er aufschlug, nahm Link seinen Mut zusammen, zog die Beine an, stieß den Oberkörper nach unten und streckte die Arme leicht aus. In dieser Haltung schlug er am Boden auf, doch bevor die Kraft des Sturzes in seine Arme fuhr, gaben die Ellbogen nach und er rollte sich vorne weg. Er hatte das Kunststück also tatsächlich vollbracht: Er war, von seinen Händen abgesehen, unverletzt. Er richtete sich auf und das Masterschwert schlug neben ihm am Boden auf. Er hatte es für sein Manöver natürlich fallengelassen; er las es nun vom Boden auf und schob es zurück in die Scheide. Doch er wusste, er hatte keine Zeit zu verlieren. Doch als er hinaufschaute, verzweifelte er beinahe nur bei dem Gedanken, das alles hinaufklettern zu müssen. Da fiel ihm die rettende Idee ein; er riss den Enterhaken aus der Tasche, richtete ihn an die höchste Sprosse in der Reichweite des Instrumentes und drückte ab. Rasselnd schnellte die Kette hervor und hakte sich weit oben mit einem klirrenden Geräusch ein. Link spürte, wie er vom Boden abhob und rasant hinaufgezogen wurde. Er war erleichtert; sein Plan hatte geklappt. Eine Sekunde später war er oben, hielt sich mit der linken Hand an der Leiter fest und steckte mit der rechten den Enterhaken wieder ein. Mit einigen Handgriffen zog er sich auf die Plattform und Ganondorf kauerte, sichtlich erschöpft, neben ihm. Link zögerte nicht. Er riss das Schwert hervor und schlug erbarmungslos auf den Gegner ein. Dreimal, viermal, fünfmal. Plötzlich stöhnte Ganondorf auf, richtete sich noch mal auf. Erschrocken sprang Link rückwärts und konnte sich noch am Rand der Seitenplattform festhalten. Er zog sich hoch und beobachtete die Kreatur der Hölle.
"Ich, der Grossmeister des Bösen... geschlagen von einem Kind?! Das... darf... nicht sein..." Ganondorf fasste sich an den Hals, als bekäme er keine Luft. "Link... !!", keuchte er. Plötzlich richtete er sich zur vollen Grösse auf, hob die Arme in die Luft und stieß einen erstickten Schrei aus. Der Boden begann zu zittern. Die Mauern bebten. Link schaute sich, von Panik erfüllt um. Ein grelles Licht leuchtete auf, klang ab und erlosch. Er stand nicht mehr in einem Raum. Er war an freier Luft, auf dem Dach des Turmes. Vor ihm klappte Ganondorf zusammen. Und da stand sie: Zelda. Ihr Anblick gab Link einen kleinen Stich. Obwohl er alles nur für sie getan hatte, hatte ihm vor dem Moment ihres Zusammentreffens gebangt.
"Ganondorf... bemitleidenswerte Kreatur", flüsterte sie. Doch plötzlich erbebte der Turm, Zelda keuchte erschrocken auf, Link hob den Schild. Der Turm stürzte zusammen! Noch bevor Link ein Wort sagen oder sich darüber freuen konnte, dass Navi wieder da war, riss Zelda ihn an der Hand mit auf die Treppen zu. Sie stürzten hastig hinunter, begleitet von den Trümmern, die in die Tiefe und auf den Boden rings um sie fielen. Der Turm stürzte ein...
Wie Link es mit ihr runtergeschafft hatte, konnte er nicht sagen. Wie im Traum schien es ihm; Zelda hatte ihn mitgezehrt und die Türen geöffnet. Er war wie im Traum gewandelt, doch hier standen sie nun. Sie waren am Leben. Ganondorf tot. Es war vorbei.
Zelda lächelte ihm zu. In ihren Augen stand tagelange Angst geschrieben.
"Ach Link. Es tut mir so leid, dass ich dir diese Prüfungen auferlegen musste. Ich war damals noch jung und dumm, als ich dir die Okarina zuwarf, aber ich hielt es für eine gute Idee. Doch ich habe dir damit nur unnötig Schwierigkeiten bereitet." - "Stimmt", fügte Link in Gedanken hinzu, doch er sagte nichts. Er hätte auch nicht gewusst, was. Bisher hatte er immer gedacht, all das, was er tat, sein mutiges Einschreiten, die Kämpfe. Er dachte, er hätte es aus Liebe zu Zelda getan, doch er spürte jetzt, dass das nicht stimmte. Er stand ihr nun gegenüber und empfand keine Liebe zu ihr. Er liebte sie so wenig wie er sie nicht mochte. Sie war für ihn einfach nur eine Freundin, mehr nicht.
Ein Geräusch in den Trümmern des Turmes riss ihn aus den Gedanken. Er machte einen Schritt auf die Trümmer zu und stieß mit der rechten Hand Zelda ein Stück zurück. Die blutverklebte Linke schloss sich fester um den Griff, Link spürte, dass etwas nicht stimmte. Er näherte sich den losen Steinbrocken. Doch wie auf Kommando, als er mehr als sechs Meter von Zelda entfernt war, umschloss ihn ein brennender Kreis und trennte sie von ihm. Er wandte sich noch zu ihr um doch plötzlich ertönte vor ihm ein Geräusch. Ein Stein pfiff an seinem Kopf vorbei. Er drehte sich herum, obwohl er wusste, was er vor sich sehen würde. Doch die Wahrheit überstieg seine schlimmsten Befürchtungen noch:
Eine blutverschmierte, dunkle Gestalt schwebte in der Luft. Das einzige Licht, das von ihr ausging, waren die hasserfüllten Augen, in denen keine Pupillen mehr zu sehen waren, die einfach nur feuerrot glühten. Ganondorf keuchte laut und hasserfüllt. Demonstrativ hatte er den Arm gehoben. Aus seinem Handrücken flackerte das Triforce auf.
Ganondorf zog die Knie und die Arme an und vollzog eine leuchtende, bedrohlich anzuschauende Metamorphose. Plötzlich schlugen seine Beine am Boden auf. Zumindest schlug das am Boden auf, von dem Link ahnte, dass es die Beine waren:
Schuppige Treter mit riesigen Hufen vorne prangten muskulös und riesig aus Ganondorfs Unterleib. Seine muskelbesetzten Arme hatten mindestens den Durchmesser von einem Meter und jede prankenähnliche Hand hielt ein furchterregendes Schwert in der Hand, das größer war als Link selbst. An seiner Kehrseite hing ein ellenlanger schuppiger Schwanz, der in ein Bündel bunter Stacheln endete. Doch das Schlimmste war das Gesicht. Link hatte niemals etwas Abscheulicheres gesehen. Es war kaum mehr Gesicht zu nennen. Eine Schweinsnase hing in der Mitte dieser Visage, rote, gewundene Hörner prangten auf der Stirn. Die Augen glühten auf. Link wusste, dass dies kein menschliches Wesen mehr war, sondern die letzte und grausamste Inkarnation Ganondorfs, die Ausgeburt der Hölle, die Vereinigung des Bösen: Ganon.
Er fuchtelte wild mit den zwei Schwertern und stieß dabei Schreie aus, die keine menschlichen oder tierischen Laute mehr waren. Es war das Geräusch eines Monsters. Doch Link konnte nicht zu Ende denken: Schon hatte die Kreatur das Schwert gehoben und auf Links Masterschwert eingeschlagen. In hohem Bogen flog die Klinge aus dem Feuerkreis und blieb fest verankert im Boden stecken. Link kannte nur einen Gedanken: Flucht! Mit einem hektischen Rückwärtssalto verfrachtete er sich mal ein Stück zurück um Distanz zu wahren, dann schaffte er sich einen klaren Kopf. Er nahm den Goronen-Hammer an sich. Doch bevor er Ganon damit schlagen konnte, hatte dieser ausgeholt und hieb mit dem Schwert gegen Link. Doch statt, wie Link befürchtet hatte, schlicht in zwei Hälften auseinander zu fallen, flog er durch die Luft. Aus einer klaffenden Wunde am rechten Arm quoll Blut. Er vermochte den Hammer kaum zu halten, doch er zwang sich, nicht aufzugeben. Statt zurückzuweichen, lief er auf Ganon zu und rollte sich, während dieser ausholte, unter seinen Beinen hindurch. Dort leuchtete ihm der Schweif entgegen und er hieb in seiner Verzweiflung wütend darauf ein. Zu seiner grenzenlosen Verwunderung stieß Ganon, gerade an seiner Schwachstelle erwischt, einen markerschütternden Schrei aus. Das war also der wunde Punkt. Link nutzte die Sache zu seinem Vorteil und hieb mehrmals darauf ein, bis sich Ganon schliesslich umdrehte. Er schnaubte sichtlich vor Wut. Gerade als er ausholte zu einem vernichtenden Doppelschlag, zog Link eine Dekunuss aus der Tasche und blendete Ganon damit. Durch die Benommenheit des Gegners wiederum im Vorteil, rollte sich Link wieder unter dessen Beinen durch. Er visierte die Schwanzspitze genau an und machte einen Satz auf Ganon zu und schlug zu. Von den Schmerzen wiederum gepeinigt schrie Ganon wieder auf. Link wiederholte diese Vorgangsweise oft und oft, bis Ganon plötzlich zusammenbrach. Der Feuerring erlosch. Doch Link spürte, dass er ihn noch nicht besiegt hatte. Er lief auf das Masterschwert zu und zog es aus dem Boden. Den Hammer steckte er zurück. Plötzlich geschah etwas Seltsames: Zelda sandte einen Strahl aus ihren Händen, der Ganon traf. Er zuckte und stöhnte, wie unter Schmerzen gepeinigt. "Link! Ich habe ihn soweit geschwächt, wie es mir möglich war! Nimm du das Masterschwert und versetze ihm den Todesstoss!", rief Zelda. Link konnte beobachten, wie die Klinge in seiner Hand aufleuchtete. Die Kampfeswut entbrannte in ihr. Er lief auf Ganon zu, der am Boden lag. Er zögerte einen Augenblick und schlug dann zu. Einmal. Zweimal. Dreimal. Und schliesslich stieß der Hylianer ihm das Schwert in die Stirn zwischen die Augen. Ganon brach unter schrecklichen Schmerzenslauten zusammen. Die Weisen sandten ihre Kraft. Die Umgebung erbrannte in einem farbenfrohen Lichterschauspiel. Das Höllenportal öffnete sich und zog Ganon und all seine schwarze Macht in sich hinein. Das Tor versiegelte sich. Zelda brach erschöpft zusammen. Ein Lichtstrahl erhellte die Umgebung und Link fand sich in einer höheren, heiligen Ebene wieder. Zelda stand ihm gegenüber. Sie legte die Okarina an ihre Lippen, schloss die Augen und spielte. Von Zeldas Wiegenlied sanft begleitet, wurde Link zurückgesandt. Er wurde jünger. Er kam zurück in seine Zeit. Die Zeit schenkte ihm die sieben Jahre wieder, die er geopfert hatte. Seine Seele befand sich wieder in seinem richtigen Ich.
An genau dem Tag, sieben Jahre in der Vergangenheit, ging die Sonne über Hyrule auf und tauchte das befreite Land in das göttliche Licht, das Freiheit und Glück symbolisierte.
ENDE



The Legend of Zelda: Ocarina of Time


In der Vergangenheit…
"Gnade!", stöhnte Naboru unter den Schmerzen auf.
Sie quetschte und quetschte sich weiter durch den elendig engen Tunnel.
Ein Ruck noch - endlich war sie durch!
Sie stand auf und klopfte sich seufzend den Staub aus den Kleidern. Der Geistertempel hatte sich nicht verändert!
Wie lange war sie schon nicht mehr hier gewesen? Waren es vier oder fünf Jahre?
Das letzte Mal hatte sie der Held der Zeit aus den Fängen der Hexenweiber befreit. Seitdem war so vieles geschehen! Seit Link und Benny in ihre Zeit zurückgekehrt waren…
Seit ihr Sohn diese Zeit verlassen hatte…
Seit Ganon´s Tod…
Tränen traten ihr in die Augen, aber sie zwang sie zurück.
Jetzt war nicht die Zeit zu weinen, nicht die Zeit zu trauern…
Behutsam holte sie den kleinen Lederbeutel heraus. Deswegen war sie hierher gekommen. All die Jahre hatte sie es nicht geschafft sich zu überwinden. Aber heute hatte sie den Mut gehabt.
Natürlich war sie nicht wegen eines Stück Leder hier, sondern wegen Dem, was sich darin befand. Langsam entwickelte sie das Bündel.
Ein silberner Armreif kam zum Vorschein. Es waren viele Zeichen in der alten Sprache darin eingeritzt, die für Liebe, Hoffnung, Glück, Frieden, Schönheit und Reinheit standen. Und zwischen den einzelnen Symbolen war jeweils ein winziger, blutroter Rubin eingegeben. Er schimmerte noch immer so vollkommen und rein, wie damals. Als Ganon ihn ihr geschenkt hatte.
Der Reif glitt über ihre Finger, über ihre Handfläche, über ihr Gelenk.
Sie flüsterte seinen Namen…
Als sie aus der Wüste kam, erwartete sie Ashanti bereits, zwei Zügel in der Hand. Sie hatte alles für den Aufbruch vorbereitet. Naboru lächelte und klopfte dem schwarzen Rappen auf den Rücken. "Armer alter Thunder.", kicherte sie. "Wird Zeit, dass du endlich in den Ruhestand gehst."

Der Rappe wieherte und schnaufte ihr ins Gesicht. Sie lachte.
Auch Ashanti lächelte schwach. Dann fragte sie mit ernster Stimme: "Bist du dir wirklich sicher, dass du dort hin willst?"
Naboru sah ihre Schwester an. "Wenn ausgerechnet der Held der Zeit das schafft, dann ist es doch eine Schande, wenn ich es nicht kann!"
"Du warst so lange nicht dort." Es klang fast wie ein Protest. Ein Argument um sie davon abzubringen.
Naboru schwang sich auf Thunders Rücken. Sie antwortete nicht, sie zog nur an den Zügeln. Der Armreif glitzerte an ihrem rechten Handgelenk…
Als sie am Hylia-See ankamen - erblickten sie Epona und noch ein weiteres Pferd am Ufer. Verwundert blickten sie sich an, stiegen von den Pferden und begaben sich zu den Brücken.
Schon von weitem konnte man sie hören, Link, Zelda - und deren Sohn.
"Davin!", tadelte Zelda ihren kleinen Sohn. "Nicht anfassen!"
Energisch hob sie ihren Sohn hoch, der sich beinahe die Hand an der scharfen Klinge aufgeschnitten hätte.
Link stand langsam auf, als bereite es ihm große Mühe.
"Verdammt noch mal!" Er quengelte wie ein kleines Kind.
"Was hast du, Link?", fragte Zelda besorgt.
Er sah auf seine linke Hand. "Ich weiß nicht, aber in letzter Zeit stimmt was nicht mit meiner Magie."
Zelda rollte die Augen. "Darum machst du dir Sorgen? Die Zeit der Kriege ist vorbei. Du brauchst keine Magie mehr!"
Link seufzte und nickte resignierend. Zelda hatte Recht. Er brauchte keine Magie mehr. Nachdenklich betrachtete er die schimmernde Klinge, die in der Erde steckte.
Noch immer war das Masterschwert ins Grab gestoßen. Das Heilige Reich gab es nicht mehr, oder zumindest war es jetzt - wie sollte man es ausdrücken - ein Teil eines lebenden Organismus, der noch nicht einmal geboren war!?!
Darum war das Masterschwert nun nicht mehr als ein Grabstein. Umwuchert von hochragenden Pflanzen, die daran hinaufkletterten.
"Das ist doch…", Link war außer sich. "Was fällt denen ein!"
Natürlich hatte sich der Tod des Großmeisters des Bösen (Ganon) herumgesprochen und Millionen von Leuten hatten lange Reisen unternommen, nur um einmal vor dem Grab zu stehen, es zu betrachten, zu schweigen…
Und trotzdem! Trotz der Verluste, die der jahrtausend lange Krieg gekostet hatte. Trotz des Leides, das im ganzen Land geherrscht hatte. Trotz der Dinge, die sie hatten durchgestanden! Einige hatten einfach ihre Namen und Besuchsdaten in den kahlen Baum geritzt!
"So eine Unverschämtheit! So eine Rücksichtslosigkeit! So eine Respektlosigkeit!", schimpfte Link.
Zelda kicherte. "Beruhige dich doch, Gemahl."
Dann hörten sie ein weiteres heiteres Auflachen. Abrupt fuhr Link herum. "Naboru!" Er konnte seine ـberraschung nicht verbergen.
"Ist lange her, dass wir uns an genau diesem Ort einfanden.", grinste die Weise der Geister.
"Schön dass du da bist.", erwiderte Zelda. "Und du auch Ashanti."
Ashanti machte einen höflichen Knicks.
"Santi!", kreischte Davin auf und strampelte in Zeldas Armen. Er war jetzt drei Jahre alt. Doch statt, wie bei den anderen Kindern in seinem Alter, hing er nicht an der Mutter, sondern an Ashanti. Zelda setzte ihn ab. Sofort rannte er in ihre ausgebreiteten, erwartenden Armen. Er rannte sie fast um mit seinem Schwung.
Alle brachen in Gelächter aus.
Sie unterhielten sich lange. Sie redeten über vergangene Zeiten. Sie redeten über bedeutende Dinge. Sie redeten über das, was sich alles verändert hatte.
Und sie redeten über die Drei.
"Was denkt ihr, ob Kim die beiden gefunden hat? Immerhin, die Welt ist groß!", meinte Zelda.
"Ach, da würde ich mir keine Sorgen machen." Link zwinkerte bescherend. "Wer weiß, vielleicht sind Link und Kim schon verheiratet und haben ebenfalls Kinder…"
Dann konnte sie sich nicht mehr halten - Naboru brach in Tränen aus.
Heiße Tränen flossen über ihre Wangen.
"Tut mir leid.", murmelte Link schuldbewusst.
"Nein, es ist nichts.", winkte sie ab. "Ich…" Sie sprach nicht weiter.
Zelda klatschte so plötzlich und laut, dass alle zusammenzuckten und Davin vor Schreck anfing zu weinen.
"Wisst ihr was wir jetzt am besten tun? Wir gehen jetzt alle gemeinsam ins Schloss. Ich sage dem Küchenchef er soll uns die besten Gerichte kochen, die unsere Küche zu bieten hat!"
"Ja, genau! Wir laden euch zum Dinner!", begeisterte sich auch Link. "Und? Sagt ihr zu?" Er wandte sich an Ashanti und Naboru.
Ashanti sah ihre Schwester an, fast schon bettelnd.
Naboru lächelte und nickte mit dem Kopf. "Nur ein Esel lehnt so ein Angebot ab."
Link hob seinen Sohn hoch und setzte ihn sich auf die Schultern. Gemeinsam machten sie einige Schritte auf die Brücke zu.
Nur Naboru rührte sich nicht von der Stelle.
"Naboru?", fragte Ashanti vorsichtig.
Die Weise der Geister fuhr sich mit dem Handrücken über ihre roten Augen. "Geht bitte schon vor, ich komme gleich nach…", sagte sie mit heißer Stimme.
Die anderen taten wie ihnen geheißen, auch wenn es نuكerst widerwillig war. Naboru sah ihnen nach, wie sie das Festland betraten. Auch dann noch, starrte sie hinüber, als Link und die anderen verschwunden waren.
Sie drehte sich zum Grab um - und viel auf die Knie.
Der frische Wind, der stets durch die langen Grashalme an den Ufern pfiff, hatte bereits die lockere Erde auf dem Grab abgetragen und dem Unkraut Platz gemacht um zu sprießen und zu wachsen.
"Warum?", keuchte sie. "Warum ist das nur alles passiert?" Wieder liefen salzige Tränen über ihre gerieten Wangen. "Ich wollte mich nie gegen dich stellen…" Ihre Schluchzer wurden vom Geplätscher des Wassers verschluckt.
"Alles was ich wollte war, an deiner Seite zu sein!" Sie schrie. "Ich wollte nie als Weise der Geister erwachen!"
Klack…
Und noch ein Klack, klack.
Mit einem Ruck fuhr sie herum.
Maaku betrat die Insel mitten im See.
"Warum weinst du so, mein Kind?", fragte sie mit sanfter und beruhigender Stimme.
Sie bewegte sich nur langsam und jeder Schritt kostete sie viel Kraft. Das Alter nagte an ihr. Die alte Frau setzte sich neben sie ins Gras.
Naboru versteckte das Gesicht in den Händen. "Ich weiß es! Ich habe es von Anfang an gewusst!"
Maaku sagte nichts, schwieg nur.
"Ich bin das Letzte!", schluchzte Naboru. "Ich habe Ganon verraten und jetzt den Helden der Zeit. Ich wusste was passieren wird und ich habe es Link verschwiegen!"
Sie wünschte sich Trost. Sie wünschte Maaku würde sie in den Arm nehmen und sagen, dass es nicht ihre Schuld war. Dass sie es sowieso nicht hätte verhindern können. Ihre Stimme war heiß und rau. "Jetzt ist es zu spät. Jetzt wird mein eigener Sohn das mit Link machen, was Ganon mir angetan hat!"
Wieder brach sie in Tränen aus. Sie wollten einfach nicht versiegen.
"Meinst du, Link wird es helfen wenn du weinst und bereust?", fragte Maaku.
Naboru nahm langsam die Hände vom Gesicht und wandte es der Frau zu.
"Ich bin genauso schuldig, denn ich war es, die so viele in den Tod geschickt hat. Ich wollte Ganon töten lassen, um genau dies zu verhindern! Ich wusste bescheid und doch habe ich die Chance nicht genutzt, die ich vor vielen Jahren hatte! Die einzige Chance alles zu verhindern! Ich habe es einfach nicht über mich gebracht."
"Was meint Ihr damit?"
Maaku hob den Blick zum Himmel. "Es nützt nichts wenn wir uns Vorwürfe machen! Nicht wir sind es, die nun leiden - Link ist es!"
An jenem Tag…
An jenem Tag, als das Schicksal seinen Lauf nahm…
Saßen Link und Kim am Ufer des großen Teiches im Park…
Sie saßen zusammen…
Und es sollte ihr letzter Augenblick sein, indem sie sich nicht als Feinde gegenüberstanden…
Kims Kopf lag auf ihrem Schoك, er hatte die Augen geschlossen.
Leicht und sanft ließ Link ihre Fingerkoppeln über sein Gesicht gleiten. Ihre Haut glitt über seine Nasenspitze …über seine Wangen …über sein Kinn…
ـber seine Lippen…
Er spürte die Berührung. Er roch ihren Duft. Und er fühlte die Wärme, die von ihrem Körper ausging.
"Und du kommst wirklich nicht zum Basketball?" Er öffnete die Augen.
Sie lächelte und erwiderte: "Wie oft denn noch? Ich habe einen wichtigen Termin! Den kann ich nicht so einfach verschieben!"
"Warum nicht?"
"Was ist denn so bedeutend, dass ich ausgerechnet heute zum Basketball kommen muss?"
Er antwortete nicht sofort. Er ließ sich Zeit und schloss erneut die Augen. "Nichts… Ich will einfach, dass du heute den ganzen Tag bei mir bleibst…"
"Aber das dauert doch nicht lange! Danach komme ich sofort zum Sportplatz, einverstanden?"
Noch immer öffnete er die Augen nicht, als er sagte: "Na gut."
Sie beugte sich so gut sie konnte zu ihm herunter.
Dann spürte er ihre Lippen auf den Seinen. Sie waren weich und warm.
Er spürte wie ihre glühende Zunge die Seine streichelte.
Und er wünschte sich dieser Moment würde niemals vergehen…
Link setze sich auf und tippte ungeduldig gegen seine Schulter. "Ich muss langsam los!"
Mit einem missbilligenden Seufzen und äußerstem Widerwillen ِffnete er die Augen und setzte Kim knirschte mit den Zähnen und rieb seine linke Hand. "Es ist mir nicht entgangen." Er ging zum Ufer des Teiches. Doch es war nicht seine Gestallt, die sich im Wasser spiegelte. Es war ein Junge, der ihm aufs Haar glich - nur dieser Junge war von der Sonne dunkelbraun gebrannt und hatte kleine weiße Flecken auf der Nase.
Kim schloss die Augen. Der Wind wehte stärker, zischte durch die Kronen der Bäume und wirbelte das Laub auf.
Du weist was du zu tun hast?
"Meister…" Kims Stimme war eiskalt. "Dieser Tag - ist der Anfang vom Ende!"
Er öffnete die Augen. Sie waren blutrot mit den schmalen schwarzen Pupillen. Der Wind brauste übers Wasser und ließ das Spiegelbild verwischen.
Doch es war zu hören…
Ganons Lachen…
plötzlich taucht Rauru der Weise des Lichts vor mir auf. „ Link du musst dein Master-Schwert dein Sohn Davin geben denn Ganon wird bald kommen!“
„ Rauru Ganon ist schon da schau hinter dir... pass auf Rauru neinnnnnnnnnnnnnnn!!“
„ ahhhhhhhhhhh hilfeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee! Link dein Sohn muss nun 7 Jahre in die Zukunft reisen genauso wie du es vor 7 Jahren gemacht hast er muss Hyrule retten!“
„ Nein ich will nicht das er genauso leiden muss wie ich, Nein er soll diesen grauen nicht erleben lass ihn in Frieden er soll ein gutes Leben haben und nicht in Angst leben! Und außerdem können wir Ganon hier bekämpfen oder nicht? Rauru lebst du noch?????????“
„ Ich ....... äh diese Schmerzen Ganon hat ein Fluch auf mich losgelassen. Ich glaub ich muss gehe....!“
„ wie musst du gehen????? Rauru nein bitte sei nicht tot wir brauchen dich!!!!!!!!!!!!!“ ...


1. Kapitel
"…schon seit drei Wochen wird die 15-jährige Link Thelen vermisst…" Ein großes Foto von Link wurde eingeblendet und die Nachrichtensprecherin fuhr fort: "Die Polizei fahndet noch immer, vergrößerte das Suchgebiet bis auf 10 Kilometer, doch bislang fehlt jede Spur. Mein Kollege ist vor Ort und wird sie weiter informieren..." Das Bild der Nachrichtensprecherin wurde kleiner und machte einem anderen Platz. Ein Mann, der ein breites, gelbes Mikrofon in der Hand hielt. Und neben ihm stand ein Mann mit Eintagsbart, dicke, schwarze Augenringe untern den Lidern und in einem braunen Mantel gehüllt. Im Hintergrund liefen Polizisten auf und ab. Manche mit Spürhunden an der Leine.
"Ja, die Polizei sucht auch bereits mit Helikoptern, noch ohne Erfolg. Ich habe hier den ermittelnden Detektiv neben mir. Mr. Martins, gibt es immer noch keine Spuren?" Mr. Martins räusperte sich. "Leider nicht. Darum ist es sehr wichtig, dass die Gemeinde mithilft." Der Detektiv sah starr in die Kamera. "Wenn Ihnen irgendetwas Merkwürdiges auffällt melden Sie das bitte umgehend der Polizei!"
"Mr. Martins.", erwiderte der Reporter. "Es geht das Gerücht um, dass die örtliche Behörde die Hoffnung schon aufgegeben…"
"Zu meinem Bedauern muss ich das bestätigen.", unterbrach der Detektiv. "Wir bezweifeln, dass wir das Mädchen lebend finden, aber noch ist alles offen…" Kurzes Schweigen.
"Glauben Sie, dass das Verschwinden des Mädchens irgendetwas mit dem Mord an ihrem Großvater zu tun hat?"
Erneut räusperte sich Martins. "Ja, das kann nicht ausgeschlossen werden, da-"
Benny schaltete den Fernseher ab.
Mr. Martins, dieser sogenannte Detektiv, war bereits einige Male bei ihnen gewesen und hatte sie befragt. Hatte ihm immer und immer wieder dieselben Fragen gestellt.
Wann er Link das letzte Mal gesehen hatte…
Ob Großvater schon tot war, als er ankam…
Was er gesehen hatte…
Ob er einen Verdacht hatte… Einen Verdacht? ER WUSSTE WER ES WAR!!!
Er kannte den Täter doch!
Er blickte zum Esstisch, der auf der gegenüberliegenden Seite des Zimmers stand. Seine Mutter saك dort, das Gesicht in den Händen verborgen. Man konnte sie leise schluchzen hören. Sein Vater saß ihr gegenüber und blätterte in der Zeitung.
Noch immer waren täglich Berichte über Lins Verschwinden zu lesen. Und Tag für Tag stand immer Neueres darin. Immer ausgefallener und mysteriöser wurden die Gerüchte. Da weder Fingerabdrücke, noch sonstige DNA-Spuren gefunden wurden. Wieder stieg blanker Zorn in ihm auf. Er ballte die Hände zu Fäusten.
Mit einem Ruck stand er auf. Er setzte sich an den Küchentisch. "Aber Mama, Papa! Es war Kim! Ich weis es!"
Seine Mutter nahm die Hände vom Gesicht. "Bitte Benny. Hör auf damit! Ich weis ja, dass dich die ganze Situation stark getroffen hat. Ich verstehe dich. Aber du musst verstehen, dass deine Fantasie mit dir durchgeht."
"Aber…"
Auch sein Vater ließ die Zeitung sinken. "Benny! Es gibt keinen Jungen namens Kim! Das bildest du dir nur ein!"
"Wieso könnt ihr euch nicht erinnern? Er war doch in unserem Haus!"
"Wir haben doch auch Mr. Koboshi gefragt, weil du gesagt hast, dass dieser Junge dort gewohnt hat. Aber er hat bestätigt, dass es ihn nicht gibt!"
Er stand so schnell auf, dass der Stuhl umflog. "Er hat eure Erinnerungen gelöscht!"
Auch sein Vater stand schnell auf und knallte die Faust auf den Tisch. "Geh in dein Zimmer! Wir brauchen nicht noch deine Geschichten zu hören!"
Die Mutter fing erneut an zu weinen.
Benny sah seinen Vater in die Augen.
"Und wasch dir endlich die schwarze Farbe vom Gesicht!", befahl sein Vater.
"Das geht nicht!", brüllte Benny, drehte sich um und rannte die Treppe hinauf. Aus seinen Augen kullerten salzige Tränen.
Doch er ging nicht in sein Zimmer, sondern in das neben an. Lins Zimmer.
Leise schloss er die Tür und warf sich aufs Bett.
Wenn er doch nur wüsste was er tun konnte. Seine Verzweiflung trieb ihn in den Wahnsinn, er -
Jetzt öffne dich…
Die Stimme lispelte so leise in seinem Ohr, dass er sie nicht erkannte. Benny blickte sich verwundert im Raum um.
Hatte er sie sich nur eingebildet? Hä?
Was war das gerade gewesen? Hatte er geflüstert?
Nein, das hätte er gemerkt, außerdem warum sollte er sagen, dass sich irgendwas jetzt öffnen sollte? Seltsam.
Auf einmal war ihm übel. Sehr übel.
Sehr sehr übel…
Es kam ganz plötzlich.
Sein Kopf schmerzte, als spaltete er sich entlang der Schädeldecke.
Sein Gesicht brannte. Er legte die Hände aufs Gesicht - und fühlte, dass es nass war. Aber er schwitze doch gar nicht.
Benny nahm die Hände runter und starrte sie an…
Sie waren voller Blut!
Sein Magen blähte sich auf als wolle er sich von innen nach außen kehren.
Ihm war übel.
"Hilfe…", krächzte er mit leiser, heißer Stimme.
Er erbrach sich. Galle und Blut strömten auf den Boden.
"Hilfe…", krächzte er erneut. Um ihn herum drehte sich alles. Die Wände drehten sich wie in einem unnatürlich schnellen Karussell. Die Decke wurde zum Boden, der Boden zur Decke. Die Farben zerflossen und liefen ineinander.
"Hilfeeeeee!", schrie er aus ganzer Kraft.
Er hörte hektisches Getrampel auf der Treppe, die Dielen knarrten. Die Tür wurde aufgerissen. Zwei Schatten beugten sich über ihn.
"Benny!", kreischte eine Stimme.
Dann wurde es schwarz…
Frau Thelen umklammerte ihren Mann und weinte bitterlich. Ihre Augen waren schon rot und geschwollen und so müde, dass ihre Lider ständig auf und zugingen. "Was sollen wir nur tun? Erst Link und Vater …und jetzt Benny!"
Herr Thelen streichelte ihren Kopf. "Es wird alles gut werden, vertrau mir…", versuchte er seine Frau zu trösten.
Sie standen im Wartezimmer der Stadtklinik und warteten auf den Arzt.
"Es ist alles so schrecklich!"
Der Arzt kam herein und räusperte sich leise. Frau Thelen sah sofort auf und rannte ihn fast um. Sie packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn, wie ein frisches Lacken. "Was ist mit meinem Sohn? Was ist mit meinem Sohn?" Die Brille rutschte dem Arzt bis auf die Nasenspitze und drohte herunterzufallen und am Boden zu zerschellen.
Herr Thelen ergriff die Hände seiner Frau und drückte sie mit sanfter Gewalt zurück.
Der Doktor rückte seine Brille zurecht und wusste nicht was er sagen sollte, um die Frau zu beruhigen. "ähm… Frau Thelen, ihrem Sohn geht es einigermaßen..."
"Was heißt einigermaßen?", fragte sie hysterisch. "Sagen sie mir, was er hat!"
Sie wollte wieder die Hände heben, doch ihr Mann hielt sie zurück.
Wieder räusperte sich der Arzt. "Nun, wir konnten nichts feststellen. Nun…" Und wieder räusperte er sich.
"Was ist mit ihm? Sprechen sie doch bitte endlich!", flehte nun auch Herr Thelen.
Der Docktor senkte traurig den Blick. "Er liegt im Koma…"
"Neinnnnnnnn…", schrie die Frau. Herr Thelen nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich…

Es war eine kalte, klare Nacht. Der Vollmond schien vom Himmel, umsäumt von Milliarden Sternen. Das Krankenhausgebäude war groك und bestand aus dem Hauptgebäude, dem ِstlichen, und dem westlichen Flügel.
Der Gang für Patienten mit Schlaganfällen, Epileptiker und Komapatienten lag im Ostteil.
Im Zimmer 243 piepste ein Herzschlaggerät. Grüne Wellen verliefen gleichmäßig über dem Monitor. Von einem Plastikbeutel tropfte eine glasklare Flüssigkeit über einen Schlauch genau in die Vene, der rechten Armbeuge des Patienten.
Ein weißlicher Schlauch verlief auch über den Lippen und lief in die Nasenlöcher.
Ein winziger roter Punkt leuchtete über dem Bett. Auf dem Knopf war eine Krankenschwesterkappe mit einem Kreuz aufgemalt.
Das Mondlicht fiel durch das dunkle Zimmer genau auf die kleine Gestallt, die noch kleiner wirkte in dem hohen Krankenbett.
Es war ganz still.
Das Gesicht der kleine Gestallt war verbunden und die Wunde, die quer über dessen Gesicht verlief, roch nach Desinfektionsmittel…
Plötzlich schien ein gleißend rotes Licht durch die Bandagen.
Sie rissen auf! Der Schnitt leuchtete und tauchte das gesamte Zimmer in glühendes Rot.
Aus der Wunde trat ein schwarzer Rauch auf, der das Zimmer einhüllte. Er legte sich auf die Fensterscheiben und verbannte das Mondlicht. Er hauchte durchs Schlüsselloch und die dünnen Spalten der Tür und legte sich auf den Gang.
Er durchdrang den Herzschlagmesser und legte ihn lahm. Er hüllte die Schläuche ein und schmolz sie weg. Er brachte den Beutel zum Platzen -
Bennys Augenlider schossen nach oben. Sein Atem ging schnell und rasend. Er konnte sein panisches Atmen hören. Sein ganzer Körper brannte, als stünde er in Flammen. Die Schmerzen durchdrangen ihn, bohrten sich durch seine Eingeweide.
Er schrie, aber aus seiner Kehle drang kein Laut. Es war stockdunkel, er konnte nichts sehen.
Benny fühlte jeden einzelnen Knochen in seinem Leib. Die Qual schwoll an und er wand sich in den Lacken, in denen er eingehüllt war. Erneut ِffnete er den Mund um zu schreien. Er wollte nach Hilfe rufen, jemand, der ihm helfen konnte. Sein Hals tat weh. Es kam ihm vor, als wären seine Hände und Füße gefesselt, als würde man ihn auseinander ziehen.
Er walzte sich auf dem Bett, drehte und wendete sich und versuchte zu schreien. Mit einem Schlag setzte seine Stimme wieder ein und er schrie.
Die Stimme klang so tief und fremd… Das war nicht seine eigene Stimme.
Doch er schrie weiter und der Schmerz hämmerte immer stärker in seinen Gedanken. Er strampelte mit den Füßen, hämmerte mit den Fäusten auf das Kissen ein.
Um seinen Körper spannte sich etwas. Er riss sich den Krankenhausumhang vom Leib. Etwas schnitt in sein Becken, dann hörte er etwas zerreisen und der Druck ließ nach.
In diesem Moment hörte der Schmerz auf.
Einfach so…
Nur sein Gesicht brannte noch, entlang der schwarzen Linie.
Benny setzte sich auf. Ihm war schwindelig und schlecht. Vorsichtig setze er einen Fuك auf den Boden.
Sein Fuß knickte ab und er verlor das Gleichgewicht. Er knallte auf den Fließen auf. Was war das denn?
Der Boden fühlte sich so glatt und ununterbrochen an. Nicht wie der Parket bei ihm zu Hause. Also war er an einem anderen Ort.
Benny rappelte sich wieder auf und tastete durch die Finsternis, suchte den Lichtschalter.
Seine Hände berührten die Wand und glitten daran entlang.
Wo war dieser verflixte Schalter? Er irrte im Zimmer herum. Bis seine Hände nicht mehr den Putz fühlten, sondern Kunststoff! Eine Tür!
Er tastete nach oben, der Türklinke entgegen.
Aber da war keine! An der Tür war keine Klinke!
Er geriet in Panik. War er eingesperrt? Wo war er? Er konnte sich nur daran erinnern, dass er auf Lins Bett zusammengebrochen war.
Seine Hände fuhren unkontrolliert über den Kunststoff - und stießen auf etwas. Es fühlte sich nach Plastik an… Es war tatsächlich ein Griff!
So weit unten? War dieses Zimmer etwa für Kinder eingerichtet?
Benny drückte die Klinke nach unten. Die Tür schwang auf.
Leises Tropften war zu hören. Vorsichtig trat er einen Schritt hinein.
Der Boden war kein PVC-Boden mehr, sondern kalte Fließen. Unweigerlich zuckte er zusammen. Das musste ein Badezimmer sein.
Er tastete auf die rechte Seite, neben der Tür. Endlich fand er einen Lichtschalter und drückte ihn herunter. Gleich darauf, glühte der Wolframdraht der Deckenlampe auf und tauchte den Raum in helles Neonlicht.
Er schloss geblendet die Augen. Das Licht drang durch seine Lider. Benny senkte den Kopf und blinzelte. Seine Augen gewöhnten sich nur kläglich an das Licht. Aus dem Augenwinkel erblickte er ein weißes Klo und eine winzige Dusche.
Also doch ein Bad. Aber wo?
Neben dem Klo bemerkte er eine Behindertenstütze und einen kleinen Roten Knopf, der leuchtete. Also im Krankenhaus …vermutete er…
Sein Kopf pochte noch dumpf. Schritt für Schritt arbeitete er sich nach vorne, zum Waschbecken. Mit den Händen stützte er sich daran ab und hob langsam den Kopf.
Ein Spiegel war darüber angebracht und er sah hinein -
Aus seinem Gesicht wich die Farbe. Blankes Entsetzen ergriff Besitz von ihm. Sein Kopf war mit einem Male leer.
Es war nicht er, den er im Spiegel sah! Nein! Das war nicht er!
Ein Junge mit blondem, kurzem Haar und tiefblauen Augen starrte ihm entgegen. Doch dieser Junge war nicht sein Spiegelbild - dieser Junge war fast erwachsen! In Link Alter! Aber keine 8 Jahre!!!
Er sah an sich herab. Seine Hände, seine Füße waren größer. Seine Schenkel und Arme gewachsen. Seine Schultern und seine Brust breiter, genauso wie sein Becken.
Die blaue Unterhose war an der Nat aufgeplatzt. Er riss sie ganz herunter.
Gott, er hatte Haare am…
Er war gewachsen! Innerhalb einer Nacht war er um mindestens sechs Jahre gealtert!
Benny sah wieder in den Spiegel.
Der schwarze Strich war größer geworden…
Benny betastete ihn. Schmerz durchzuckte ihn.
Was sollte er jetzt tun? Er konnte so nicht zu seinen Eltern zurück. Sie würden ihn nie im Leben erkennen! Er war erst acht und sah aus wie fünfzehn!
Tränen liefen über sein Gesicht. Er klappte den Klodeckel herunter und setzte sich drauf. Verzweiflung war das Einzige was er fühlte. Er war nicht mehr er selbst. Er war nicht Benjamin Thelen, sondern ein verzweifelter nackter Jugendlicher.
Er weinte noch eine ganze Weile. Bis auf einmal das silbrige Licht des Mondes wieder durch das große Fenster, des angrenzenden Zimmers fiel.
Verwundert sah er auf. Die Dunkelheit hatte sich verzogen. Benny erhob sich, schaltete das Licht aus und trat wieder in das Krankenzimmer. Wie tanzende Schatten hoben sich die Silhouetten aus der tiefen Finsternis hervor.
Der Herzschrittmesser war abgestürzt, der Bildschirm vollkommen dunkel und leer.
Auf dem Gang war es hell, doch er hörte nichts. Keine leisen Seufzer von Patienten, die in Nebenzimmern lagen. Kein Geklapper von Schritten auf dem Gang, das die Nachtschwester ankündigte. Kein Surren der langen Neonlampen.
In diesem Moment der ewigen Stille und Finsternis - entschied er sich…
Benny entschloss sich dazu - zu handeln!
Er musste etwas unternehmen. Jetzt erst recht.
Er wollte Lin retten, so wie sie ihn gerettet hatte!
Und er würde sein Leben dafür riskieren, so wie sie ihres!
Felsenfest ging er hinüber zum Schrank. Tatsächlich, wie er vermutet hatte, lagen darin einige seiner Kleidungsstücke. Seine Mutter hatte sie sicher dort hineingelegt.
Benny zog eines nach dem anderen heraus und versuchte sich hineinzuquetschen, aber es war unmöglich. Er war zu groß und breit geworden…
Seufzend ließ er eines seiner weitesten T-Shirts auf den Boden fallen. Er musste zusehen, dass er erst einmal irgendwo Sachen herbekam, die ihm passten!
Zur Not tat es auch der Bettbezug. Benny streifte ihn von der Decke ab und sah sich nach etwas spitzem um. Er suchte in den Schubladen des Schrankes, auf dem Brett über dem Bett und noch in dem Fach des Nachttisches. Und dort fand er was er suchte. Eine kleine Schere. Sicher auch von seiner Mutter. Sie bestand immer darauf auch wirklich alles Lebensnotwendige bei sich zu haben. Alles was man auch nur im geringsten Falle gebrauchen konnte. Schnipp für Schnipp schnitt er unten etwas ab, drei Löcher in den Stoff und stülpte ihn sich über.
Nur noch die Füße, die Arme und der Kopf lugten heraus.
Nur langsam und zögerlich schritt er zum Fenster und ِffnete es. Kalte Nachtluft blies ihm ins Gesicht. Durch seine Nase spürte er wie sie sich bis in seine Lungen zog. Kalt und schneidend wie sie war. Er fröstelte.
Mit zusammen gekniffenen Augen sah er hinunter. Er war im dritten Stock, schätze er. Aber wie sollte er da hinunter kommen? Unbemerkt durch das Gebäude bis zum Ausgang zu kommen, dass gelang noch nicht einmal einer Fliege.
Dennoch hatte er Glück! Sein Fenster war ganz außen - und eine Regenrinne verlief dort. Er stellte sich auf das Fensterbrett und sah nach unten. Der weit unter ihm liegende Asphalt drehte sich, ihm wurde übel. Panisch klammerte er sich an den Rahmen und schluckte. Er war nie besonders mutig gewesen und das änderte sich auch nicht nur weil der legendäre Held der Zeit sein Vorfahre war. Lin war die Mutige und Temperamentvolle aus der Familie, nicht er!

Nochmals schluckte er und lehnte sich hinaus, der Rinne entgegen. Erst packte er sie mit einer, dann mit zwei, und pendelte hilflos in der Luft zwischen Fenster und Rinne. Ganz langsam hob er das erste zittrige Bein und suchte Halt. Benny verlegte das Gewicht auf das Bein. Gut, er hatte genug Sicherheit. Das Zweite folgte - jetzt stand er komplett auf der Rinne. Er holte noch einmal tief Luft und begann den Abstieg.
Für jeden Schritt ließ er sich sehr viel Zeit und suchte bis es ausgeschlossen war, dass er abrutschen konnte. Er ermahnte sich immer wieder nicht nach unten zu sehen -
Jäh rutschte sein Fuß tatsächlich aus! Er kreischte auf und versuchte panisch neuen Halt zu gewinnen, was ihm gleich gelang. Benny atmete schnell und hörbar, konnte sein Herz in den Ohren rauschen hören. Nun wandte er den Blick doch nach unten. Wieder wurde ihm schwindelig, aber er hatte wenigstens schon die Hälfte hinter sich. Noch langsamer und sorgfältiger als zuvor kletterte er weiter und weiter.
Bump - sein Fuß tippte auf den Boden.
Er war wirklich schon auf dem Boden? Benny sah nach unten. Wirklich!
Er setzte auch den anderen Fuك ab und ließ die Rinne los. Erleichterung erfüllte ihn. Seine Handflächen waren rot und voller Blasen und Schürfungen.
So musste Lin sich damals gefühlt haben.
Egal, erst musste er sich anständige Kleidung besorgen und zwar bevor es hell wurde! Kurz überlegte Benny in welche Richtung er laufen sollte, dann beschloss er in die Boutique "Cool for Young" zu gehen. Dort kauften so ziemlich alle Teenager und Jugendlichen ein. Von dort schwärmte Lin immer wie toll die Klamotten dort waren. (Das es sauteuer war erwähnte sie in Gegenwart ihres Vaters nie, weil sie alle wussten wie empfindlich er aus das Thema Geldausgeben reagierte.)
Dort musste er doch etwas finden. Er wandte sich nach Westen.
Niemand begegnete ihm, die Straßen waren wie ausgestorben. Ab und zu fuhr ein vereinzeltes Auto vorbei, doch er hielt sich immer im Schutz der Dunkelheit…
Die dicke, zweiflügelige Glastür war fest verschlossen, aber das ließ sich ändern.
Benny sah sich verstohlen zu allen Seiten um. Seine Hand huschte über die Schlüssellöcher. Ein kurzer grüner Blitz zapfte hervor und mit einem Klick ging die Tür auf. Noch einmal sah er sich um und ging hinein.
Oh, Gott - er war ein Einbrecher! Er war zu einem schmierigen Dieb geworden!
Aber es war ja nicht seine Schuld! Er hatte nicht zu einem 15-jährigen werden wollen! Naja, jedenfalls erst in sieben Jahren!

Er wandte sich in die rechte Ecke. Dort war die Jungenabteilung.
Erst mal brauchte er anständige Unterwäsche. Benny wühlte an einem Kleiderständer herum, der mit sehr komischen Unterhosen behängt war. Auf diese Sachen traf das Wort Unterhose wörtlich zu! Das Zeug war so groß wie eine kurze Hose. Er nahm stark an, dass man so etwas fachsprachig Boxershorts nannte. Er wählte eine Rotblaukarierte, entfernte den Preis und zog sie an.
Am besten war es, sich mehr zu nehmen. Er wusste schließlich nicht, wohin ihn seine erzwungene Reise führen würde. Er sollte sich etwas Langes und etwas Kurzes nehmen, nur für alle Fälle.
Da fiel ihm ein … welche Größe hatte er jetzt? Benny hatte es vorher schon nicht gewusst (seine Mutter hatte immer die Klamotten für ihn gekauft), wie konnte er es in dieser Größe wissen?
Wahllos nahm er eine Hose nach der anderen, die seiner Meinung nach so ungefähr passen könnte. Die eine war zu klein, die andere zu groß. Die eine saß so eng, dass sie ihm in den Hintern schnitt, die andere schlabberte unkontrolliert um seine Beine.
Nein! Er brauchte ein bequemes und praktisches Model! Am besten mit extra vielen, großen Taschen!
Benny suchte, bis er eine Hose fand, die alle seine Anforderungen erfüllte. Endlich!
Danach nahm er sich einen riesigen Stapel voller T-Shirts und Pullover, und ging zu einer Kabine. Er streifte sich das Bettlacken ab und knipste eine Lampe an. Das Licht erfüllte die enge Kabine und blendete ihn.
Link hatte immer von diesem Geschäft geschwärmt. Die Kabine sei ja so perfekt erleuchtet, damit man wirklich sich sicher werden konnte, wie einem etwas stand und ob man es wirklich haben wollte. Noch dazu sei eine zusätzliche Lampe an die Seite gebracht worden, die jeder Kunde selbst ein- und ausschalten konnte.
Jetzt sah sich Benny in seiner ganzen Größe. Er machte große Augen.
Sein Körper war hoch und schlank. Seine Schultern aber breit und muskulös. Ebenso wie Brust und Beine. Der Anblick faszinierte und beängstigte ihn zugleich.
Die Hose war in kakigrün mit großen Taschen an den Knieseiten, gehalten von einem schwarzen Gürtel mit silberner Schnalle. Auch Jungs gehen shoppen
Schnell griff er nach einem T-Shirt, zog es sich über und betrachtete sich. Hm …nein. Das auch nicht, das auch nicht, das erst recht nicht, na ja das auch nicht…
So ging es eine Weile hin und her. Er hatte gar nicht gewusst wie wählerisch er war. Das Nächste war ein schwarzes Ärmelloses. Es saß hauteng, so dass seine Muskeln sich davon abzeichneten. Wow, das gefiel ihm!

Er wurde rot bei seinem Anblick.
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Das gleiche lange Probieren war auch bei den Pullovern. Benny wنhlte einen Beigefarbenen mit einem schwarzen Drachen auf dem Rücken und einer Kapuze. Jetzt war er zufrieden und komplett ausgestattet, was die Kleidung betraf.
Er knipste die Lampe wieder aus und verlieك das Gebنude wie er es betreten hatte. Naja, nicht ganz. Fürs Aufrنumen hatte er keine Zeit mehr gehabt.
Benny warf das Bettlacken in den nنchstbesten Mülleimer. Jetzt musste er nach Hause. Aber…
Konnte er seinen Eltern etwas sagen? Würden sie ihn als seinen Sohn erkennen, oder ihn als Fremden bezeichnen? Seine Mutter hatte zu viel schon durchmachen müssen, das konnte er ihr nicht antun. Er würde ihnen nichts sagen.
So schnell er konnte, rannte er nach Hause.
Die verschlossene Haustür bekam er auf dieselbe Art auf wie die des Geschنfts. Leise und langsam schlich er den Flur entlang. Da fiel ihm ein, dass er Schuhe vergessen hatte! Zu dumm! Er überlegte.
Lins Schuhe waren ihm sicher zu klein. Die Schuhe seines Vaters zu groك.
Aber vielleicht passten ihm ja die Schuhe seiner Mutter! Sie hatte schon immer riesige Füكe gehabt. Grِكe 41 oder so.
Benny schlich in Lins Zimmer, ِffnete ihren Schrank und holte einen groكen Rucksack hervor. Was kِnnte er so brauchen?
Er packte eine handvoll Stifte ein. Ihren Geldbeutel, den sie in einer ihrer Schreibtischschubladen hatte und ein Bild, das sie ihn Nahaufnahme zeigte.
Dann hob er das Bett zur Seite weg. Er wusste, dass Lin unter einer losen Diele ihre Schنtze, wie sie es gerne nannte, aufbewahrte.
Vorsichtig hob er die Diele an und nahm den alten Schuhkarton, der darunter verborgen war, an sich. Mit nassen Augen setzte er sich auf die Bettkante und ِffnete den Deckel. Er fand so viele kleine Dinge darin, die seiner Schwester viel bedeuteten.
Ihr erster Milchzahn, den sie in einen kleinen Samtbeutel aufbewahrte. Fotos in schwarzweiك, die ihre (und seine) Groكeltern bei ihrer Hochzeit zeigten und ihre Mutter, als sie noch ein kleines Kind war. Farbfotos von der Hochzeit ihrer eigenen Eltern. Seine Mutter hatte ihm oft davon erzنhlt. Er musste plِtzlich schmunzeln, als er sich daran erinnerte, wie sie ihm erzنhlt hatte, dass ihre Trauzeugin ihr aus versehen den Reis ins Gesicht geschmissen hatte.
Auf dem Foto, als sie gerade aus der Kirche kamen und die Treppe hinab stiegen. Ihr Bauch war groك und rund. Sie hatten spنt geheiratet, warum hatten weder Mutter noch Vater jemals erwنhnt. Aber sie war schwanger gewesen, mit Lin.
Sie bewarte auch ihre Murmel und Steinsammlung darin auf. Als sie noch kleiner gewesen waren, hatte sie ihn in der Gegend rumgestreift, auf der Suche nach schِnen Steinen. Und klein und entdeckungslustig wie er war, hatte er sich gefügt und alles getan was sie ihm befohlen hatte.
Er entdeckte das weinrote Buch und zog es heraus. Ihr Tagebuch.
Benny hatte es früher immer witzig gefunden es zu suchen, wenn sie nicht da war und am Frühstückstisch daraus, natürlich reinzufنllig, zu zitieren. Lin hatte sich jedes Mal aufgeregt und wنre ihm am liebsten an die Gurgel gesprungen oder hنtte ihn mit Haut und Haaren gefressen. Er hatte dann immer gekreischt und sich hinter seiner Mutter versteckt.
Er blنtterte darin herum. Sie hatte vor Jahren aufgehِrt es Tag für Tag zu führen. Stattdessen hatte sie vieles andere unsinnige Zeug hineingeschrieben - und hineingelegt. Getrocknete Efeublنtter lagen zwischen den Seiten.
Und Zeichnungen?
Grafiken von immer demselben Turm. Ein riesiger Turm, der die Hِhe eines Wolkenkratzers erreichte. In den Wنnden waren alte Runen eingeritzt. Die gleichen Runen, die er im Geistertempel gesehen hatte!
Stromkabel liefen daran herauf und er war schwarz - schwarz schimmernder Marmor.
Und unter jedem Bild - der gleiche Satz:
Finde mich schnell, bevor die Welt für immer verloren ist. Gruك, Kim
Bennys Gesicht war bleich geworden und sein Mund stand offen. Wut kochte in ihm. Woher wusste Kim von diesem Versteck? Von dieser Schuhschachtel? Von dem Tagebuch? Er schloss das Buch und steckte es in den Rucksack.
Dann trippelte er in die Küche und stopfte drei 1,5 Literflaschen Apfelsaft und eine groكe Menge Riegel und Kekspackungen hinein. Hinter der Tür in der Küche hing ein Kalender. Mutter hatte es sich irgendwann, vor Jahrhunderten, zur Aufgabe gemacht jeden vergangenen Tag zu streichen. Er wusste, dass es Donnerstag gewesen war, als er zusammengebrochen war. Jetzt war es schon Samstag! Er war zwei volle Tage bewusstlos gewesen!
Wie schnell die Tage vergangen waren, in denen er nichts getan hatte. Er schنmte sich für seine Schwنche und seine Furcht.
Im Flur ging der Schuhschrank mit einem leisen Quietschen auf. Er entschied sich für ein beiges Paar Turnschuhe mit dicken schwarzen Schnürsenkeln.
Einen allerletzten Blick warf er in den Flur.
"Mama… Papa…" Seine Stimme war ein heiكes Flüstern.
Er verlieك das Haus - und er sollte es so nie wieder sehen…
Die Bank stand immer offen, natürlich! Schlieكlich musste man ja auch nachts um halb vier zum Automaten und Geld abheben.
Hastig zog Benny den Geldbeutel aus dem Rucksack, zusammen mit dem Buch. Ebenso hastig blنtterte er darin herum. Irgendwo musste sie doch stehen, die Geheimnummer. Er wusste, dass sie alles - wirklich alles - in diesem Buch notierte, was sie sich unbedingt merken musste. Aha! Da war sie. Es stand sogar Kontonummer darüber.
Er schob die Karte in den Schlitz, gab die Nummer ein und wartete.
Mehrere Auszahlungsbetrنge erschienen, und in der rechten unteren Ecke die Aufschrift: Kontostand. Benny drückte den passenden Knopf. Sie hatte über fünfhundert Euro auf dem Konto. Da konnte er getrost hundert abheben.
Bevor er den Button drückte, faltete er die Hنnde, sah nach oben an die Decke und flehte Lin an ihm zu verzeihen. Er hنtte ja von seinem eigenen Konto abgehoben - aber er war erst acht! Er hatte noch keine eigene Karte, zumindest nicht, dass er wüsste. Ein Fünfziger, zwei Zwanziger und ein Zehner wurden vom Automaten ausgespuckt. Gut, das genügte für den Anfang.
Als er wieder auf der Straكe stand, blickte er sich verzweifelt um. Wo sollte er hin? Wo sollte er anfangen zu suchen? Wenn er doch nur einen Anhaltspunkt hنtte!
Benny hatte den Turm vor Augen. Aber auf der Zeichnung war nur der Turm gewesen, auf einem steinigen Grund. Stand er also an einer Klippe? Auf einem Berg?
Er entschied sich, erst einmal in die groكe Stadt zu gehen. Also bog er zum Bahnhof ab…
Es war kaum jemand in der groكen Wartehalle. Ein paar Penner lungerten herum, oder schliefen auf den Bنnken, mit Zeitung zugedeckt. Eine Gruppe junger Erwachsener stand am Rande und lachte und nuschelte betrunken. Auch sah Benny einen Mann, im Anzug, der seinen ledernen Aktenkoffer umklammert hielt, als rissen unsichtbare Hنnde daran.
Von weitem sah er schon die Lichter des Zuges. Er hatte sich vom Automaten eine Fahrkarte gekauft. Jetzt stand er da. Ein kleiner نngstlicher Junge, dessen Schwester entführt wurde - von ihrem eigenen Freund! Auكerdem war da noch die Bedrohung der Erde! Und er sollte das verhindern? Er pinkelte doch noch nachts ins Bett! Er war nicht mutig, er gehِrte zu der Sorte Jungen, die von groكen Kerlen bedroht wurden und denen das Pausenbrot abgemurkst wurde. Aber er musste stark sein! Er hatte schon einmal geholfen einen Untergang zu verhindern und war dem Tod entkommen - er schaffte es wieder. Mit dem Monolog in seinem Kopf versuchte sich Benny Mut zu machen und sich selbst gut einzureden.
Der Zug in die Stadt fuhr in den Bahnhof ein. Mit einem schrillen Ton kam er zum Stillstand. Der Mann mit dem Aktenkoffer stieg ein, Benny folgte ihm. Doch der Gentleman wandte sich nach links, zu dem Wagon erster Klasse. Benny hatte das billigste genommen - dritte Klasse. Er wandte sich nach rechts und arbeitete sich durch. Die Abteilungen wurden immer ungeschmückter, schlichter und enger. Er war in der dritten Klasse und er war allein. Benny suchte sich den schِnsten und saubersten Platz am Fenster aus und legte den Rucksack auf den Nebenplatz. Die Nacht war immer noch vollkommen und undurchdringlich. Vor dem Fenster tanzten Licht und Schatten um die Wette und rangen um die grِكten Stücke.
Der Zug setzte sich in Bewegung. Langsam fuhr er an und wurde immer schneller. Bis die Umgebung, vor dem Fenster, zu einem verschwommenen und verwischten Bild wurde. Benny seufzte und drückte sich noch fester in das Polster der Rückenlehne. Er fühlte sich, als sei er in einem Film. In einem Film, der von einem Jungen handelte, der von zu Hause abhaute. Und er spielte diesen Protagonisten. Ein dicker, verschlafener Schaffner betrat das Abteil. "Guten Abend", sagte er müde und mit ironischem Ton. Er musterte Benny neugierig und misstrauisch zugleich. "Sollten Kinder in deinem Alter nicht schon im Bett sein? Hast du morgen nicht Schule?"
"Morgen ist Sonntag.", gab Benny bissig zurück. "Auكerdem bin ich gerade auf dem Heimweg!"
"Na gut…", brummte der Schaffner. "Dann, Fahrkarte bitte."
Benny reichte ihm das kleine Stück Papier. Der dicke Mann prüfte es übertrieben sorgfنltig und stempelte es schlieكlich ab, ehe er seine Runde fortsetze. Nun war Benny wieder allein.
Er zog einen Riegel aus dem Rucksack und mampfte ihn mit Appetit. Erst jetzt war ihm bewusst, welch groكen Hunger er hatte. Auch zog er das Buch und einen Stift heraus. Benny wollte sich spنter mit den Zeichnungen befassen, er war im Augenblick zu müde. Nur wollte er noch…
LINK???
Schrieb er mit groكen Druckbuchstaben. Seine Hand rührte sich nicht.
LINK! BIST DU DA?
Dann bewegte sich seine Hand.
Sie kritzelte Kreise und Quadrate und Dreiecke auf das Blatt, aber keine Antwort. Wie auch. Immerhin bewegte er seine Hand bewusst.
Warum antwortete Link nicht? Jetzt, wo er ihn doch brauchte! Er musste ihm doch schreiben, was im Krankenhaus passiert war. Er hatte so viele Fragen.
Es hatte keinen Sinn. Die Augen fielen ihm immer wieder zu. Unordentlich stopfte er Buch und Stift wieder in die Tasche und den Müll in den kleinen Mülleimer.
Benny versuchte etwas zu Schlafen. Bis zur Stadt würden es ungefنhr drei Stunden dauern.
"Ich trنume… Das ist alles ein Traum! Ein grausamer Albtraum!"
Die Frau schrie und zog an ihren Haaren. Ihr Mann packte sie und versuchte sie zu beruhigen, doch sie schlug mit den Fنusten nach ihm. "Ich kann nicht mehr! Ich ertrage das nicht!"
Es war nicht einmal hell, als bei Frau und Herr Thelen das Telefon geklingelt hatte. Der Arzt war dran gewesen.
Und nun standen sie vor dem Krankenzimmer, in dem ihr Sohn hنtte liegen sollen. Der Eingang war mit gelben Plastikbنndern abgeriegelt und der Raum wurde von Polizisten und Spurentrupps untersucht. Sorgfنltig tasteten die Mنnner und Frauen mit den Latexhandschuhen den Raum ab und suchten nach Spuren. Und sie fanden den immer gleichen Fingerabdruck.
"Nun, wie es aussieht", informierte sie Mr. Martins. "Es scheint, der Entführer ist über die Regenrinne und durchs Fenster hineingelangt. Er hat das Zimmer verwüstet, ihren Sohn gewaltsam von den Gerنten gerissen und hat auf die gleiche Weise, mit dem Jungen natürlich, das Zimmer wieder verlassen. Der Tنter benutzte Handschuhe und Einlagen an den Schuhen." Mr. Martins rنusperte sich ausgiebig. "Allerdings ist das nur eine erste Vermutung."
Frau Thelen packte den Detektiv an den Kragen und würgte ihn. "Dann finden sie meinen Jungen! Verdammt! Was tun sie den ganzen Tag? Meine Tochter - und jetzt mein Sohn!"
Herr Thelen griff nach seiner Frau und drückte sie mit etwas stنrkerer Gewalt als letztes Mal zurück. "Bitte, Schatz. Du musst dich beruhigen."
Sie klammerte sich an ihn. "Was sollen wir nur tun?"
Wieder rنusperte sich Martins. "Also, wenn Sie meine Meinung hِren wollen - da hat es jemand auf Ihre Familie abgesehen. Haben Sie irgendwelche Feinde? Jemand der Sie bedroht? Jemandem, dem Sie es zutrauen kِnnten?"
"Das haben Sie uns schon alles gefragt! Und wir kِnnen auch jetzt nichts anderes sagen auكer Nein."
Plِtzlich sah Frau Thelen auf. "Was ist mit diesem…diesem Kim! Von dem Benny uns erzنhlt hat!"
Ihr Gatte seufzte traurig und schüttelte den Kopf. "Bitte Liebling. Fang du nicht auch noch an! Du musst jetzt ganz stark sein…"
"Und was ist, wenn es ihn wirklich gibt?"
"Wen meinen Sie?", mischte sich der Ermittler ein.
Frau Thelen wurde rot vor Aufregung. "Benny hat uns von diesem Jungen erzنhlt. Er heiكt Kim. Er soll aus der Vergangenheit…" Sie brach ab. Es war einfach zu absurd.
"Es ist irgendeine Fantasiegestalt unseres Sohnes. Er hat mit ihrer Manifestition versucht die schrecklichen Ereignisse zu verarbeiten."
"Aha. Erzنhlen Sie.", forderte Martins.
"Naja, da gibt es nicht viel. Anscheinend versucht dieser Junge die Welt zu zerstِren. Er kommt aus dem Mittelalter oder so. Benny hatte auch behauptet, dass er und Lin vor einigen Monaten in die Vergangenheit gereist sind und ihrem Vorfahren begegnet sind… Nun ja, sie verstehen, dass wir diese Geschichte nicht sehr ernst genommen haben."
"Voll und ganz.", erwiderte Mr. Martins. "Aber es ist verstنndlich. Ihr Sohn ist noch ein kleines Kind. Er versteht die Dinge nicht, die geschehen sind."
Sie unterhielten sich noch lange und ausgiebig. Mr. Martins versprach sie zu informieren sobald die Laborergebnisse bei ihm auf dem Schreibtisch landeten und sie über jede winzigste Neuigkeit sofort in Kenntnis zu setzten.
Herr und Frau Thelen verlieكen das Krankenhaus. Er hatte einen Arm um die Schultern seiner Frau gelegt. Ihr langes, blondes Haar stand unordentlich in allen Richtungen ab und ihre Augen waren vor Müdigkeit und Weinen angeschwollen.
Er strich ihr eine Strنhne aus dem Gesicht. Sie sah ihn an.
"Es ist besser, wenn du eine Weile zu meinen Eltern fنhrst.", sagte er abrupt.
"Was?" Sie blieb stehen.
"Ich meine es ernst. Die ganze Sache macht dich vِllig fertig. Du musst dich unbedingt erholen, sonst brichst du noch zusammen."
"Aber! Unsere Kinder sind entführt worden! Das ist nicht…!" Sie war empِrt und enttنuscht.
Er legte beide Hنnde auf ihre Schultern und sah sie ruhig und auffordernd an. "Ich meine es ernst! Ich bleibe zu Hause und warte auf sie! Ich rufe dich an, sobald wir mehr wissen."
Sie sah ihn immer noch an. Ihre eigentlich groكen, runden Augen waren klein und trocken. Sie war müde und ausgelaugt.
"Glaub mir. Es ist das Beste für dich. Und ich schwِre dir, ich werde nicht zulassen, dass unseren Kindern etwas passiert!"
Lange standen sie so dar. Argwِhnisch starrte sie ihm in die Augen, doch er hielt ihrem Blick stand. Letztendlich nickte sie resignierend. "Vielleicht hast du recht… Aber versprich mir, dass du mich dort nicht versauern lنsst!"
"Es wird alles gut werden…"


2. Kapitel
Er versuchte vergebens gegen den schwarzen Schleim anzukنmpfen, der ihm am Arm emporkroch. Wenn er nur sein ؤuكeres wandeln kِnnte! Im Kِrper seiner 4-jنhrigen Gestallt konnte er nichts tun.
Der Dolch in seiner linken Hand bannte ihn, spuckte den schwarzen Schleim und verhinderte zugleich, dass er seine Magie freisetze.
Dennoch versuchte Link krampfhaft etwas zu unternehmen. Er hatte mit Benny Kontakt aufgenommen und die Verbindung zu seinem Nachfahren so unterdrückt, dass niemand auكer ihm Bennys Worte hِren konnte. Mit aller Macht versuchte Benny ihn zu warnen, aber er schaffte es nicht ohne sich dadurch zu verraten.
Auch verlieك ihn allmنhlich die Kraft. Link konnte seinem kleinen Schützling schon nicht mehr antworten.
Mit der freien Hand versuchte er verzweifelt den Schleim abzuschlagen und wieder nach unten zu schieben, doch die schwarze Masse breitete sich über seine Brust entlang aus.
"Ach, gib es doch endlich auf. Als kleines Kind kannst du dich sowieso nicht verteidigen!" Ganon hockte vor ihm auf dem ausgetrockneten Grasboden und stütze das Kinn in der rechten Hand.
"Mach den Fluch sofort von mir los!", schrie er mit seiner piepsgleichen Stimme auf. Ganon grinste. "Soll dass eine Drohung sein?"
"Nein, ein Befehl!"
Der groكe, rothaarige Knabe erhob sich. "Verzeiht, Eure Majestنt - Kِnig von Hyrule.", sagte er im spِttischen Tonfall.
Mittlerweile hatte der Schleim Link ganz eingenommen, nur sein Kopf war noch frei. Er spürte schon die kleinen Ranken, die sich um seinen Hals schlنngelten.
"Verschwinde! Ich will dich nie wieder sehen!", giftete Link und versuchte das panische Zittern in seiner Stimme zu verbergen. Doch es misslang.
Ganon verengte die Augen zu Schlitzen. "Ach, auf einmal?" Er beugte sich nach unten, packte Link an den Haaren und zog ihm den Kopf nach hinten, sodass der Junge ihm direkt ins Gesicht sehen musste. "Was willst du vor mir verheimlichen, Link?"
Der Schleim kroch über Links Wangen und Stirn und floss zنh sein Kinn entlang.
"Gar nichts!", zischte er zurück.
Jنh erklang eine Stimme - LINK???
Ganon fuhr überrascht auf und sah zum Himmel. Die schwache Jungenstimme, klang mechanisch und schien von überallher zu kommen.
LINK! BIST DU DA?
"Sieh mal an! Du kannst also Kontakt zu dem Bengel aufnehmen." Ganon riss noch stنrker an den Haaren, dass Link vor Schmerz aufschrie.
Ganon lieك ihn los. Sofort überdeckte die schwarze Masse seinen Kopf. Ganon rieb sich am Kinn und überlegte. "Nun, gut dass ich bescheid weis. Ich denke, dass kann mein Sohn zu seinem Vorteil nutzen."
Der Schleim floss über Links Mund und in seine Nasenlِcher hinein. Er hustete und rِchelte. Ganon blickte auf ihn herab, als hنtte er ihn erst jetzt bemerkt. "Du bleibst am besten in deinem wohl vertrauten Gefنngnis, so kommst du uns nicht in die Quere."
"Du…mieser…", keuchte Link.
Plِtzlich explodierte die schwarze Masse und schoss um ihn herum - und erstarrte mit ihm. Link war gefangen in einem schwarzen Stein, aus dem der winzige Dolch leuchtete.
"Wie schnell doch die Zeit vergeht, auf diesem blauen Planeten.", sagte Ganon zu dem Stein. "Ein paar Atemzüge hier, sind Tage - gar Wochen - auf der Erde…"
Die schwarze Leere lichtete sich. Langsam erwachte das Bewusstsein…
In ihrem Kopf drehte sich alles. Farben und Lichter schossen aus dem Nichts hervor und vermischten sich. Er pochte und schmerzte hِllisch, ihr Kopf.
Mit einem winselnden Seufzer hob sie schwerfنllig den Arm und legte sich die Handflنche auf die Stirn. Sie fühlte sich heiك an. Langsam ِffnete sie die Augen.
Ein schwaches Licht erfüllte den Raum. Es war herrlich warm.
Mühselig gewِhnten sich ihre Augen daran und behutsam spannte sie ihre Muskeln um sich aufzusetzen. Es schockierte sie, wie viel Mühe und Kraft es sie kostete. Es war als wنren ihre Muskeln zu schrumpeligem Brei geworden. Ihr wurde unheimlich schlecht und ein benommenes Gefühl lنhmte sie fast.
Lin drehte ihren Kopf vorsichtig von einer Seite zur anderen. Ihr Blick wanderte durch das Zimmer - nein, durch den Saal!
Das Zimmer war riesig und rund. Die Wنnde bestanden aus schِnem, schwarzem Marmor und bezogen auch Boden und Decke. Ein Kamin war eingebaut, in dem aber weder Holz verbrannt, noch echte Flammen schlugen. Ein Hologramm, das eine gewisse Geborgenheit und Wنrme vermittelte. Eine runde Kommode zog sich über zwei Meter entlang, auf der viele Schنlchen mit Rنucherwerk und Duftkerzen, die brannten, standen. Es waren würzige und doch süكe Düfte, die den Raum erfüllten. Sie lullten einen regelrecht ein. Eine massive Tür, mit zwei Flügeln bildete Ein- und Ausgang.
Die silberne Oberflنche eines Spiegels glنnzte. Ein steinerner Spiegel in einer Riesen Schlange, die die silbrige Flنche im Maul hielt. Ein Rubin schimmerte auf ihrer Stirn.
Lin schloss die Augen und massierte ihre Schlنfen. Sie musste erst ihre Gedanken sammeln. Was war alles passiert? Wo, verdammt, befand sie sich?
Kim! Wie konnte sie sich nur so in ihm getنuscht haben? Wie konnte er sie nur so betrügen? Wie konnte er -
Sie legte eine Hand auf ihren Bauch. Ihre Augen wurden feucht.
Da sah sie das dünne Plastikkabel, das von ihrer rechten Armbeuge hinauf zu einem Inhalierbeutel verlief. Gerنuschlos floss Tropf für Tropf der Flüssigkeit von dem Beutel über den Schlauch, direkt in ihr Blut.
Wut schoss in ihr auf. Blitzschnell riss sie die Nadel aus ihrer Vene. Gleich darauf floss Blut heraus. Lin presste einen Finger darauf.
Sie lag auf einem groكen runden Bett mit pechschwarzen ـberzug. Und sie hatte nicht mehr ihre Jeans und ihr Top an. Ein schwarzes Seidenkleid überdeckte ihren Kِrper. Hektisch sprang sie auf, was allerdings ein Fehler war, denn sie sackte schwach wieder zusammen. Ihre Beine fühlten sich an als bestünden sie aus Gummi.
Langsam kroch sie bis zum Rand und schwang ihre Beine darüber. Der Boden war warm unter ihren Fuكsohlen. Eine Bodenheizung? Auf jeden Fall sehr angenehm. Sie blieb so lange sitzen und legte stetig mehr Gewicht auf ihre Beine, bis sie sicher sein konnte, dass sie im Stande war, einige Schritte zu tun.
Lin wackelte, mehr schlecht als recht, zur Tür und drückte die Klinke nach unten. Sie ِffnete sich nicht, sie war verschlossen. Also war es doch wahr - sie war entführt worden.
Vielleicht konnte sie ja aus dem Fenster klettern? Denn ein Fenster gab es, auf der gegenüberliegenden Seite. Fuك vor Fuك setze sie, um nicht zu stolpern.
Als sie dort angelangt war, stütze sie sich darauf und lehnte sich hinaus. Die frische Nachtluft umfing sie und Milliarden von Sternen leuchteten vom klaren Himmel herab.
Lin wنre auch so nicht im Stande gewesen aus dem Fenster zu klettern, auch wenn sie sich im Erdgeschoss befunden hنtte. Sie war einfach viel zu schwach, konnte sich kaum auf den Beinen halten. Doch das spielte keine Rolle, sie war nicht im Erdgeschoss. Sie war auch nicht im ersten, zweiten oder dritten Stock. Das Zimmer, aus dessen Fenster sie sich lehnte, war im oberen Teil des schwarzen Turmes!
Metallfarbene und schwarze Stromkabel spannten sich vom Grund herauf, an ihrem Fenster vorbei und noch viel weiter nach oben. Lin konnte die Spitze gar nicht erkennen. Drauكen erstreckte sich eine trostlose Ebenlandschaft. So weit sie auch blickte nur Grau.
Ihr blieb nichts anderes übrig, als auch diese Fluchtmِglichkeit zu verwerfen.
Doch halt! Sie hatte doch noch ihr Handy! Sie wusste ganz genau, dass sie es in die linke Tasche ihrer Jeans gesteckt hatte.
Sie konnte damit ihre Eltern benachrichtigen. Die Polizei! Aber was sollte sie schon sagen? Dass sie sich in einem gigantischen Turm befand, irgendwo im nirgendwo? Egal, zumindest würde sie etwas Sicherheit haben, wenn sie nur ihr Handy in den Hنnden hielt. Eilig sah sie sich nach ihrer Jeans um - und strahlte vor Erleichterung. Die Hose hing über einem fein gepolsterten Sessel vor der Kommode.
Jetzt schon viel hektischer und unvorsichtiger als zuvor, überquerte sie den Raum, stürzte sich auf ihre Jeans und lieك die Hand in die linke Tasche fahren.
Nichts! Kein Handy!
Mit zitternder Hand durchsuchte sie die rechte. Dann die beiden Potaschen. Es war nicht da! Ihr Handy war nicht da!
"Ich nehme an, du suchst das hier."
Sie zuckte erschrocken zusammen und fuhr herum. Das orange Licht des Kamins fiel auf Kims bleiches Gesicht und machte seine Züge dunkel und erwachsen. Er saك auf dem Fensterbrett, gegen den Rahmen gelehnt und lieك ihr Handy an dem winzigen Freundschaftsband baumeln, das sie einmal von Jenni bekommen hatte.
"Gib es mir! Sofort!" Ihre Stimme klang kalt und gebieterisch. Lin war sich sicher, dass er gerade eben noch nicht dort gesessen hatte. Dass sie ganz allein gewesen war.
"Das brauchst du hier nicht.", sagte Kim zog das silberne Gerنt mit Schwung in die Hِhe, sodass er es mit derselben Hand fing - und zerquetschte es, mit einem Ruck, zwischen seinen Fingern. Es zerbarst in etliche winzige Teile, die auf den Boden rieselten. Chipsplitter, Metallrِhrchen und Plastikstücke.
Ihre wahrscheinlich einzige Mِglichkeit, die sie hier hنtte raus bringen kِnnen...
Kim setzte beide Füكe auf den Boden und stand vom Fensterbrett auf. Und er tat einen Schritt in ihre Richtung.
"Bleib weg!", zischte sie entsetzt und sprang rückwنrts.
Er blieb stehen. Seine Lippen waren fest aufeinander gepresst.
"Euch macht es wohl Spaك andere Leute zu entführen und irgendwo einzusperren!" Trنnen stiegen ihr in die Augen.
Kim verschrنnkte die Arme vor der Brust und lنchelte, nicht freundlich sondern hinterlistig. "Nein. Bei deinem Bruder war es etwas anders. Er musste aus dem Weg geschafft werden, damit er mir nicht dazwischen kommt. Auكerdem - was eignet sich besser dazu dein absolutes Vertrauen zu gewinnen, als ihn für dich zu retten?"
Ihr Gesicht wurde noch blasser und in ihrem Magen rumorte es. "Es war alles geplant… Wir waren nur Mittel zum Zweck für dich!" Ihre Eingeweide schienen anzuschwellen. "Los, erzنhl! Ist alles so gelaufen wie du es wolltest? Hast du dein Ziel erreicht? Bist du nun zufrieden?"
Kim atmete lange und laut aus. "Ich will ehrlich zu dir sein. Es war genauso geplant. Dein Bruder sollte als Tribut dienen und als Versicherung, falls etwas schief lنuft. Wir sollten den Held der Zeit befreien, damit er mich in diese Zeit bringt… Und du solltest dich von Anfang an in mich verlieben."
"Was?" Lin zitterte.
"Nur etwas war nicht geplant…", flüsterte er.
Wieder schritt er auf sie zu.
"Verschwinde!", schrie sie ihn an, fuhr herum und rannte zur Tür.
Es war sinnlos, dennoch rüttelte sie an der Klinke. Lin riss daran, als kِnne sie genug Kraft aufbringen sie herauszuheben. Aber die Tür gab ihr nicht nach. Jetzt brach sie in Trنnen aus.
Krنftige Arme legten sich um sie, um ihren Bauch. Sie spürte Atem an ihrem Hals und Kims Stimme, die flüsterte: "Du musst in diesem Raum bleiben, zumindest bis das Kind geboren ist."
Ihre Trنnen tropften an ihrem Kinn zu Boden. "Groكvater hatte Recht.", schluchzte sie. "Er hat dich von Anfang an durchschaut. Schon nach deinem ersten Besuch hat er mir gesagt, dass du gefنhrlich bist und ich mich von dir fern halten soll… Und ich dumme Kuh habe mich aufgeregt und dich verteidigt."
"Nun ist es sowieso egal…", murmelte er.
Sie strampelte sich aus seiner Umarmung und fuhr herum. "Was soll das heiكen?"
Er senkte den Blick, sah ihr nicht in die Augen.
"Los antworte!", befahl sie mit bebender Stimme. "Was ist mit meiner Familie?"
"Deinen Eltern geht es gut…", wich er aus.
"Und Opa und meinem Bruder? Was hast du mit ihnen gemacht?" Ihre Stimme wurde lauter und zittriger.
Einige Sekunden vergingen, bis er antwortete: "Ich habe sie getِtet!"
"Nein! NEINNNNNNNNN!", schrie sie und legte die Hنnde aufs Gesicht. Er wollte sie an der Schulter berühren, doch Lin schlug seinen Arm weg.
Und dann hنmmerte sie mit den Fنusten auf seine Brust ein und schrie ihn an und weinte.
Kim hielt sie nicht davon ab, verteidigte sich nicht. Er blieb einfach stehen und wartete - wartete bis sie nicht mehr genug Kraft hatte auf seine Brust zu schlagen, nicht mehr genug Kraft zu schreien und nicht genug zum Weinen.
Ihre Beine gaben nach und sie rutschte zu Boden. Kim ging mit ihr, in die Hocke, legte die Arme erneut um sie und drückte sie an sich.
"Ich hasse dich! Ich hasse dich!", krنchzte ihre Stimme und die letzen Salztropfen flossen über ihre heiكen Wangen.
"Du musst dich jetzt ausruhen. Dir steht eine harte Zeit bevor." Er strich ihr eine nasse Strنhne aus der Stirn und flüsterte. "Schlaf…"
Und wنhrend sich ihre Lieder schlossen und jede Kraft aus ihrem Kِrper wich, küsste er sie. Er küsste sie auf die Stirn, er küsste sie auf die Wangen, er küsste sie auf die Augen und die Nase. Und er küsste ihre Lippen.
Als er sie zum Bett getragen, sie darauf niedergelegt und ein letztes Mal geküsste hatte, war er zur Tür gegangen. Mit einem Wink seiner Hand ِffnete sie sich, er trat hindurch und mit einem weiteren Wink schloss sie sich leise hinter ihm und verriegelte sich wieder.
Auf dieser Seite war weder ein Gang, noch ein anderes Zimmer. Es war ein Fahrstuhl. Die Wنnde waren schwarz, wie alle im Hauptturm - dem neuen Teufelsturm.
Die Decke jedoch leuchtete und tauchte den Lift in einem hellen Schein.
"Ihr habt lange gebraucht, Herr."
Er wandte sich dem Jungen zu, der hier auf ihn gewartet hatte. Der Junge war nicht viel نlter als er, war hochgewachsen und hatte rotbraune Haare, wie fast alle, in dessen Adern Gerudoblut floss. Alle hatten sie auf ihn gewartet und sich auf seine Ankunft vorbereitet. Es war ihnen von Geburt an bestimmt ihm treu zu dienen und als er in dieser Zeit angekommen war, hatte er sie gerufen. Er hatte seine dunkle Macht über die gesamte Welt gesendet und sie hierher gerufen. Und sie alle waren ihm gefolgt - bis auf einen…
Es waren nicht sehr viele, viel weniger als er sich vorgestellt hatte, das Gerudoblut hatte sich über die Jahrhunderte stark verdünnt, aber das spielte keine Rolle. Er brauchte kein groكes Gefolge. Auكerdem waren viele seiner Anhنnger in hohen Positionen und/oder stinkreich. Das war auch nِtig für den Plan…
Auf die ؤuكerungen des Jungen, erwiderte er nichts. Stattdessen schnipste er mit dem Finger und der Aufzug setzte sich in Bewegung. Sie fuhren nach unten.
Der Junge rنusperte sich. "Herr, der Chef dieses Elektrizitنtsunternehmen mِchte Euch sprechen…"
"Er soll warten." Kim lehnte sich gegen die kühle Wand des Fahrstuhls. Es herrschte wieder eine Schweigeminute.
Der Turm war gigantisch, es dauerte, bis man in den untersten Stockwerken war.
"Darf ich Euch etwas fragen?", fing der Junge vorsichtig an.
Er ging Kim allmنhlich auf die Nerven. Wenn er nicht ein Gerudoabkِmmling wنre, hنtte er ihn lنngst getِtet, nur um ihn für immer zum Schweigen zu bringen.
"Weshalb beschleunigt Ihr die Geburt nicht?"
Kim dachte der Boden unter ihm würde urplِtzlich nachgeben.
"Dann kِnnten wir uns viel Zeit sparen. Das Mنdchen würde schon in drei, vier Tagen gebنren und Ihr kِnntet -"
Schneller als der Junge sehen konnte, hatte Kim ihn am Hals gepackt. Seine Hand war zu einer Pranke geworden, die Fingernنgel zu scharfen Krallen, die das Fleisch in ihrem Griff würgten.
"Wie kannst du es wagen, Matthew…", seine Stimme zitterte vor Zorn. "Wie kannst du es wagen, mir so etwas ins Gesicht zu sagen?"
Beide wussten, was dieser Vorschlag bedeutete. Das Kind wuchs, wegen der ungeheuren Menge an Magie, die es aus dem Leib seiner Mutter aufsaugte, sowieso schneller, als irgendein anderes. Und die Chancen, dass Lin überlebte, waren mehr als gering. Aber einen weiteren solchen Magieeinfluss überlebte sie niemals.
"A…ber…", würgte Matthew. "S…sie ist…doch nur…ein bedeutungs…loses Mنdchen…"
"Dieses Mنdchen ist meine Frau! Und du bist nicht mehr, als der Dreck unter ihrem Fingernagel!" Kim schleuderte den Jungen gegen die Wand. "Eines verspreche ich dir. Wenn Lin stirbt - stirbst du mit ihr! Also bette um ihr Wohlbefinden!"
Der Lift hielt mit einem schwachen Ruck an und die Türen glitten auf. Er trat hinaus in den Gang. Die Türen gingen wieder zu und der Lift fuhr davon, mit einem erstarrten Jungen, mit panisch aufgerissenen Augen, der seinen wunden Hals rieb.
Zwei Frauen kamen ihm entgegen und verbeugten sich. Die eine wagte es ihm in die Augen zu blicken. "Herr, wir warten auf Eure Befehle."
Er massierte seine Schlنfen. "Nein, das hat Zeit bis Morgen. Ich habe heute keinen Nerv dafür."
Sie nickte und er lief an ihnen vorbei, durch eine Tür, in das Zimmer dahinter.
Der Raum war wunderbar abgedunkelt, eine Wohltat für seinen Kopf. In der Mitte stand einer der sieben Wüstenportale - die Schlangenkopfspiegel. Weiter nichts.
Noch immer massierte er seine Schlنfen, wنhrend er auf- und ablief.
Ich bin für den Vorschlag dieses Gerudoabkِmmlings, ertِnte es in seinen Gedanken.
Kim sah auf und trat vor den Spiegel. Der Junge, der als Spiegelbild erschien, glich ihm, als seinen sie eineiige Zwillinge. Nur die Hautfarbe stِrte die Symmetrie; der Junge im Spiegel war braungebrannt und um die Nase sprossen weiكe Pünktchen wie Sommersprossen. Kim verschrنnkte die Arme vor der Brust und stierte die junge Gestalt seines Vaters finster an.
Du weiكt selbst wie gefنhrlich ihre Macht sein kann!
"Meine Mutter wusste auch von Anfang an über alles bescheid und hنtte dich jederzeit verraten kِnnen. Trotzdem hast du sie nicht getِtet!"
Mit Naboru war es anders…
"Ach ja? Warum? Weil du es sagst?"
Und warum hast du den Bengel nicht zur Stecke gebracht? Du hast seine Krنfte noch vergrِكert!
Kim schnaubte abfنllig. "Um den Wurm machst du dir Sorgen?" Er lachte. "Wenn ich etwas vor ihm zu befürchten hنtte, wنre er lنngst unter der Erde."
Und du sagst dem Mنdchen, dass du ihn getِtet hast?
"Sie soll sich keine Hoffnungen machen. Hoffnungen führen zu Ergeiz und Ergeiz zu Fluchtversuchen. Die will ich ihr ersparen."
Nun schnaubte der Junge im Spiegel. Ich bin immer noch dafür sie zu beseitigen, sobald sie das Kind geboren hat!
"Ich weiك. Aber ich verfolge andere Plنne mit ihr. Und nun bin ich der Kِnig der Wüste! Ich habe dir nicht mehr zu gehorchen, sondern du mir!"
Ganon lachte. Dana hatte wirklich Recht, du bist das Ebenbild deines Vaters.
"Hِr auf damit! Tu einfach worum ich dich gebeten habe."
Und wenn ich nicht tun will, worum du mich batest?
"Dann befehle ich es dir!"
Wieder lachte Ganon. Wie du es befielst… Ach da fنllt mir noch etwas ein!
Kim hob نrgerlich den Kopf. "Was ist denn noch?"
Der Junge im Spiegel verschrنnkte die Arme vor der Brust und hob siegreich das Haupt. Link kann mit dem Bengel Kontakt aufnehmen!
Vor ـberraschung weiteten sich Kims Augen. "Das ist nicht wahr…"
Ich lüge nie! Zumindest nicht in deiner Gegenwart.
Nun musste auch Kim lachen. "Das gibt es nicht. Wie gerissen der Kleine doch ist."
Es bedarf an viel Magie für so eine Fنhigkeit. Er ist erstaunlich geschickt im Umgang mit seiner magischen Kraft.
"Siehst du, es wنre schade ihn zu schnell zu beseitigen. Vielleicht schenke ich ihm auch das Leben, nachdem die Rache vollzogen ist."
Gut, tu was du willst. Ich zweifle nicht an deiner Macht - ich habe dich schlieكlich selbst ausgebildet!
"Ich nehme an, du hast etwas dagegen unternommen?", erwiderte Kim.
Natürlich! Link ist für eine Weile auكer Gefecht. Aber um den Bengel musst du dich selbst kümmern.
Das Spiegelbild verschwand, der glatte, klare Spiegel wurde matt und zeigte nichts mehr.
Kim rieb sich die Handflنchen aneinander. "Mِge bald das Spektakel beginnen…"


3. Kapitel
Benny erwachte davon, dass der Zug nach kontinuierlichem Langsamwerden endlich zum Stillstand kam. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen und kratze sich an der Nase.
HIER IST ENDSTATION, drِhnte es aus dem Lautsprecher. BITTE AUSSTEIGEN! "Jaja, ich will hier nicht einziehen.", murmelte Benny vor sich hin, erhob sich und schulterte seinen Rucksack.
Drauكen herrschte immer noch die Nacht. Eine kühle Brise wehte um seine Ohren und lieك ihn frِsteln. Da war er nun. Mutterseelen allein in einer fremden Stadt auf der Suche nach einer entführten Prinzessin, von einem riesigen schwarzen Drachen mit feuerroten Haaren bewacht, und er wusste nicht einmal wo der Turm stand. Er hatte keine Rüstung, kein Pferd, kein Schwert…
Seine Gedanken hِrten sich an, als sei er immer noch im Mittelalter. Dabei war er lنngst fertig mit der Vergangenheit.
Immer noch todmüde torkelte Benny wie ein Betrunkener durch das Bahnhofsgebنude zum Haupteingang. Ein paar junge Punks saكen in einem dunkleren Winkel, schwangen ihre Bierflaschen und lachten. Auf den Bنnken saكen einige Leute und warteten auf ihre Nachtzüge. Er seufzte.
Als er aus dem Gebنude trat, in die tiefe und eisige Nacht seufze er wieder. Jeder Ort wنre ihm recht, nur nicht dieser! Er wollte nach Hause in sein gemütliches Bett.
Plِtzlich brach er in Trنnen aus. Wie auch anders? Er war schlieكlich erst acht! Jeder 8-jنhrige würde in so einer Situation weinen!
Eilig rannte er die Stufen hinunter und den Bürgersteig entlang. Wo sollte er hin? Wo? Wo, wo, wo, wo???
Er war müde und er hatte Hunger! Und er wollte ein Bett in einem warmen, sauberen Zimmer!
Plِtzlich stolperte sein Fuك über einen Stein und er fiel der Lنnge nach hin. Seine Handflنchen waren weiك und rot und aufgeschürft, weil er seinen Sturz aufgefangen hatte. Neben den Trنnen fing er jetzt auch noch an zu Schluchzen.
Er erhob sich und lief weiter, bis er zum Park kam. Die Bنume standen nicht so dicht aneinander, dass der Mond durchscheinen konnte und seinen Weg erhellte. Benny lieك sich einfach auf eine Parkbank plumpsen und ehe er sich versah - war er schon eingeschlafen.
Benny erwachte davon, dass jemand lachte. Er schreckte regelrecht aus dem Schlaf und suchte nach der Quelle dieses Lنrms.
Eine Clique von Jugendlichen streifte den Weg entlang. Einige rauchten.
Einer der grِكten Jungen versetzte einem Kleineren einen Stoك und lachte. Die Andern lachten ebenfalls, auch der Gestoكene.
Benny stand auf und wollte nur schnell weg, bevor…
"Hey du!", rief ihm der Groكe zu. Benny erstarrte mitten in der Bewegung.
Mist! Ausgerechnet ihm - ausgerechnet jetzt!
"Hey Arschgesicht! Bleib stehen!", schrie ihm der Junge in den Rücken, als Benny wieder Herr über seine Beine war und rannte - vielleicht um sein Leben!
"Hinterher!", brüllte ein anderer Junge. "Der hat bestimmt Dreck am Stecken!"
Benny rannte und rannte. Seine Beine bewegten sich flink und geschmeidig. Er erstaunte selbst darüber wie schnell er war. Ob es mit dieser Alterung seines Kِrpers zu tun hatte? Egal, jedenfalls brachte er immer mehr Abstand zwischen sich und seinen Verfolgern. Er konnte sich nicht beklagen.
Benny rannte aus dem Park, über die Straكe und in eine Seitengasse hinein. Jetzt musste er nur noch ein geeignetes Versteck finden oder noch besser - er sprang schnell in einen Bus und -
Eine Sackgasse! Vor ihn turmte sich eine hohe Mauer auf, die er nicht mal im Traum überwinden konnte. Er war in eine Sackgasse gerannt! Nun saك er fest.
Hastig drehte er sich um, vielleicht konnte er noch schnell in eine andere Straكe einbiegen.
Doch es war zu spنt. Die Jugendlichen hatten ihn bereits eingeholt. Einige waren auكer Atem und hechelten nach Luft. Besonders die Mنdchen, deren Rِcke kürzer sein mussten als seine Handflنche! Auكerdem lugte ihr ganzer Bauch aus dem Top und ihr Gesicht war so bunt geschminkt, dass Benny zu erst dachte, sie hنtten sich als Clowns verkleidet.
Der Weg-Stoكer-Junge baute sich breit vor ihm auf, drückte die krنftige Brust nach vorne. "Jetzt seht euch Den an!"
Die Jugendlichen brachen erneut in Gelنchter aus. Er wurde rot im Gesicht, am liebsten hنtte er jetzt wieder geweint.
"Och, kuckt nur, gleich heult er!", gluckste das Mنdchen mit dem ultrakurzen Mini. "Mein Gott!", schloss sich ein zweites an. "Blond und blauنugig, ich wette Der ist genauso blِd wie er aussieht!"
"Spielst wohl einen auf Indianer - oder was soll die Kriegsbemalung?"
Was sollte er jetzt machen? Er konnte nicht fliehen.
"Was hast du da im Rucksack?", fragte der Weg-Stoكer-Junge und griff nach ihm.
Er schlug den Arm weg und schrie: "Nein!"
Verwundert blickte ihn die Clique an.
"Bestimmt irgendwelche Drogen, wenn Der so heftig reagiert!", erwiderte ein Junge.
"Lasst uns mal nachsehen!", meinte der Wegstoكer und trat auf Benny zu. Er saك in der Falle!
"Was ist hier los?", durchschnitt eine Stimme das Geschehen.
Augenblicklich frohren alle ein, nur um nach zwei Sekunden wieder aufzutauen, sich umzudrehen und sich zu teilen, sodass Benny freien Blick auf die Ursache der Stِrung hatte.
Ein Mنdchen stand da. Doch im Gegensatz zu den anderen hatte sie keinen Minirock an. Sie trug eine schwarze weite Hose mit breiten Seitentaschen und herunterhنngenden Schnallen. Auf dem roten Top stand ein Wort: B-I-E-S-T - Biest!
Auf dem kurzen, wuschligen Lockenkopf prangte eine rote Kappe.
Die Hنnde hatte sie lنssig in die Hüften gestützt. Benny hatte sofort Angst vor ihr. Sie strahlte regelrecht vor Autoritنt und Brutalitنt! Dabei schien sie eigentlich die Jüngste zu sein, sie war so alt wie er (wenn er so alt wنre wie er jetzt aussah), wنhrend die Meisten der anderen Jugendlichen eher etwas erwachsener aussahen - so ab 15 bis hin zu 20.
"Hey, Vivi! Wie geht's?", fragte der Wegstoكer und hob die Hand zum Gruك.
"Halt den Rand, Arschloch!", entgegnete das Mنdchen. Dann erblickte sie Benny. "Joe! Wer is´n Der?" Dabei sprach sie das Wort Der so angewidert an, als rede sie von einer dicken Made in ihrer Suppe.
"Keinen Schimmer, aber der Penner ist neu, der Depp ist doch glatt in eine Sackgasse gerannt!"
Das schien diese Vivi zu interessieren, denn sie nنherte sich, wobei ihr Gang genauso lنssig und cool war wie ihre Haltung im Stehen. Breitbeinig stellte sie sich vor ihn hin und fixierte ihn aus zusammengekniffenen Augen. "Sag mal bist du zu blِd zum Schreiben, oder warum malst du dein Gesicht mit E-ding an, du Mamasِhnchen!"
Ihre herrscherische und laute Stimmte schüchterte Benny noch mehr ein. Er brachte es einfach nicht fertig den Mund zu ِffnen.
"Na los, Milchbubi! Bist du taub?"
"Der Trottel redet nicht!", warf Ultra-Mini ein. "Er will sich mit dir anlegen, Vivi!"
Vivi wandte sich kurz zu ihr um, dann sah sie wieder ihn an und setze eine freudig überraschte Miene auf. "Ach, du willst dich also mit mir anlegen! Ja, ich glaube auch, dass du eine Abreibung brauchst. Bei dem Wetter!"
"JA!", brüllte die Menge. "Gib´s ihm, Vivi!"
Vivi formte eine Hand zur Faust und drückte mit der anderen darauf, die Knochen knaxten. Da hatte er den ؤrger! Warum war er auch von Zuhause ausgerissen? Er konnte Lin doch sowieso niemals finden!
Er war viel zu schwach, zu dumm - schlicht einfach zu klein! Sowas sollten Polizisten und Detektive machen, nicht er! Andererseits - konnte irgendjemand gegen Kim ankommen? Nein! Nur er war in der Lage dazu! Kim war der Bِse und er war der Held der Zeit! Er war dafür geboren worden, das Bِse zu besiegen! Noch dazu war Lin seine Schwester UND er war es ihr schuldig!
Diese Vivi schlug zu.
Schnell kam die Faust. Sie zielte gut, daran gab es keinen Zweifel.
Dennoch - Benny konnte ihr doch tatsنchlich ausweichen! Einfach so! Weder vorbereitet war er, noch hatte er darüber nachgedacht! Es war einfach ein Reflex…
Er war acht Jahre alt! Woher konnte er das?
Vivi zog erstaunt die Hand zurück.
"Hey!", stieك sie aus.
"Der will eine doppelte Abreibung, Vivi!", meinte einer der Grِكeren.
"Das sehe ich auch so!", entgegnete diese Vivi und holte erneut aus.
Jetzt war es ihm aber zu bunt! Er musste sich hier doch nicht verprügeln lassen! Von solchen halbwüchsigen Mِchtegernstarken! Er hatte gegen etliche Gegner gekنmpft, die millionenfach stنrker waren als diese Jugendlichen!
"Lass mich in Ruhe!", schrie er und schuppste das Mنdchen von sich weg. Nur war er sich nicht bewusst in welchem Umfang seine kِrperliche Kraft zugenommen hatte.
Benny schuppste sie so arg, dass sie das Gleichgewicht verlor und auf ihre zwei Buchstaben knallte.
Den Jugendlichen klappte der Mund nach unten.
"Spinnst du?", kreischten das Mنdchen im Ultramini und ihre Freundinnen im Chor.
"Willst wohl eine auf die Fresse!", zischte ihm ein Junge entgegen und kaute noch aggressiver auf seinem Kaugummi herum.
Joe ballte die Fنuste und machte einen Schritt auf ihn zu.
"Stopp!", brüllte Vivi und schlug auf den Boden wie ein quengelndes Kind. Sofort hielt die Meute mitten in der Bewegung an.
Mit einem Gesicht, das vor lauter Wut mit einer Tomate konkurrieren konnte, sprang Vivi auf und tippte Benny gegen die Brust. "Für wen hنlst du dich eigentlich, dass du es wagst mich zu schuppsen! Mich, die Anführerin der mنchtigsten Gang im ganzen Bundesland!"
Benny war fest entschlossen nicht Kleinbai zu geben. Er war vielleicht kein Anführer irgendeiner Gang - aber er war der Held der Zeit! Und das war vieeeeeel bedeutender! Er schob ihren Arm beiseite. "Ich bin Benjamin…" Plِtzlich verschlug es ihm die Sprache. Der Mut hatte ihn verlassen. Kleinlaut fügte er hinzu: "…Thelen…"
"Thelen?" Ein hagerer Junge mit groكen Brillenglنsern auf der Nase wurde hellhِrig. "Sagtest du gerade Benjamin Thelen?"
Die Jugendlichen blickten stirnrunzelnd von Benny zu dem Brillenjungen.
Vivi stemmte mürrisch die Hنnde in die Hüften. "Was ist Serge? Was haste mit deinem Intellekt zu berichten?"
Der Junge, der Serge genannt wurde, rückte sich siegesgrinsend die Brille zurecht. "Sagt euch der Name Lin Thelen etwas?"
"Hن?", sagte die Gruppe wie aus einem Munde.
"Moment, da war doch was!", sagte Ultramini und tippte sich auf das Kinn. "Das war doch das Mنdchen, das vor einigen Tagen - entführt worden ist!"
"Stimmt!", sagte der Kaugummikauer. "Ihr Opa ist doch im Haus erstochen worden, oder?"
"Das arme Mنdchen!", schluchzte eines der Mنdchen. "Wer weiك was ihr angetan wird, wنhrend die Polizei wie blِde herumirrt."
Serge kramte in seinem Ranzen, den er auf den Schultern trug. "Richtig! Genau die meine ich. Und jetzt seht mal was in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung steht!"
Der Brillenjunge hielt sie hoch, damit alle die Titelseite sehen konnten.
Darauf stand geschrieben:
Groكvater erstochen, Tochter entführt - jetzt ist der Sohn verschwunden Wer will diese Familie zerstِren?
Darunter war ein riesiges abgedrucktes Foto von ihm. Oh nein! Jetzt schon? Er war doch erst gestern Nach verschwunden! Leute ich weiك, dass die Schlagzeile eigentlich erst am nنchsten Tag erscheinen müsste, aber wollt ihr wirklich, dass ich deswegen einen ganzen Tag mit Sinnlosigkeit verschwende?
Serge zeigte mit dem Finger auf sein Foto. "Das ist Benjamin Thelen, der kleine Bruder von dem verschwundenen Mنdchen. Er ist gestern Nacht ebenfalls aus dem Krankenhaus verschwunden. Die Kriminalpolizei kann es sich nicht erklنren."
Vivi riss ihm die Zeitung aus der Hand und trat vor Benny. Ihr Blick wanderte von dem Foto zu ihm und wieder zum Foto. Sie verglich.
Dann lachte sie auf und wedelte sich mit der Zeitung Wind ins Gesicht. "So ein Zufall aber auch! Dass du ausgerechnet wie der Furz aus der Zeitung heiكt. Und نhnlich seht ihr euch auch…"
"Nein!", unterbrach er hektisch. "Das bin ich!"
Die Jugendlichen sahen sich verblüfft an - und brachen in schallendes Gelنchter aus. Sie lachten sich, bis sie sich vor Bauchschmerzen krümmten.
"Aber sicher doch!", quetschte Vivi zwischen den Zنhen hervor und hechelte um Luft. "Und da deine Eltern grade kein aktuelles Foto von dir zur Hand hatte, haben sie einfach das von deiner Einschulung abgedruckt."
"Nein! So ist es nicht! Ich bin wirklich Benjamin Thelen!", brüllte er über das Gelنchter hinweg. Langsam stieg blinde Wut in ihm auf. Niemand glaubte ihm! Nicht als er klein war - und nicht wie er jetzt groك war.
"Halt die Klappe, Mann!", zischte Vivi ihm jetzt ernt entgegen. "ـber so was macht man keine Witze!"
"Ich scherze nicht!", entgegnete er zornig.
"Hey Gummy! Gib ihm nen Kaugummi, damit er wieder auf den Boden zurückkommt!", lachte Joe. Der Kaugummikauer grunzte auf vor Lachen.
"Ruhe jetzt!", brüllte Vivi.
Mit einem Schlag wurde es still und die Jungen und Mنdchen waren wieder ernst. Zufrieden wandte sie sich Benny zu. "Tja, mein Freund. Anscheinend weist du es noch nicht, aber wir sind nicht gerade dafür bekannt, dass wir Fremde mit offenen Armen empfangen. Das hier ist mein Revier! Aber da du mich zu Boden gebracht hast, etwas was noch nie jemandem zuvor gelungen ist, hast du meine Erlaubnis mich zur Werkstatt zu begleiten. Dort sehen wir, was wir mit dir machen."
Ende des 3. Kapitels

Nachwort der Autorin:
Hi an alle meine Leser!
Ich mِchte mich erst einmal bei allen bedanken, dass ihr euch Zeit genommen habt meine Geschichte zu lesen.
Besonders bei Ricka-chan, die mich mit riesigen Lِffeln voller Motivation gefüttert hat, und bei Simon, der nicht um die kleinste Kritik verlegen war.
Falls ihr etwas loswerden wollt, schreibt mir. Egal ob euch meine Fortsetzung gefنllt, oder ob ihr etwas auszusetzen habt, schlieكlich mِchte ich mich ja verbessern.
Ich freue mich immer über Post (auكer über Rechnungen *lol*).
Ich werde eifrig weiterschreiben, Danke.
Eure Kim



Einen guten Rutsch ins neue Jahr an alle meine Leser!
Eigentlich wollte ich für meine Prüfungen im Mai intensiv büffeln, aber ich habe mich dann doch zum eifrigen Weiterschreiben verführen lassen. Ich hoffe ihr wisst mein schlechtes Gewissen zu schنtzen und lest mit besonders viel Spaك weiter
Eure Kim
4. Kapitel
Schon bevor die Werkstadt zu erkennen war hِrten sie die Musik.
"…get it low…rh rh…"
Die Jugendlichen hatten Benny in ihre Mitte genommen und zerrten ihn mit. Vivi ging einige Schritte voraus.
"…to the window get it low…"
Die Werkstatt war wirklich eine. Eine Autowerkstatt in Form einer gigantischen Scheune.
Auf Tischen stapelten sich Werkzeuge, ضlflaschen, Taschenlampen und schmutzige Lappen. Aus einem ِlverschmierten Ghettoblaster drِhnte der Bass der Musik.
Ein junger Mann polierte gerade mit einem Lappen sein Motorrad. Die dunkle Jeans und das zerschlissene T-Shirt starrten vor Dreck.
Er pfiff selenruhig das Lied mit.
Das Mنdchen, das Vivi genannt wurde, ging schneller und schrie: "Dan! Dan!"
Der Mann, um die 19 Jahre, blickte verwundert auf. Als er sie erkannte winkte er und lief zur Stereoanlage um die Musik leiser zu drehen.
"He, Schwesterchen!", rief er ihr zu.
"Nenn mich nicht so!", brüllte sie ihm wütend entgegen. "Ich hasse das!"
"Ich weiك, sonst würde ich es ja lassen!", brüllte der Junge ihr lachend entgegen.
"Hey! Du hast ja deinen ganzen Trupp mitgebracht."
"Hi, Dan!", rief Joe.
Benny blickte verwirrt von dem Mنdchen zu ihrem groكen Bruder.
Warum hatten sie ihn hierher geschleppt?
"Eh? Wer bist´n du?", fragte Dan genauso überrascht als er Benny erblickte. Er holte einen Lappen aus seiner Hosentasche und wischte sich die schmierigen Hنnde daran ab. "Dich habe ich hier noch nie gesehen."
"Das ist´n Neuer.", erwiderte Ultramini. " Wahrscheinlich von zu Hause abgehauen."
"Bin ich gar nicht!", zischte Benny wütend.
"Ach ja?", entgegnete die. "Und was soll dann der Rucksack? Sag mir bloك nicht, dass dort dein Mathebuch drinnen ist!"
"Das geht euch gar nichts an!"
"Halts Maul! Sonst kriegst´ doch noch eins auf die Fresse!", drohte Joe und hielt ihm die Faust unter die Nase.
"Hِrt auf!", erwiderte Dan. "In der Werkstatt wird sich nicht geprügelt, ist das klar?" Dann wandte er sich an Vivi. "Wer ist das?"
Vivi zuckte die Achseln. "Irgendeiner. Den haben wir im Park aufgegabelt. Sein Name ist Benny."
"Benjamin!", verbesserte Benny. Er weigerte sich von diesen Raudies mit Kosenamen ansprechen zu lassen.
"Aha…", murmelte Dan. "Na dann zeigt ihm mal was wir von unverschنmten Eindringlingen halten! Einen Nachmittag im Keller und der ist brav wie ein Ciwaua, der…"
"Ich hab keine Zeit dafür! Ich muss…"
Aber der junge Mann hِrte gar nicht mehr hin. Er steckte den Lappen wieder ein und nahm einen Schraubenschlüssel in die Hand. "Im Kühlschrank ist ein Kasten Cola. Bedient euch." Dann wandte er sich seiner Suzuki zu. Mit zنrtlicher Berührung liebkoste er das Motorblech. "Ich muss mich noch um mein Babe kümmern."
"Du meinst, du frisierst es wieder?", kicherte Serge, der Junge mit der Brille. Anmerkung: Serge hieك vorher Serge "Psst!", fauchte Dan und wedelte mit der Hand. "Das musst du ja nicht gleich jedem auf die Nase binden! Ich hab schon genug Stress mit den Bullen!"
"Diese beschissene Schrottkiste!", schimpfte Vivi und verschrنnkte die Arme vor der Brust.
Erneut streichelte Dan sein Motorrad. "Ganz ruhig, mein Babe. Sie hat es nicht so gemeint. Ganz ruhig."
"Und ob ich das so gemeint hab! Wenn du mir nur halb so viel Aufmerksamkeit schenken würdest wie diesem Scheiكteil! Ich glaub dann fange ich an Kleider mit rosa Rüschchen zu tragen!"
Die Meute lachte sich halbtot.
Benny stand mitten drinnen und umklammerte eisern seinen Rucksack. Diese Kinder waren total übergeschnappt! Er musste hier schleunigst weg!
Vivi packte ihn am Pullover. "Komm mit!" Sie befahl es regelrecht.
Benny nickte resigniert und lieك sich in den Nebenbau der Werkstatt führen.
Dort sah es ganz und gar nicht mehr nach Reparaturgebنude aus. Eher nach einem riesigen Jugendtreffraum.
Ein Kühlschrank brummte in der Ecke. ـberall standen alte Sofas und Sessel herum. Knapp unter dem Fenster war auch eine Hنngematte angebracht.
Auf den niedrigen Tischen standen Flaschen herum. Auch einmal eine mit alkoholischen Getrنnken.
Aber im Groكen und Ganzen das Gemütlichste, was er sich jetzt wünschen konnte. Am liebsten würde er sich jetzt auf eine Couch stürzen und einschlafen.
"Machs´ dir bequem.", forderte ein Mنdchen im Minirock ihn auf. "Aber ja nicht zu sehr!"
Joe und zwei andere Jungen gingen zum Kühlschrank hinüber und holten die Colaflaschen heraus um sie unter den Anderen auszuteilen.
Ihm wurde keine angeboten.
Das Mنdchen mit dem kurzen, wuschligen Lockenkopf griff in die Hosentasche und zog ein silbern glنnzendes Metall-etwas heraus, das zwei Metallhنlse aneinandergeklebt zu sein schien. Mit einer schwungvollen Handbewegung klappte sie es auf. Der eine Metallhals klappte weg und im Kreis wieder auf seinen Bruder.
Eine breite Klinge glنnzte.
"Butterflys gehِren zu den verbotenen Waffen.", erwنhnte Serge wie beilنufig.
Vivi setzte die Klinge an den Flaschenkopf und sprengte wie mit einem Flaschenِffner den Kronkorken vom Flaschenhals. "Zeig mich doch an.", lachte sie und nahm einen krنftigen Schluck.
Benny setzte sich auf einen abseitigen Sessel und überlegte was er tun sollte. Er hatte keine Ahnung was Kim vorhatte, geschweige denn wo Lin war. Und statt nach Anhalspunkten zu suchen, hockte er hier und schlug sich mit Jugendlichen herum, die sich wie Kleinkinder aufführten - da fiel ihm ein, dass er ja selbst noch eines war.
Der Kaugummikauer stand plِtzlich vor ihm, mit verschrنnkten Armen und wild rumorendem Kiefer. "Also? Wer…schmatz…bist du?"
"Ich bin Benjamin Thelen!", wiederholte er, wobei er stark bezweifelte, dass sie ihm jetzt endlich glaubten.
"Du kannst jetzt mit deinem Scheiك aufhِren!", schnauzte ihn Joe an.
"Nur weil du dich für was Besseres hنltst musst du lنngst nicht etwas sein!", zischte Ultramini.
"Zick nicht so rum, Jessi!", unterbrach Vivi, dann wandte sie sich abfنllig Benny zu. "Du benimmst dich wie ein Achtjنhriger."
"Ich bin ja auch einer!", stieك Benny ungeduldig hervor.
"Dann hنttest du nicht so viel Fruchtzwerge essen sollen!", kicherte ein Mنdchen spitz.
Die Gang lachte erneut.
Benny sprang wütend auf die Beine. "Das liegt nicht an den Fruchtzwergen! Es ist Magie!"
Plِtzlich herrschte Totenstille.
Nur um darauf das lauteste Gelنchter, dass Benny je gehِrt hatte, ausbrechen zu lassen. Die Wنnde hallten nur so von dem Geschrei.
"Klar doch! Magie!", jauchzte der Kaugummikauer. "Warum hast du das nicht gleich gesagt!"
"Abrakadabra!", kreischten die Mنdchen im Chor.
"Leute! Habt Mitleid mit unserem Kleinen! Er kann doch nichts dafür, dass ihm die bِse Fee von Dornrِschen verzaubert hat!"
Benny schnaufte abfنllig und verschrنnkte mit beleidigtem Gesicht die Arme vor der Brust. Sollten sie doch lachen, die gagernden Hühner! Bald schon würden sie merken wie der Boden unter ihren Füكen aufbrach und alles Leben verschlang…
"Seid ruhig!", brüllte eine Stimme. Augenblicklich erschraken alle Anwesenden, auch Benny, und drehten sich verwundert um.
Vivi musterte ihn von Kopf bis Fuك und nahm einen krنftigen Schluck aus ihrer Colaflasche. Dann rülpste sie wie ein Mannsbild und wischte sich mit dem Unterarm über den Mund.
Ihre bestimmte Stimme hallte durch den Raum: "Beweis es!"
Die Clique starrte sie mit offenen Mündern an, auch Benny kuckte nicht schlecht.
"Was?", stieك Serge hervor.
"Das ist jetzt nicht dein Ernst!", quiekte Jessi.
"Aber absolut!", versicherte Vivi und wandte sich an Benny. "Wenn du so ne Klappe hast, kannst du deine Theorie von Spuck und Zauberei auch beweisen!"
Joe lachte laut auf. "Oh ja! Zeig uns was Sache ist, Bennylein!"
Der reiكt ganz schِn sein Maul auf, dachte Benny. Eigentlich hatte er seine geheimen Fertigkeiten nicht preisgeben wollen. Aber unter diesen Umstنnden…
Benny lehnte sich nach vorne und konzentrierte sich.
In sich spürte er die Magie durch seine Adern flieكen. Es war wie Fieber. Man spürte die Hitze in sich aufsteigen.
In diesem Moment brodelte die Cola in Vivis Flasche. Kreidebleich starrten alle auf ihre Flasche. Ihre Hand zitterte, es sah aus, als würde sie sie jeden Augenblick fallen lassen.
Dann hِrte das Brodeln so abrupt auf wie es entstanden war.
Nur damit die Flüssigkeit langsam am Flaschenhals aufsteigen konnte.
Wie gebannt verfolgten die Jugendlichen, wie die Cola langsam aus der Flasche drang. Wie eine Schlange, die sich aus dem Korb schlنngelte, weil sie den Tِnen eines Schlangenbeschwِrers folgte.
Wobei Schlangen ja eigentlich taub waren.
Die Colaschlange wand sich in Spiralen in die Hِhe. Immer hِher, bis sie knapp über den Kِpfen der Zuschauer kreiste. Sie schwebte immer weiter, bis sie über Joe zu einer Spirale erstarrte.
Die Augen der Jungen und Mنdchen waren riesig wie Billardkugeln. Joe reckte den Kopf bis in den Nacken um die Windungen der braunen Substanz zu begutachten.
Dann plِtzlich lieك Benny los - und die Cola klatschte Joe fِrmlich ins Gesicht.
Doch keiner lachte. Dafür war die Atmosphنre zu sehr von Spannung und Staunen geschwنngert. In der Luft lag die Unbegreiflichkeit des gerade Geschehenen.
"Mein Gott!", sagte Jessi und hielt sich die Hand vor den Mund.
"Das gibt's nicht! Das geht nicht! Das…das ist physikalisch nicht mِglich! Die Erdanziehungskraft ist doch…", stotterte der Brillenjunge.
"Was? Was war das?", stieك der Kaugummikauer energisch hervor und kaute noch energischer auf seinem Kaugummi herum.
"Ich sagte euch doch, dass es Magie gibt!", schnaufte Benny.
Die Jugendlichen fuhren zusammen und drehten sich zu ihm um. Als hنtten sie ihn erst jetzt bewusst wahrgenommen.
"Das ist unmِglich! Das war ein Trick!", protestierte Vivi und knallte die Colaflasche auf den Tisch.
"Du wolltest doch einen Beweis!", rechtfertigte sich Benny. "Wie sollte ich es denn gemacht haben wenn nicht mit Magie?"
"Das…das war…", stotterte eines der Mنdchen. "Atemberaubend! Ich kann es gar nicht glauben!"
"Wie hast du das gemacht?", die Mنdchen versammelten sich um ihn wie die Fliegen um einen Misthaufen.
Benny fühlte sich augenblicklich bedrنngt. Er zog die Beine an und starrte voller Entsetzten in die riesigen bemalten Gesichter dieser Hühner.
Auch den anderen Jungs gefiel das nicht, denn sie fühlten sich der Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts beraubt (die sie nie hatten).
"Hey, beruhigt euch!", rief Vivi. Sofort sahen die Mنdchen auf.
Mit verzogenem Gesicht stolzierte Vivi vor den Sessel, auf dem er saك, und baute sich vor ihm auf. "Ich weis zwar nicht wie du das gemacht hast, aber wenn das nur ein billiger Trick war um uns Angst zu machen…"
Wütend sprang Benny auf die Beine und schrie ihr ins Gesicht: "Es war kein Trick! Ich wurde in die Vergangenheit entführt, etliche Tage irgendwo in der Wüste eingesperrt, zweimal beinahe umgebracht, mein Opa wurde ermordet, meine Schwester wird irgendwo gefangen gehalten und ich bin um fünf Jahre gealtert - ist das alles auch bloك ein billiger Trick?"
Vivi hob schützend die Hand und wich erschrocken zurück. "Schon gut, beruhige dich! Wir glauben dir ja…auch wenn es schwer fنllt."
"He, wer schreit denn hier?", fragte Dan. Eine groكe Gestallt erschien im Tor zum Versteck der Clique. Der junge Mann wurde von seiner Ware, mehrere Kisten Farbe und zwei Spraydosen, die er auf den Armen trug, vollkommen verdeckt. "Bitte, meine lieben Kinder, keine so laute Konversation, einverstanden?"
"Dan, soll ich dir helfen?", fragte Gummy und stürzte schon zu dem Mann.
"Nein, ich schaffe das schon.", winkte Dan ab.
Hنtte er bloك die Hilfe angenommen, den kaum zwei Sekunden spنter geschah das Unglück.
Er trat auf eine leere Colaflasche, die ein Junge fallen gelassen hatte, als die Colaflüssigkeit über ihren Kِpfen getanzt hatte. Die Flasche war den Boden entlang gerollt und irgendwann zum Erliegen gekommen. Doch nun rollte sie unter dem Gewicht eines Mannes einfach weg - und riss ihn gleich noch von den Füكen.
Mit einem Aufschrei knallte Dan auf den Boden. Und mit ihm die ganzen Farbeimer, deren Inhalt sich nun über den Boden ausbreitete. Doch das war nicht alles.
Eine der Spraydosen knallte nicht auf den Boden. Nein!
Die Dose flog durch die Luft. Die Menge schrie auf, unfنhig sich zu bewegen.
Vivi riss die Augen auf und sah die Dose, die immer nنher und nنher kam. Und die hart gegen ihren Kopf stieك. Sie schrie vor Schmerz.
Und mit ihr auch die Dose, in die eine groكe Kerbe gerissen wurde. Der Druckdeckel sprang ab und die Farbe zischte aus dem Metallmantel heraus.
Giftgrün…
Giftgrün ergoss es sich über Vivis Lockenpracht. Sie schrie wie am Spieك.
Bis die Dose ihren Geist aufgab und endlich auf den Boden fiel. Und Vivi sie anstarrte. Und die ganzen Leute um sie herum sie anstarrten.
Als sie den ersten Schock überwunden hatte sah sie, mit rasendem Atem, auf und merkte, dass sie von allen angestarrt wurde.
"Was ist? Warum glotzt ihr so blِd? He?"
Aufgeregt sah sie von einem Gesicht zum anderen.
"Vivi, reg dich jetzt nicht auf…", redete ein Mنdchen langsam.
"Und schau nicht in den Spiegel, okay?", schlug Jessi ihr vor.
Vivis Visage wurde noch weiكer. Sie sah geschockt zu Benny. Doch auch Benny starrte schockiert zurück.
Mit einem Schlag wandte sie sich ab und rannte in das kleine Klo, das noch an die Garage angebaut war. Denn über dem Waschbecken hing ein schmutziger Spiegel.
Und als Vivi in den Spiegel sah - hallte ein schriller Schrei durch die Straكen der Stadt…

Benny wurde von einem zischenden Gerنusch geweckt.
Er ِffnete die Augen. Und sah die Decke der Werkstatt - und setze sich kerzengerade auf. Seine verschlafenen Augen glitten die Wنnde entlang und er gنhnte herzhaft.
Neben ihm gab Etwas grunzende Laute von sich. Er sah neben sich und verzog augenblicklich das Gesicht.
Vivis groكer Bruder lag neben ihm auf dem, zum Bett umfunktionierten, Sofa und schnarchte vor sich hin. Benny schüttelte sich. Gنhnend zog er die Decke weg und erhob sich. Er war nur noch in Boxershorts bekleidet. Und sein Haar war zerzaust.
Vivi kam aus dem kleinen Klo, mit einer giftgrünen Spraydose in der Hand.
Er riss die Augen auf. "Warum hast du jetzt deine ganzen Haare grün angesprüht?"
Frech lنchelnd sah das Mنdchen auf. "Sieht es gut aus?"
Gestern noch war Vivi rasend vor Wut gewesen. Die kaputte Spraydose hatte ihren halben Haarschopf grün gefنrbt, es hatte wirklich dنmlich ausgesehen. Jessi und die anderen Mنdchen hatten ihre Haare am Waschbecken fünfmal hintereinander gewaschen, aber die Farbe hatte einfach nicht abgehen wollen.
Aber als Vivi sich beruhigt und mit ihrem Schicksal abgefunden hatte, dass sie nun für eine Weile giftgrüne Haare haben würde, hatten sie sich einem anderen Thema zugewandt.
Benny hatte seine Geschichte erzنhlt. Von Anfang bis Ende. Die Jugendlichen hatten gelacht, sich gewundert und gestaunt. Ob sie ihm nun glaubten oder nicht.
Schlieكlich war es spنt geworden und alle waren nach Hause gegangen. Bis auf Vivi und ihr Bruder. Die beiden waren nicht hinauf in die Wohnung ihrer Eltern gegangen, denn die waren auf einer gewonnenen Kreuzfahrt.
Und da Benny ebenfalls einen Schlafplatz brauchte, hatten sie schlieكlich in der Werkstadt geschlafen. Benny und Dan auf dem Sofa, Vivi auf der Hنngematte.
Nun aber war sie schon wach und hatte sich die Haare ganz giftgrün gefنrbt. Warum auch immer.
Aber irgendwie sah sie schon gut aus, dass musste Benny zugeben.
Wie sie dastand in hellblauem Spagettitrنger und Hotpans und mit giftgrünen Haaren. Verführerisch gegen den Türrahmen gelehnt.
Oh Gooooooooooooooooooooooooooooooooooooooott!!!
Er war absolut schockiert über die Gedanken, die einfach so in seinen Kopf purzelten. Oh Gott! Was waren das für Gedanken?
Mنdchen waren scheiكe!
Mنdchen sind scheiكe! Hast du das verstanden, Hirn? Mنdchen sind scheiكe!
Das dachte Benny und lief purpurrot an.
Vivi setze sich in Bewegung und trat auf ihn zu. Sein Herz klopfte wie wild. Pfui! Was sollte das? So nah war ein Mنdchen noch nie an ihn herangetreten.
"He, Knallkopf!", sagte Vivi. "Wenn du mich noch genauer anglotzt fallen dir gleich die Augen aus." Ihr Grinsen wurde noch breiter und frecher. "Wobei ich zugeben muss, dass du gar nicht mal so übel aussiehst. Gehst du ins Fitnessstudio, weil du so durchtrainiert bist?"
"Ne!" Benny schüttelte heftig den Kopf. "Mit acht Jahren doch nicht!"
Demonstrativ rollte Vivi die Augen. "Ach ja, ich vergas. Aber mal ehrlich - willst du wirklich wieder zu so n´ mickrigen Bettnنsser werden? Bleib doch lieber so wie du jetzt bist. So gefنllst du mir viel besser aus auf deinem Einschulungsfoto…"
"Es ist nicht das Einschulungsfoto! Das Bild ist von Lins letztem Geburtstag und der ist erst ein halbes Jahr her!"
Vivi schüttelte lachend den Kopf. "Schon gut, es ist nicht das Einschulungsfoto."
"Wasnlooos?", lallte Dan und hob den Kopf. "Kamannischnbischleschlaaaaaafn?" Er streckte sich auf dem Bett aus und gنhnte aus ganzer Kraft.
"Wir sollten uns anziehen.", schlug Vivi vor und griff nach ihren Klamotten, die über einer Stuhllehne hingen.
Wنhrend sie sich ankleideten stand Dan schwerfنllig auf, holte einen Molkedrink aus dem Kühlschrank und griff nach der Fernbedienung.
Erneut rollte Vivi die Augen und flüsterte Benny ins Ohr: "Er ist immer so scharf auf die Dauerwerbung über Küchengerنte, frag mich nicht warum!"
Mit einem ganz leisen Klick ging der altersschwache Minifernseher an.
"...live vor Ort.", sagte eine gutgekleidete Frau in ihr Mikrophon. Es war irgendwo drauكen, der Morgenwind blies ihr um die Ohren und wehte ihr ihre dauergewellten Haare ins Gesicht.
"Hey!", stieك Dan enttنuscht hervor. "Fنllt die Sendung heute aus?"
"Lieber Gott im Himmel, wie kannst du das meinem Bruder nur antun?" Vivi tat als viele sie gleich in Ohnmacht.
Dan griff nach dem Kissen und warf es nach ihr. Lachend wich das Mنdchen aus.
"Niemand weiك woher er gekommen ist.", sprach die Frau weiter. "Etliche Schaulustige haben sich hier versammelt. Es ist wie im Mنrchen."
"Das sind die Nachrichten.", sagte Dan erstaunt. "Um diese Zeit kommen die doch gar nicht. Muss wohl was ganz auكergewِhnliches passiert sein."
Benny kniff die Augen zusammen. "Was ist das im Hintergrund? Das Schwarze da." Die Kamera ging etwas nach hinten und vergrِكerte den Blickwinkel.
"Wir sind hier mitten im groكen Park und der schwarze Turm, den sie hinter mir sehen, war bis gestern Abend noch nicht hier gestanden."
Es stimmte.
Ein gigantischer schwarzer Turm hob sich zwischen den Bنumen und Büschen empor, wie ein Schatten in der Abendsonne.
"Bei meinem Babe - was ist das?", schnaufte Dan schockiert.
Die Reporterin setzte sich in Bewegung und mit ihr auch die Kamera. "Die Polizei ist bereits vor Ort um sich ein Bild von dem mysteriِsen Turm zu verschaffen. Hier haben wir den Polizeichef Herr Hagen." Die Nachrichtensprecherin rنusperte sich. "Herr Hagen, gibt es irgendwelche Neuigkeiten über diesen Turm?"
"Nun.", begann der Polizist. "Nicht viel, nur dass der Turm gestern Nacht aufgebaut worden sein muss…aber es ist mir ein Rنtsel wie."
"Herr Hagen, hat die ِrtliche Polizei sich bereits Zutritt zu dem seltsamen Gebنude verschaffen kِnnen?"
"Auch das muss ich verneinen. Wir haben sogar begonnen über dem Boden, mit Hilfe von Hubschraubern, in das Gebنude einzudringen, doch es hat weder Türen noch Fenster. Es lنsst sich absolut nichts über diesen Turm sagen, nur dass er jetzt einfach da steht."
Die Reporterin drehte sich zur Kamera. "Ich gebe zurück ins Studio."
Das Bild wurde kleiner und ein anderes nahm seinen Platz ein. Ein Moderator mittleren Alters und im Anzug nickte. "Danke an unsere Mitarbeiterin vor Ort. Wir werden sie natürlich auf dem Laufenden halten. Und nun…"
Benny hِrte gar nicht mehr hin, er war schon zur Tür hinausgestürmt - mit seinem Rucksack. "Warte mal!", rief Vivi ihm nach und rannte ebenfalls zur Tür.
Als sie nach drauكen kam sah sie Benny, der wie angewurzelt dastand und zum Park hinüberblickte. Der Turm erhob sich wie eine mنchtige Sنule aus dem Grün.
Vivi hielt sich die Hand vor den Mund. "Das ist…"
Benny kramte im Rucksack herum, bis er das Tagebuch gefunden hatte. Er schlug es auf und holte die Zeichnung heraus. Neugierig lugte ihm das Mنdchen über die Schulter. Benny kümmerte es nicht, stattdessen verglich er den Turm mit der Zeichnung.
Letztendlich schlussfolgerte er: "Das ist nicht der richtige Turm."
"Wie?" Vivi verstand nicht.
Ohne ein Wort setze Benny sich in Bewegung.
"Mann! Bist du taub? Du sollst warten", fuhr Vivi ihn an und packte ihn am Arm.
Wütend drehte Benny sich um und befreite sich aus ihrem Griff. "Ich habe keine Zeit zum Warten, also lass mich in Ruhe!"
"Aber so…"
"Wo wollt ihr denn so schnell hin?", fragte eine schlنfrige Stimme. Dan kam halbbekleidet aus der Werkstatt getorkelt.
"Benny will zu dem Turm!", sagte Vivi, es hِrte sich wie ein Klagen an.
Dan stierte ihn verwundert an. "Zum Turm? Lass das mal lieber, die Polizei wird sich schon darum kümmern. Gehen wir lieber frühstücken, nach dem Aufstehen habe ich immer einen Bنrenhunger."
"Was soll die Polizei schon ausrichten, gegen einen Turm voller Magie?", entgegnete Benny unverfroren.
"Was?", sprachen Vivi und ihr Bruder wie aus einem Munde.
"Ich kann sie bis hierher fühlen, obwohl ich ein gutes Stück entfernt bin…", murmelte Benny. Und erneut trat er voran. Wنhrend des Gehens stopfte er das Tagebuch zurück in den Rucksack.
Dan und Vivi sahen sich kurz an - und folgten ihm.
"Na toll, gehe ich halt mit leerem Magen aus dem Haus.", knurrte Dan und sein Magen schloss sich ihm an.
Nach wenigen Schritten fing Benny an zu rennen und Vivi folgte ihm.
Nach einem weiteren qualvollen Aufseufzen schloss sich Dan der Rennerei an. Es dauert nicht lange bis sie im Park, am Fuكe des Turmes waren, da der gesamte Verkehr lahmgelegt war.
Blaue Lichter blinkten von den Polizeiautos durch die Menge, um den Turm war ein gelbes Kunststoffband gebunden und etliche Beamte versuchten den Wall sich vordrنngelnder Leute zurückzuhalten. Wنhrend Mنnner und Frauen in weiكen Anzügen und seltsamen Instrumenten den Turm abtasteten und absuchten. Auch die Reporterin und ihr Team standen nicht weit von ihnen entfernt und gingen ihr Sendeprogramm nochmals durch.
Und wie es der Zufall so wollte trafen sie gleich auf Jessi, Serge, Gummy und Joe, die ebenfalls der Schaulust nachgingen.
"Hey, Leute! Was macht ihr denn hier?", schrie Vivi über das Gemurmel der Menge hinweg. Die Jugendlichen drehten sich suchend um. Jessie entdeckte sie als erstes und winkte eifrig. Sie gingen zu den Gangmitgliedern hinüber.
"Schaut euch mal das riesige Ding da an!" Joe zeigte mit dem Finger auf den Turm. Serge richtete seine Brille auf der Nase. "Das ist physikalisch absolut unmِglich! Ein so hohes Gebنude kann nicht innerhalb einer Nacht errichtet werden, auch wenn es aus Fertigwنnden besteht!"
"Das mit der Cola gestern war auch physikalisch unmِglich, aber du hast es mit eigenen Augen gesehen. Erklنr mal das, Klugscheiكer!"
Jessi legte die Hand gegen die Stirn um bessere Sicht zu haben. "Was passiert jetzt? Wozu steht der Turm plِtzlich da?"
Benny tat es ihr nach. Der Turm war riesig, doppelt so hoch wie ein dreistِckiges Hochhaus. "Ich muss da rein!", verkündete er.
"Was???", riefen alle gemeinsam aus. Auch einige fremde Leute neben ihnen blickten ihn an als sei er geisteskrank. Doch er bahnte (und schupste) sich schon einen Weg nach vorne zur Absperrung.
"Dieser Junge ist einfach irre! Der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank!", نuكerte sich Gummy und fing an wie wild auf seinem Kaugummi herumzukauen.
"Kommt mit!", forderte Vivi sie auf und ging Benny nach.
Verstِrt fielen den Anderen die Kinnladen herunter, aber sie taten wie ihnen geheiكen. Also kamen sie zur Absperrung, nur noch ein Plastikband stand zwischen ihnen und dem Turm.
Dan kratze sich am Kinn. "Der scheint aus schwarzem Marmor zu bestehen."
"Und was sind das für Rohre, die den Turm entlangführen?", fragte Jessi erstaunt.
"Das sind keine Rohre - das sind Stromkabel!", stieك Serge hervor.
"Stromkabel? Wozu das denn?", gab Joe seinen Senf dazu.
Vivi runzelte die Stirn. "Hن? Was ist das?"
"Was ist was?", fragte Dan.
Vivi deutete auf die Straكe. "Das da! Und dort drüben ist noch eine und dort auch und dort!" Dan folgte ihrem Finger, sah aber nichts ungewِhnliches. Was meinte Vivi?
Wنhrenddessen tuschelten Joe, Gummy, Serge und Jessi über die Funktion der Stromkabel und Benny konzentrierte sich auf die starke Magie, die den Turm umgab. Er musste sich irgendwie Zugang verschaffen, aber wie? Nirgendwo erblickte er eine Tür oder ein Fenster. Vielleicht kam er mit Hilfe seiner eigenen Magie hinein? So wie bei dem Geschنft. Es gab zwar kein Schloss, das er mit Magie aufschlieكen konnte, aber irgendwas musste er doch ausrichten kِnnen!
Er stieg über die Absperrung hinweg. Die Leute um ihn herum staunten nicht schlecht, auch nicht der Polizist, der sich mit aufgerissenen Augen ihm sofort in den Weg stellte.
"Entschuldigung, junger Mann. Aber die Absperrung ist doch wohl überdeutlich als eine zu erkennen!"
"Ja, ich hab sie gesehen.", erklنrte Benny ihm. "Aber ich muss zu diesem Turm. Bitte, ich muss in den Turm gelangen!"
"Ich bitte dich wieder hinter die Absperrung zu…"
"Aber er muss da hinein!", protestierte Vivi stieg ebenfalls über das Band. "Glauben sie mir - dieser Junge muss einfach. Er weis was er tut!"
Mit empِrtem Ausdruck ِffnete der Polizist den Mund um etwas zu sagen, aber schon stiegen die anderen über das Band. Nur Dan, ebenso entsetzt wie der Polizist, blieb dem Gesetz treu und sprach: "Kommt sofort wieder her!"
Der Polizist legte Gummy eine Hand auf die Schulter. "Tretet sofort wieder hinter die…"
"Hast du nicht gehِrt, Vivi?" Nun tat auch Dan ein Bein über das gelbe Band.
"Hey! Nicht du auch noch!", brüllte der Polizist, jetzt wütend. Und auch die Schaulustigen protestierten jetzt gegen die Clique.
Benny nutze die allgemeine Aufregung und wandte seine Aufmerksamkeit ganz dem Turm zu. Er legte die flache Hand auf den Marmor. Der Stein war warm, wenn nicht gar heiك. Aber in den Nachrichten hatten sie das nicht erwنhnt - wie auch? Er war der Einzige, der die Hitze der vielen magischen Energie spürte, die in den Turm floss. Aber woher kam sie?
Er lieك ein wenig von seiner Magie frei. Seine Magie fühlte sich kalt an im Gegensatz zu der Energie in dem Turm. Es war nicht verwunderlich. Die Energie im Turm war ebenso riesig wie das Gebilde selbst. Es waren Unmengen an Energie. Mehr als es je ein einzelner Mensch haben kِnnte. Ein menschlicher Kِrper reichte gar nicht aus um eine solche Masse in sich aufzunehmen und festzuhalten -
Oh doch! Da gab es jemanden, einen einzigen Menschen, der das wahrhaftig geschafft hatte. Und dieser Mensch war Lin, seine Schwester. Sie trug das Millionenfache an Magie in ihrem Kِrper, als dieser Turm in sich vereinigte. Aber diese Magie war in ihr verborgen, man konnte sie nicht fühlen. Nicht ein Funken Magie war an ihr zu spüren. Plِtzlich fühlte er etwas anderes. Es war nicht die einfache Energie, die in den Turm hineinfloss - es war schwarze Magie und er hatte sie schon einmal gespürt.
In Ganons Schloss, als der schwarze Schleim ihn verschluckt hatte.
Und seine Ahnung sollte ihn nicht enttنuschen.
Er wollte die Hand zurückziehen, doch es war schon zu spنt. Der Stein wurde zu Schleim, der blitzschnell zupackte. Benny erschrak so stark, dass er aufschrie.
Abrupt endeten alle Streitgesprنche und die Gesichter wandten sich ihm zu.
Der Schleim hatte seine Hand samt Unterarm verschluckt. Wie ein Irrer zog und zerrte er an seinem Arm, doch der schwarze Schleim gab ihn nicht mehr frei. Im Gegenteil, er zog ihn Stück für Stück in sich hinein.
"Oh Gott!!!!!", schrie Jessi.
"Was ist das!?!", fragte Gummy.
"Es verschlingt ihn!", brüllte Vivi.
Der Polizist griff voller Schreck nach seinem Rucksack und zerrte daran. Vivi stattdessen packte Bennys anderen Arm und lehnte sich nach hinten. "Helft mir!", wies sie die anderen an. Sofort griff auch Joe zu und Jessi.
Serge griff ebenfalls nach dem Rucksack, Gummy war so in Panik, dass er nichts anderes wusste als noch energischer auf seinem Kaugummi herum zu malmen. Dan kam gar nicht durch.
"Zieht!", schrie Vivi.
Benny konnte nicht, weil fast sein ganzer Rumpf schon im Schleim versunken war. Nur noch ein Bein, ein Stück vom Rücken mit dem Rucksack, ein Arm und der Kopf sahen heraus.
"Hilfe!", kreischte er in Panik.
In diesem Augenblick riss der Rucksack. Und Serge und der Polizist fielen nach hinten, genau auf Gummy und Dan, die mit zu Boden gerissen wurden.
Benny wehrte sich mit aller Kraft und ebenso mit aller Kraft zogen die Jugendlichen an ihm.
Doch es war aussichtslos -
Als die schwarzen Schleimranken hervorschossen. Entsetzt schrieen sie auf. Joe lieك sogar den Arm los. Aber auch er entkam den Ranken nicht. Erbarmungslos umschlangen sie die drei Jugendlichen und zogen sie in den Schleim hinein.
Die Leute waren auكerstande sich zu rühren. Zu groك war der Schock.
Also taten sie nichts anderes, als zuzusehen, wie die fünf Jugendlichen vom Schleim verschluckt wurden. Und wie der Schleim sich wieder glنttete und hart wurde, zu Stein. So als wنre nichts gewesen.
Etwas abseits stand ein Auto. Eine schwarze Limousine stand auf der Straكe.
Durch die getِnten Fensterscheiben hatte die Insassin des exquisiten Luxuswagen das Geschehen beobachtet. Mit dem teuren Fنcher in ihrer Hand fنchelte sie sich Luft zu. Der Fنcher stammte aus China und war extra für sie angefertigt worden. Die schِnen chinesischen Zeichen auf der Rückseite zierten den Stoff. Auf der Vorderseite war eine atemberaubend schِne Landschaft aufgemalt worden. Von einer kleinen Wasserquelle, die eine Steinwand entlangfloss, umragt von zartrosanen Blumen.
Sie lachte leise und wandte sich an ihren Chauffeur. "James, sieht aus als hنtten wir ihn endlich gefunden…"

5. Kapitel
"Good day my dear servants!", sprach Kim und verschrنnkte die Finger ineinander. Er saك in einem groكen ledernen Sessel. Vor ihm war der gigantische Zentralcomputer. Der Bildschirm nahm die ganze Wand vor ihm ein.
Auf diesem waren mehrere Fenster zu sehen mit verschiedenen Mنnnern und Frauen aus der ganzen Welt. Sie waren allesamt reich oder mنchtig, ja manche sogar beides. Doch eigentlich hatten sie nichts miteinander zu tun. Nie.
Nur der leichte rote Schimmer der Haare war bei allen der gleiche. Allerdings hatten nicht wenige die Haare gefنrbt oder waren gar so alt, dass die Haare ergraut oder ausgefallen waren.
Nun, sie hatten nie etwas miteinander zu tun gehabt, sie kannten sich nicht einmal persِnlich - bis zu jenem Tag!
Als er, ihr Kِnig, in dieser Zeit eingetroffen war.
"Let our meeting began." Er lachte, was seine Untertanen am Bildschirm verwirrte.
Kim sprach flieكend Englisch. Und auch Deutsch, Franzِsisch, Spanisch, Russisch und Latein. Er hatte sich jahrelang nur darauf vorbereitet seine Bestimmung zu erfüllen. Demnach beherrschte er auch alle Sprachen, die die Landessprache einflussreicher Lنnder bedeutete und auf ihre Weise wichtig für ihn sein konnten.
Ein Mann in einem der mittleren Fenster rنusperte sich und ergriff das Wort: "Lord, allows me, for all of your loyal subordinate, to emphasize that it is the greatest honour to greet you in our time!" (Wer mir den Satz korrekt übersetzten kann, dem widme ich den nنchsten Teil ^o^) Zustimmendes Gemurmel erklang.
Kim konnte sich nicht erinnern je geduldig gewesen zu sein. Darum stieg allmنhlich Wut in ihm auf, aber er lieك sie sich nicht anmerken. Er hob nur die Hand um dem Getuschel Einhalt zu gebieten.
"Time and tide wait for no man, dear Ladies and Sirs!", sprach er.
Seine Diener wurden noch nervِser als sowieso schon, was ihn amüsierte, aber auch das lieك er sich nicht anmerken. Er hatte sich fest vorgenommen von Auكen genauso kühl und gleichgültig zu wirken wie sein Meister. Es war nِtig sich niemals eine Blِكe zu geben, das hatte er gelernt.
Nun fuhr eine Frau fort: "My Lord, we did your advice…Ich glaube ihr habt die Nase voll vom English, darum übersetze ich mal …wie Ihr es befohlen hattet!"
"Stehen die Türme also?"
Die Frau nickte leicht. "In jeder Stadt mit mehr als zweihunderttausend Einwohnern. Sie sind über Nacht errichtet worden, mit Hilfe der Magie, die Ihr uns über das digitale Netzwerk gesendet habt."
Ah, das Internet! Eine tolle Erfindung der heutigen Zeit. Er konnte seine Magie einfach digitalisieren und sie in normalen E-mails verschicken. Es war lنcherlich einfach. Kim lachte in sich hinein. "Nun gut…", sprach er. Und er begann über seine Plنne zu sprechen, über die weiteren Vorgehensweisen und er gab die nنchsten Befehle.
Er war es, der die meiste Zeit redete. Seine Untertanen wagten es kaum ihn zu unterbrechen, nachzufragen oder gar zu widersprechen. Als er geendet hatte verabschiedete er sie schnell, er wollte sich schnell ihrer entledigen. Ohne ein weiteres Wort trennte er die Verbindung zu allen seinen Anhنngern auf dem Bildschirm, ausnahmslos.
Schlieكlich brauchte er seine Ruhe. Aber die lieك noch lange auf sich warten.
Hinter ihm traten drei Menschen ein.
Es waren Matthew und die beiden Frauen, denen er gestern im Gang begegnet war. "Was habt ihr zu berichten?"
Die drei fielen vor ihm auf die Knie, obwohl er ihnen den Rücken zugewandt hielt.
Matthew sprach: "Der Chef des Elektrizitنtsunternehmen bittet um Eure Gnade. Es gab einige Komplikationen mit dem Satelliten, die in nنchster Zeit nicht behoben werden kِnnen. Darum bittet er Euch Eure Plنne etwas zu verschieben."
"Das werden sie sowieso. Ohne mein Kind kann ich meine Aufgabe ohnehin nicht erfüllen! Aber sag, warum schickt er dich als Vermittler? Warum teilt er es mir nicht persِnlich mit?"
Schweigen folgte. Keiner antwortete ihm.
Das erzürnte ihn nur noch mehr. "Klebt dir die Zunge am Gaumen?"
Eine Frau antworte an Metthews Stelle: "Herr, er sagte uns er fürchte sich vor eurer Reaktion, darum lag es ihm nنher uns zu schicken."
"Verstehe…", erwiderte Kim und musste lachen. Es war ein kaltes und erbarmungsloses Lachen. Er erschreckte selbst über dieses Lachen. Es lieك ihm das Blut in den Andern gefrieren. Wie mussten sich dann die drei Untergebenen hinter ihm fühlen?
"Es ist schon seltsam. Ihr kennt mich gar nicht und habt schon so groكe Furcht vor mir. Und solch jنmmerliche Gestallten dürfen sich die Nachkommen des Wüstenvolkes nennen…"Beschنmt senkten die drei den Kopf.
Kim erhob sich aus seinem Sessel und trat um ihn herum. Die drei jungen Menschen knieten noch immer bibbernd am Boden.
"Erika!", befahl er. Die junge Frau, die eben gesprochen hatte, hob den Kopf. "Du wirst den Turm nicht verlassen. Ich will, dass du bei meiner Frau bleibst und sie umsorgst!"
"Ja, Herr." Die Frau erhob sich, verbeugte sich und verlieك den Raum.
Dann musterte Kim die beiden ـbrigen. "Ihr beide sorgt dafür, dass mir jegliche abnormalen Vorkommnisse im Zusammenhang mit den schwarzen Türmen umgehend berichtet werden. Die Menschen haben sie sicher schon zur Kenntnis genommen und wer weis was sie vorhaben. Ich will nicht, dass einer meiner Türme beschنdigt wird!"
"Ja, Herr.", erwiderten auch die beiden im Chor und verlieكen umgehend den Raum.
Kim atmete erleichtert aus. Ihm gefiel seine Rolle ganz und gar nicht.
Jahrelang hatte er sich beschwert, dass er Ganon bedingungslos hatte gehorchen müssen und nun, da er der war, dem man bedingungslos zu gehorchen hatte, fühlte er sich überfordert. Herrscher zu sein war sehr gewِhnungsbedürftig.
Der Bildschirm sprang wieder an und er wنre vor Schreck beinahe hingefallen. Er hatte sich zu sehr von seinen Gedanken mitreisen lassen.
Ein Fenster, mit dem Gesicht eines jungen Mannes war aufgetaucht.
"Herr.", begann der Mann. "Erlaubt mir zu sprechen."
Kim klammerte sich an den Sessel fest und nickte. Er versuchte sein pochendes Herz zu beruhigen.
"Herr, es sind Eindringlinge im Turm Nr. 2649!"
Kim runzelte verblüfft die Stirn.
Jemand war in einen Turm eingedrungen? Wer und wie hatte es geschafft? Seine Türme waren durch einen seiner stنrksten Zauber geschützt!
Mit einem Schwenker seine Hand setze er sich wieder auf den Sessel. "Zeig mir die Eindringlinge!"
Sofort tippte der junge Mann auf einer Tastatur herum, die vor ihm liegen musste. Das Fenster mit ihm wurde kleiner und machte mehreren Fenstern aus verschiedenen Perspektiven platz.
ـberhaupt nicht schlecht staunte Kim über das, was er da zu sehen bekam.
Es war Benny, der sich, noch benommen, bemühte auf die Beine zu kommen. Mit drei Weiteren, die Kim nicht kannte. Aber die waren ohnehin bedeutungslos.
Es wunderte Kim wie schnell Benny seinen Weg gekreuzt hatte. Der Kleine gefiel ihm immer mehr. Das konnte noch sehr lustig werden. Dafür, dass ihm einmal nur eine Rolle als Pfandgut zugetan gewesen war, bewerte er sich jetzt.
"Soll ich sie gefangen nehmen oder gleich beseitigen?", fragte der junge Mann.
Kim schüttelte den Kopf. "Nichts von beidem. Lass sie nur machen…"
Der Mann schien über seinen Befehl schockiert. "Aber Herr! Wenn sie in den Enerigesammelraum gelangen und den Chip beschنdigen ist der Turm zerstِrt!"
"Erst einmal müssen sie überhaupt dorthin gelangen und den Zauber brechen, der den Chip umgibt. Auكerdem, sollte es ihnen gelingen, was ich stark bezweifle, macht es mir ohnehin nichts aus. Diese Stadt ist nicht von Nِten, so mickrig wie sie ist."
Der Mann schien überhaupt nicht mit seinem Befehl zufrieden, nickte aber und wollte sich bereits ausklinken als -
"Noch etwas!", sagte Kim abrupt. Der Mann sah auf. "Siehst du den Blonden?"
"Ja, Herr."
"Ich will sehen wie stark er ist. Messe dich mit ihm!"
"Ja, Herr."
Dann erlosch die Verbindung und der Bildschirm wurde wieder schwarz.
Kim lehnte sich tief in den Sessel hinein. Er war ziemlich müde, aber die Nacht lieك noch auf sich warten. Er massierte sich die Schlنfen.
Leise…ganz leise glitt die Tür auf…
Mit einem Knarren, das nicht mehr als ein Flüstern zu sein schien.
Die schwarze Gestallt, in der Dunkelheit des Raumes verborgen, glitt ebenfalls hinein. Nichts war zu hِren. Weder wie die Tür ins Schloss fiel, noch die Schritte der Gestallt. Einzig der raschelnde Atem hallte von den Wنnden.
Kim trippelte mit den Fingerspitzen auf der Sessellehne.
Ein leises Lachen entfuhr seinen Lippen. "Ich hatte nicht gedacht, dass du kommst."
Die Gestallt kniete nieder und antwortete mit fester Stimme: "Herr, Ihr habt gerufen und ich kam. Nichts stelle ich über meine Loyalitنt zu Euch!"
"Ach, und ich soll dir vertrauen?", widersprach Kim.
Die Gestallt legte sich die flache Hand auf die Brust. "Seit meiner Geburt gehِrt mein Leben Euch. Kein Grund wنre gut genug um einen Verrat an Euch zu rechtfertigen."
"Nun gut. Dann sollst du gleich einen Befehl erhalten.", fuhr Kim fort und hob die Hand. Mit dem Finger zeigte er auf Benny, der damit beschنftigt war einem Mنdchen auf die Beine helfen zu wollen. "Ich will, dass du ihn beobachtest und mir über alles berichtest was er tut. Weiche nicht von seiner Seite!"
Die Gestallt erhob sich und sprach: "Wie Ihr befiehlt, Herr."
Benny war der Erste, der sein Bewusstsein wiedererlangte.
Langsam und vorsichtig setzte er sich auf. Ihm war schwindelig. Darum packte er sich an seinen schweren Kopf und blinzelte. Ihm war kotzübel, dabei war es ja nicht das erste Mal.
Etwas von ihm entfernt lagen die anderen drei Anderen.
Noch benommen bemühte er sich auf die Beine zu kommen. Und dann versuchte er sein Gleichgewicht zu halten. Was mit dem Schwindel nicht gerade leicht war!
Seine Augen gewِhnten sich an die Umgebung und er blickte sich um.
Sie befanden sich in einem kleinen Raum, der keine Fenster besaك. Nur eine Tür wartete auf der Gegenseite darauf genutzt zu werden.
Doch es gab nicht einmal eine Lampe, weder an der Decke noch eine einfache Tischlampe, die in der Gegend herumstand. Trotzdem war es vollkommen hell, denn alle Wنnde, einschlieكlich Decke und Boden, gaben Licht ab. Ein farbloses Neonlicht, in dem sie schwammen.
Er trottete, mehr schlecht als recht, auf Vivi zu und berührte sie an der Schulter. "Vivi, wach auf! Wach auf!"
Der giftgrüne Schopf bewegte sich und Vivi gab einen nِrgelnden Laut von sich. "Was ist denn los?", nuschelte sie und ِffnete die Augen.
Plِtzlich war sie hellwach und setze sich auf. "Wo sind wir?"
"Im Inneren des Turmes. Der schwarze Schleim hat uns hergebracht.", erklنrte Benny. Vivi fasste sich an den Kopf. "Ich fühl mich als wنre ich zehn Stunden hintereinander Achterbahn gefahren."
Er reichte Vivi die Hand, er wollte ihr aufhelfen. Kurz sah sie seine Hand auch an, aber dann schlug Vivi sie weg. Wنhrend sie sich mühsam von selbst erhob fauchte sie: "So weit kommt es nicht, dass ich mir von einem Jungen aufhelfen lassen muss!"
Benny zuckte die Achseln und machte sich eilends daran auch die anderen Beiden auf die Beine zu bekommen. Joe erhob sich sofort.
Aber mit Jessi hatte er mehr Mühe. Sie weigerte sich erst aufzuwachen. Dann schrie sie: "Wo sind wir?"
Die Wنnde warfen ihren Schrei als Echo zurück. Hunderte von Jessis schrieen. "…sind wir….sind wir…"
"Mein Gott, Jessi, halt die Klappe!", zischte Vivi.
Beleidigt blies Jessi die Backen auf.
Vivi stemmte die Arme gegen die Hüften und lieك ihren Blick schweifen. Bis er an der Tür hنngen blieb. "Gehen wir!"
Die drei Jugendlichen wollten sich in Bewegung setzen, doch Benny vertrat ihnen den Weg.
"Ich muss euch etwas sagen!", begann er. "Ich weis zwar nicht was genau uns erwartet, aber ich weis, dass es sehr gefنhrlich…"
Vivi stieك ihn zur Seite. "Jaja Superhero. Ich weis schon."
"Nein, ich meine es ernst. Ihr kِnntet euer Leben verlieren! Bleibt stehen! Ich weis wovon ich spreche! Verdammt noch mal!" Er war ja echt frustriert, wenn er schon anfing wie Lin zu fluchen.
Er lief ihnen nach und brüllte weiter in was für einer Gefahr sie sich befanden.
Plِtzlich blieb Vivi stehen und er knallte gegen sie. Nachdem sie ihm einen Faustschlag in die Magengegend verpasst hatte, baute sie sich vor ihm auf.
"Na schِn, du Warmduscher!" Sie griff in ihre Hosentasche, holte den Butterfly heraus und klatschte ihn Benny in die Hand. "Damit du dich etwas sicherer fühlst!"
Benny, und nicht nur er, starrte mit groكen Augen auf das Metall in seiner Hand.
"Das ist doch nicht dein Ernst! Du gibst dem deinen Butterfly?"
Vivi zuckte die Achseln. "So wie er sich anhِrt hat er es nِtig."
Doch Benny zerbrach sich über etwas ganz anderem den Kopf. "Aber dann hast du keine Waffe mehr! Wie willst du dich verteidigen?"
Vivi sah ihn an als gehِre er sofort in die Klapsmühle. "Wie bitte?"
"Ich meine es absolut ernst, Vivi!"
Das Mنdchen rollte die Augen. "Okay, okay!" Erneut kramte sie in ihrer Tasche und holte ein rotes Taschenmesser heraus. "Da, siehst du? Ich habe noch was!"
Einigermaكen zufrieden nickte Benny und wandte sich ab. Er ِffnete die Tür und wartete bis die anderen Drei sich zu ihm gesellt hatten. Gemeinsam traten sie in den neuen Raum.
Auch dieser war winzig klein. Und es führten zwei weitere Türen hinaus, eine links und eine rechts.
"Was machen wir jetzt?", fragte Joe. "Welche Tür?"
"Wo wollen wir eigentlich hin?", fragte Jessi.
Doch Vivi starrte schon wieder mit zusammengekniffenen Augen. "Da sind die ja schon wieder!" Sie ging an der Wand entlang, in Richtung der linken Türe.
"Eh, warte mal! Wo gehst du hin, Vivi?", fragte Joe.
Vivi drehte sich zu ihm um. "Na, ich folge den weiكen Linien!"
Jessi hopste nach hinten, als hنtten Vivis Worte sie verbrannt. "Was für weiكe Linien?"
Vivi deutete mit dem Finger. "Na die da! Seid ihr blind? Die Linien, die an den Wنnden zu der Tür führen."
Benny klappte der Mund nach unten. "Du kannst sie sehen? Du kannst die Energiestrِme sehen?"
"Energiestrِme?", wiederholte Joe verwirrt.
"Ich habe sie schon auf der Straكe drauكen gesehen…Was sind Energiestrِme?"
"Ich weis nicht genau aus was für einer Energie diese Strِme bestehen, aber sie werden irgendwo hier im Turm in Magie umgewandelt. Darum auch diese starke Ausstrahlung des Turmes, die ich spüre."
"Verstehe ich nicht.", erwiderte Jessi. "Aber ich will hier trotzdem so schnell wie mِglich raus!"
"In Magie umgewandelt?", bohrte Vivi weiter nach.
"Ja, man kann alle Art von Energie in Magie umwandeln, wenn man es beherrscht. Ich habe mal gesehen wie Ganon Energie aus der Luft gezogen und zu einer explosiven Magiekugel umgewandelt hat. Wir wنren fast gestorben!"
Joe fragte: "Aus der Luft gezogen?"
Jessi fragte: "Explosive Magiekugel?"
Vivi fragte: "Ganon? Der Vater von dem, der jetzt die Welt bedroht?"
"Ja, genau der."
"Das klingt wie in einem Computerspiel!", entgegnete Joe.
Benny schlug mit der Faust auf die flache Hand. "Er hat meine Schwester in der Gewalt und ich muss sie befreien!"
"Dann lasst uns gleich damit beginnen!", rief Vivi wie einen Kampfschrei aus und rannte zur linken Tür.
"He, warte mal!", stieك Joe aus und rannte ihr nach.
Benny und Jessi sahen sich an, zuckten die Achseln und wollten hinterher -
doch in diesem Moment vibrierte die Decke. Jessi kreischte. Und noch bevor die Vier begriffen wie es um sie geschah - donnerte eine Wand aus der Mitte der Decke und teilte den Raum in zwei.
Das eigentliche Problem bestand darin, dass sich Vivi und Joe auf der linken und Benny und Jessi auf der rechten Seite der Wand befanden. Was sollten sie jetzt machen?
Joe starrte voller Entsetzen auf die Wand, die aus dem Nichts gekommen war, naja aus der Decke, aber einfach so, ohne jeglichen Grund.
"Scheiكe! Was soll denn das?"
Er machte anstallten zur Mauer zu laufen, aber Vivi hielt ihm am Kragen seines Pullovers fest. "Nix da! Wir gehen da lang!" Sie deutete auf die Tür.
"Aber die anderen Beiden sind doch…"
"Ich will endlich das ende dieser Strِme finden!", entgegnete Vivi scharf. Sie lieك keinen Widerstand durchgehen. Sie ِffnete die Tür.
Dahinter…keiner der beiden wollte seinen Augen trauen. Eine breite Wendeltreppe schlنngelte sich vor ihnen nach oben.
"Ne oder? Nicht da rauf!", pfiff Joe zwischen den Zنhnen hervor.
Vivi sah ihn an und lنchelte frech. "Und ob!"
***
Wنhrenddessen hنmmerte Benny mit seinen Fنusten auf die Wand ein. "Vivi! Joe!", brüllte er. "Kِnnt ihr mich hِren?"
"Oh Gott! Was machen wir nur, was machen wir nur?", kreischte Jessi und zupfte hysterisch an ihrem knappen Mini herum.
Benny drehte sich zu ihr um. "Jetzt bloك keine Panik, in Ordnung? Wir kommen hier schon raus."
"Aber wie? Wie?", kreischte Jessi weiter.
Benny sah sich um. Da war nur die rechte Tür, die ihnen als einziger Weg zur Verfügung stand. Deshalb ging er zur Tür und schlug sie auf.
Vollkommene Dunkelheit starrte ihm entgegen.
"Da willst du doch nicht wirklich reingehen!", schluckte Jessi.
Doch er hatte keine Lust mehr ihr Gekreische zu ertragen, darum trat er einfach ein. "Benny! Lass mich nicht allein!", schrie Jessi in ihrer Verzweiflung und stürzte ihm hinterher. Sie knallte gegen ihn und trieb ihn tiefer in den Raum hinein.
Dann gab es einen lauten Knall, das Licht, das durch den anderen Raum hineingefallen war, erlosch mit dem Zuknallen der Tür. Auch folgte ein ebenso lautes Klicken.
Sie waren eingesperrt.
Benny erhob sich. Es war absolut finster, er konnte die eigene Hand vor Augen nicht annنhernd erkennen. Wie Jessi anfing zu heulen hِrte er allerdings doch.
"Was machen wir jetzt? Wir sind eingesperrt und es ist dunkel!", heulte sie. "Und wir sind ganz alleinnnnnnn…"
"Ihr seid nicht allein!", sprach eine Stimme plِtzlich.
Es war weder Jessis noch Bennys Stimme.
Dur die Finsternis hallte ein Klatschen.
Genau in diesem Augenblick gingen die Lichter an. Ein Paar nach dem anderen. Es waren hunderte von runden kleinen Lampen, die in die Wنnde eingegeben waren. Der Raum war zehn Schritte breit, aber um das fünffache lang, wie ein Flur.
Und auf der gegenüberliegenden Seite war ein Spiegel auf die Wand gehنngt. Ein Schlangenkopf mit aufgerissenem Maul, das die glatte Spiegelflنche hielt.
Genau davor stand ein junger Mann, eigentlich kaum نlter als er selbst. Ein Junge, der an der Schwelle zum Mannsein stand.
Der Mann hatte einen Speer in der Hand. Mit ernstem und feindseligem Blick fixierte er Benny. Und nur Benny. Jessi schien er gar nicht wahrzunehmen.
"Ihr hنttet niemals herkommen sollen! Mein Herr erlaubt keine Einmischung in seine Plنne!", sprach der Mann weiter.
Benny fuhr sich mit dem Handrücken unter die Nase und entgegnete: "Wenn ich ihn stِre, dann soll sich dein Herr dorthin verpissen, von wo er gekommen ist!"
Das Gesicht des Mannes lief dunkelrot an. Mit vor Zorn zitternder Stimme schnaubte er: "Du wagst es meinen Herrn zu beleidigen!"
"Und ob…", wollte Benny fortfahren.
Jessi riss wie verrückt an seinem ؤrmel. "Bist du bescheuert? Mach ihn doch nicht noch wütend!"
"…ich das tue! Dein Herr ist ein…" Er suchte nach einem besonders bِsen Schimpfwort. Ein schmutziges, das an Vulgaritنt kaum noch zu übertreffen war. Etwas das so widerlich und ekelerregend war, dass es zivilisierten Leuten nicht einmal in ihren kühnsten Trنumen über die Lippen kam. "…Blِdmann!"
Das war der Tropfen, der das Fass zum ـberlaufen gebracht hatte.
Mit einem Schrei stürzte der Mann vor, mit schnellen Schritten und erhobenem Speer rannte er auf sie zu. Jessi schrie auf.
Doch Benny schrie: "Rühr dich nicht von der Stelle." Und stürzte ebenfalls dem jungen Mann entgegen. Nicht wegen seines nicht existentialen Mutes, sondern weil er vertraute. Er vertraute darauf, dass er der Held der Zeit war und somit eine angeborene Gabe zum Nahkampf. Er war eben nur ein naiver kleiner Junge.
Im Rennen klappte er das Messer von Vivi auf. Die Waffen trafen aufeinander. Es gab ein Klirren. Jessi beobachtete den Kampf aus sicherer Entfernung, jedoch mit groكen Augen.
***
"Wie weit ist es denn noch?", klagte Joe. "Ich kann nicht mehr!"
"Hِr auf zu jammern!", befahl Vivi.
Sie hatten schon tausende von Stufen hinter sich gebracht. Auch Vivi musste zugeben, dass sie durchgeschwitzt war und bald zusammenbrechen würde, wenn nicht endlich ein Ende in Sicht kam.
"Wie weit ist es denn noch?", klagte Joe erneut.
"Mann, hِr endlich auf! Ich kann auch nicht mehr, also…"
In diesem Moment hِrte die Treppe auf.
ـberglücklich sprang Joe die letzten Stufen hoch und schnaufte erleichtert, als er oben angekommen war. "Ich liebe…dieses…Stockwerk!", hechelte Joe.
"In Ordnung, aber bei Fuك. Hopphopp mein kleine Wauwau!", entgegnete Vivi.
Joe winkelte die Arme an und hechelte übertrieben. Beide mussten lachen.
Die Tür, am Ende der Treppe zischte auf und beide fuhren zusammen. Erst sahen sie die Tür an und dann sich.
Vivi lacht über diese Einfachheit. "Worauf wartest du noch, Joe? Auf eine schriftliche Einladung?"
Hand in Hand trنllerten sie durch die Tür. Doch als sie das Zimmer betraten - blieben beide wie zur Sنule erstarrt stehen.
"Was ist das?", stieك Joe hervor.
Es war ein seltsames Gebilde, das da mitten in der runden Kammer stand. Ein merkwürdiges Gerنusch ging davon aus. (Das von den Siegeln aus OoT - sorry, hab keine Ahnung wie ich das beschreiben soll) Es war furchtbar laut.
Mitten im Raum ragte eine Sنule heraus. Darauf lag ein Glaskasten. Und von den Wنnden stiegen gigantische Bِgen heraus, die von Stromkabeln umwickelt waren. Alle liefen in eine kleine Spitze über, direkt über der Vitrine.
Der Weise Strahl schoss aus der Spitze und bildete eine Kugel aus weiكem Licht um die Vitrine.
"Ist das dieser weiكe Energiestrom?", fragte Joe erstaunt. Hier war so viel Energie vereint, dass auch er es sehen konnte.
Vivi überging seine Frage und stellte sich vor die Sنule. Genau unter dem Glaskasten war ein schwarzes Feld angebracht, wie es sie auch auf Uhren mit Digitalanzeige gab. Darauf standen die zwei roten Buchstaben O und N - ON.
In der Vitrine befand sich ein…
"Ein Chip?", staunte Vivi. "Ist das ein Chip wie bei einem Computer? Ein Prozessor von irgendwas?"
"Finden wir es heraus.", meinte Joe kurz angebunden und griff nach der Vitrine. Doch als seine Finger die Kugel berührten wurden genau diese Stellen dunkelviolett. Das merkwürdige Gerنusch verstummte.
Die Finger noch in der weiكen Energiemasse blickte Joe auf. "Was ist jetzt los?"
"Ich weis nicht.", antwortete Vivi.
Plِtzlich zischte ein Blitz aus der Energie und ehe Joe vor ـberraschung schreien konnte traf dieser ihn mitten in den Bauch und schleuderte ihn an die Wand. Benommen und mit mordsmنكigen Bauchschmerzen rutschte er an ihr herunter und blieb liegen. Joe winselte am Boden.
Aus Vivis Gesicht war die Farbe gewichen. Sie eilte zu ihm. "Geht es dir gut?"
"Mir tut…alles…weh!!!", schnaufte Joe.
Ernst stand Vivi auf und marschierte mit sنuerlichem Gesicht auf die Sنule zu.
"Was machst du da…Vivi? Tu…das nicht!", brüllte Joe ihm hinterher.
"Und ob ich das tue! Ich werde mir jetzt den Chip schnappen!" Mit diesen Worten tauchte sie ihre Hنnde in die weiكe Energie. Auch dieses Mal fنrbte sich die Energie dunkelviolett. Blitze zuckten heraus.
Ihre Hنnde fingen an zu schmerzen, als stünden sie in Flammen. Doch Vivi gab nicht auf! So sehr es auch schmerzte sie tauchte immer tiefer ein.
Joe, der in der Ecke lag, starrte sie an.
Die Blitze wurden immer mehr und wilder. Sie zischten durch den Raum. Die violette Farbe blieb jetzt nicht mehr nur um ihre Hنnde, sondern breitete sich in der ganzen Kugel aus. Das Brennen wurde so stark, dass Vivi anfing zu schreien. Doch je mehr sie schrie umso grِكer wurde das Verlangen die Vitrine zu erreichen.
Joe musste die Augen schlieكen, das Licht war zu grell.
Bis es ganz violett wurde - und mit einem saugenden Gerنusch sich schlieكlich ganz auflِste. Vivi hatte die Vitrine berührt. Und sie atmete schwer wegen der Anstrengung. Auf der Digitalanzeige erlِsch das ON und wurde zu dem Wort OFF.
Mit erstauntem ebenso wie entsetztem Gesichtsausdruck stand Joe auf und gesellte sich neben sie. "Wie hast du das gemacht?"
"Keine Ahnung.", entgegnete Vivi und holte ihr Taschenmesser hervor. Zwischen dem Dosenِffner, Korkendreher, Schraubenzieher und dem ganzen Rest klappte sie das Messer hervor und kratze am unteren Rand der Vitrine.
"Meinst du das ist eine Gute Idee, wenn du den Chip da rausholst?", fragte Joe skeptisch.
"Keine Ahnung.", wiederholte Vivi. "Wir werden sehen."
Mit einem leisen klick ِffnete sich die Vitrine. Der Deckel aus Glas glitt nach oben. Wie ein Arzt bei einer besonders komplizierten Operation wischte sich Vivi den Schweiك von der Stirn und setzte das Messer an der Rille zwischen Chip und Nische. Mit einem Zug hievte sie das winzige Quadrat heraus und griff danach. Winzigklein lag es auf ihrer Handflنche. Und sie spürte etwas, das von ihm ausging. "Ist das Magie?", fragte sie.
"Hن?" Joe nahm es ihr ab. Doch er spürte gar nichts. "Also ich spüre gar nichts."
Sie nahm es ihm wieder ab und stopfte es mit ihrem Messer in ihre Hosentasche. "So, jetzt kِnnen wir nach einem Ausgang su…"
In diesem Moment vibrierte der Boden.
Das digitale Feld wurde wieder schwarz - und dann erschien das rote Wort ERROR.
Die Lampen wurden rot und eine mechanische Stimme surrte: "Error…Error…"
"Wir müssen hier schnell raus!", kreischte Vivi, packte Joe am Oberarm und rannte aus dem Raum und die Treppe hinunter.
***
Erneut peitschten die Waffen aufeinander. Die Gegner schuppsten sich gegenseitig nach hinten und gingen auseinander. Beide keuchten.
Benny hechelte um Luft. Er war auكer Atem und bald schon ging ihm die Kraft aus, da war er sich sicher. Der Mann war stنrker als er, er hatte nur den Vorteil besserer und schnellerer Reflexe, aber sie lieكen nach.
Doch nicht nur ihn, sondern auch den Mann ging die Kraft aus. Er stützte sich mehr auf seinen Speer als auf seine eigenen Füكe. Jessi stand wنhrenddessen zusammengekauert neben der Tür. Sie hatte furchtbare Angst davor, dass Benny den Kampf verlor. ـberhaupt was sollte das mit dem Speer? Waren sie im Mittelalter?
"Du kنmpfst gut.", keuchte der junge Mann.
"Ich will meine Schwester zurück!", gab Benny zur Antwort.
Der Mann stellte sich kerzengerade auf. "Das kann ich nicht bestimmen. Der Herr lنsst sie nicht gehen."
"Dann helfe ich eben nach!", schrie Benny hob das Messer und -
Der Boden vibrierte. Die neonweiكen Lichter fنrbten sich signalrot.
"Error…Error…Error…Error…Error…Error…Error…Error…Error…Error...", tِnte die mechanische Stimme.
Die drei Anwesenden fuhren auf und sahen sich um.
"Was ist da los?", kreischte Jessi und schrie wie von der Wespe gestochen.
Doch am entsetzten war der junge Mann. "Sie haben den Chip entfernt! Wie konnte das geschehen?"
Plِtzlich strahlte der Spiegel auf. Und eine Stimme sprach: "Raik! Komm zurück. Der Turm ist verloren!" Es war die Stimme Kims.
Augenblicklich machte der junge Mann auf den Absنtzen kehrt und rannte zum Spiegel.
"Vergiss es!", brüllte Benny und folgte ihm.
"Nein, Benny! Wir müssen hier raus!", kreischte Jessi und riss an der verriegelten Tür herum. Benny rannte und rannte, seine Beine wurden immer schneller.
Doch Raik hatte einen zu groكen Vorsprung. Mit einem letzen Sprung - stürzte er einfach durch den Spiegel.
"Nein!", schrie Benny.
Sofort erlosch das Strahlen.
Benny knallte gegen den Spiegel.
Gleich darauf sprang er auf die Beine und donnerte seine Fنuste auf die schimmernde Flنche. "Lasst mich durch! Lasst mich durch!", brüllte er die Schlangenstatue an.
"Benny, der Turm stürzt ein!", kreischte Jessi voller Todesfurcht.
Vor Wut griff er nach dem Messer, holte aus - und stieك es in den Spiegel.
Als das Messer auf den Spiegel traf, zerbrach die Klinge in tausend kleine Stücke. Benny stand vor dem Spiegel und starrte sich an, er war verzweifelt.
Plِtzlich entstand da, wo die Messerschneide hنtte einen Stich hinterlassen müssen ein winziger Riss.
Aus dem Riss brachen kleine ؤstchen von weiteren Rissen heraus. Diese wurden grِكer und grِكer. Bis auch der Spiegel in Scherben zerbrach. Vor Bennys Augen.
"Der Turm stürzte einnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn!", schrie Jessi. Benny sah auf, nach oben.
Die Decke stürzte auf sie hernieder…

"Bitte treten sie zurück!", brüllte der Polizist über das Gekreische der Menge hinweg.
"Was ist mit den Kindern!", schrie ihm eine Frau entgegen. "Wieso unternehmen Sie nichts? Die Kinder müssen befreit werden!"
"Wir tun was wir kِnnen, aber bitte treten sie zurück!", verteidigte nun ein anderer Polizist.
"Was sollen wir tun? Vivi und die anderen wurden einfach verschlungen!", sagte Serge.
"Von einem schwarzen…Schleim!", setzte Gummy nach.
"Von einer undefinierbaren, antimateriellen Masse! Oder nicht?", meinte Serge noch. "Bleibt ganz ruhig!", wies Dan sie an. "Wir kِnnen sowieso nichts tun!"
In diesem Augenblick vibrierte auch drauكen vor dem Turm die Erde.
"Was ist das?", schrieen die Leute entsetzt.
"Ein Erdbeben?"
Plِtzlich zeigte ein Mann hoch zum Turm und brüllte: "Der Turm stürzt ein! Der Turm!"
Die Menge stنubte auseinander. Panisch kreischende Leute rannten in alle Richtungen davon. Selbst die Polizisten hielt es nicht mehr zurück. Auch sie schrieen und rannten davon. Der Turm schwankte und bebte.
Serge und Gummy wollten ebenfalls davonlaufen, doch Dan hielt sie am Kragen fest. "Halt, wir bleiben da!"
"Spinnst du? Wir werden noch vom Turm erschlagen!", entgegnete Gummy protestierend.
Es war ohnehin zu spنt. In diesem Moment fiel der Turm in sich zusammen. Die Spitze explodierte und stürzte auf das oberste Stockwerk, das viel auf das nنchste und wieder das nنchste. Wie ein Kartenhaus.
Nun schrie auch Dan entsetzt auf.
Der Turm stürzte ein - und verpuffte zu pechschwarzem Rauch.
Der Rauch war dicht wie Nebel und dunkel wie Russ. Der Wind blies ihn auseinander und lichtete ihn.
Vier schemenhafte Umrisse husteten und würgten darin.
"Da sind sie!", johlte Serge erleichtert.
"Sie haben es geschafft!", frohlockte auch Gummy.
Die Drei rannten durch den allmنhlich verschwindenden Rauch auf ihre Freunde zu.
"Hey, Vivi!", rief Dan.
Vivi, noch immer hustend, sah auf. "Ah…*hust*…Dan!"
Der Rauch verzog sich, sodass sich auch ihre Atemwege erholen konnten.
"Der Turm ist in sich zusammengefallen und plِtzlich war da nur noch schwarzer Rauch!", hysterisierte Jessi und fuchtelte wild mit den Armen. "Ich dachte wir sterben!"
Keiner hatte groكe Lust ihr zuzuhِren, darum wurde sie von allen ignoriert, was dazu führte, dass sie schmollend die Backen aufblies.
"Hier!", sagte Serge und überreichte Benny seinen Rucksack. "Der ist leider gerissen, als wir gezogen haben. Sorry!"
Benny lنchelte erleichtert. "Ist nicht so schlimm." Dann wandte er sich an Vivi. "Ich muss dir auch was beichten…Ich habe dein Messer kaputt gemacht."
Erst sah sie aus als würde sie jeden Moment vor Wut explodieren. Benny zog den Kopf ein und lنchelte blِd.
Aber dann, als er gerade ein visualisiertes Testament erstellte, lachte sie und klopfte ihm auf die Schulter. "Hab ich zwar von meinem Alten geklaut, aber der kommt sowieso erst in zwei Wochen!"
"Dein Vater ist im Besitz von unerlaubten Waffen?", staunte Serge.
"Aber schau mal, Benny. Was ich ergattert habe!" Damit zog sie den Chip aus ihrer Tasche.
Alle starrten mit gerunzelter Stirn auf das kleine Quadrat.
"Ist das ein Computerchip?", fragte Gummy.
Benny packte es und hielt es gegen die Sonne. Der Chip schimmerte leicht.
"Da ist ja massig viel Magie drin!", erwiderte er verblüfft. "Es muss wohl ein Magiespeicher sein."
"Ein Magiespeicher?"
"Ich bin mir nicht sicher. So was gibt es doch eigentlich nicht, oder doch?" Benny schnaufte. Wenn er noch im Besitz des Triforcenfragmentes der Weisheit gewesen wنre, dann hنtte er es gewusst. Ach ja, das war eine schِne Zeit damals. Er hatte alles gewusst, war allwissend gewesen. Aber jetzt… "Aber woher bekommt Kim so viel Magie?"
"Und wozu braucht dieser Kim sie?", vervollstنndigte Vivi seinen Gedankengang.
"He, ihr da! Kinder!", durchschnitt eine Stimme ihr Gesprنch. Es war der Polizist mit seinen Kollegen. "Was ist passiert? Wo ist der schwarze Turm hin?"
Benny steckte den Chip schnell in seine Hosentasche.
Ein Polizist, der ihnen noch nicht begegnet war staunte über Benny. "Junge, hast du dich verletzt als du im Turm warst? Sollen wir einen Krankenwagen rufen?"
"Nein, Herr Kollege.", antwortete der wohlvertraute Polizist an Bennys Stelle. "So sah er auch vorher schon aus." Dann beugte er sich ganz tief zu seinen Kollegen. "Muss unter den Jugendlichen wohl gerade in sein sich das Gesicht zu bemalen. Vielleicht ist er auch n´ Punk oder so." Sein Kollege nickte, allerdings mit doofer Visage.
"Also, was ist passiert?", fragte der Polizist.
Doch er wurde plِtzlich von einer Hand beiseite geschoben.
"Wir sehen hier die mutigen Jugendlichen, die von einem Moment auf den anderen in den Turm…nun gesaugt wurden." Augenblicklich hatte Benny ein Mikrophon vor der Nase. "Was ist im Turm vorgefallen?", fragte die Reporterin.
"ؤhm…", macht Benny.
Die Reporterin nahm das Mikro wieder an sich und drehte sich in die Kamera. "Es muss wirklich schrecklich gewesen sein, die Jugendlichen stehen noch vِllig unter Schock…"
"Es war schrecklich! Das kann ich Ihnen versichern!", schnaufte Jessi.
Sofort witterte die Reporterin ihre Quelle für Einschaltquoten und zwنngte ihr das Mikro regelrecht auf.
"Es war schrecklich! Erst sind wir irgendwo aufgewacht, wo es keine Fenster gab und sind durch eine Tür gegangen und dann ist auch noch eine Wand von der Decke gefallen und hat uns getrennt! Und dann…"
Die anderen rollten genervt die Augen. Jessi im Rampenlichtrausch.
Der Polizist runzelte die Stirn. "Naja, also ihr kommt jetzt erst einmal mit zur Wache wo wir euch verhِ-"
Ein ohrenzerreisendes Hupen durchschnitt die Luft. Benny musste sich die Ohren zuhalten. Nun, es war klar, dass Jessi und die Reporterin erschrocken aufschrieen.
Die schwarze Limousine fuhr an den Rand des Rasens an. Die Fenster waren getِnt, sodass man nicht ins Innere sehen konnte.
Erstaunt beobachteten die Anwesenden wie ein Mann im Anzug und Chauffeurmütze ausstieg und zu der Tür ein Stück weiter hinten ging. Mit einem geübten Schwung ِffnete er sie.
Erst trat ein Bein heraus. Ein perfektes Bein. Ein schlankes, glatt rasiertes, makelloses Bein. Der perfekt geformte Fuك saك in einer goldfarbenen Sandale mit Riemchen, die mit kleinen und kostbaren Perlen besetzt waren. Die Fingernنgel waren absolut perfekt manikürt und mit einem zartrosanen Nagellack perfektioniert.
Dann langte der Fahrer in die Kabine hinein und half der Lady aus der Limousine. Ein Mنdchen, genauso alt wie Benny (wenn er so alt wنre wie er aussah) trat in den Sonnenschein.
Sie trug ein sündhaft teures Kleid aus rosaner Seide. Die Trنger waren zwei fein gebundene Schleifen mit einer Perle in der Mitte. Leicht fiel es an dem perfekten Kِrper herab und schmeichelte der schlanken und zierlichen Figur. Der Saum fiel flieكend und schrنg bis zu den Waden, feingestickte Muster aus Perlen schmückten ihn aus. Das makellose Prinzessinnengesicht mit den hellblauen Augen blickte sich gelangweilt um. Das dunkelrotgefنrbte Haar, zu einem feinen franzِsischen Zopf gebunden, schwang leicht mit. In der einen ihrer, mit Goldhandschuhen besetzten, Hنnde hielt sie einen hübschen und genauso teuren asiatischen Fنcher und wedelte sich damit Luft zu. Der Reporterin wنre fast das Mikrophon aus der Hand gefallen.
"Das ist doch… Alexandra von Liebgraf!!!!!!!!!!!!"
Sofort war Jessi vergessen und die Nachrichtensprecherin eilte zu ihr.
"Frنulein von Liebgraf, es heiكt ihr Vater habe die groكe ضlfabrik in der Sahara gekauft. Damit sind Sie das zweitreichste Mنdchen der Welt, was sagen Sie dazu?"
Das reiche Mنdchen hielt gar nicht an. Es entfaltete den Fنcher direkt vor der Kamera und sagte, mit einer zuckersüكen - und ebenso arroganten - Stimme: "Kein Kommenta

The Legend of Zelda
Der Spiegel der Zeiten:

Es war ein kalter Morgen in der Stadt Tokio, überall lag Schnee und es regnete. Dies schien ein ganz normaler Tag zu werden, aber alle die das glaubten hatten sich schwer geirrt. Vor allem sollte es kein normaler Tag für den 12 jährigen Jungen namens Taike (Tai) werden. Tai hatte lange braune Haare mit blonden Strähnen, war kräftig und ziemlich groß für sein alter. Als er am Morgen erwachte war er wie immer ganz allein, da sein Vater tot war und seine Muter arbeiten musste. Tai war immer allein. So zog er sich an und frühstückte. Dabei sah er immer die Nachrichten, heute so dachte er sich schien die ganze Stadt verrückt zu spielen: Merkwürdige Leute in Rüstungen liefen umher und zerstörten alles und jeden der ihnen in den Weg kam. Auch konnte man Wolfsartige Wesen sehen die sich auf die Menschen stürzte. Tai wollte sich das näher betrachten und so lief er in Richtung Stadt- Zentrum, dort sollten die Monster laut der Nachrichten noch immer wüten. Als er dort ankam war kein Mensch mehr zu sehen. ’’Sind wohl alle geflüchtet,, , dachte er sich. Er überlegte ob er nach Haus gehen sollte, doch da war es schon zu spät, einer dieser abartig großen Wölfe hatte sich unbemerkt von hinten an ihn herangeschlichen und stürzte sich auf ihn. Tai dachte schon das es aus mit ihm wäre, als jemand Blitzschnell auf die beiden zu rannte und den Wolf mit seinem langen Schwert erschlug. Wie geschockt fiel Tai um, als er erkannte das ein Jung ungefähr im gleichen Alter mit langen blonden Haaren, einer langen grünen Mütze und in der gleichen Farbe ein langes Gewand trug. Alles an dem Jungen sah sehr merkwürdig aus! Der Junge beugte sich zu Tai hinunter und bot ihm die Hand an, dabei sagte er: ,,Diese Wolfos können ganz schön nerven, oder? Tai stammelte nur die Wörter hervor: ,,Wer du.... Was Wolfo....Ich verrückt sein? ,,Ja also mein Name ist Link und deiner? ,,Tai , stammelte Tai. ,, Ah, dann bist du also der den ich zu Prinzessin Zelda bringen soll.,, Nun aber fasste sich Tai wieder und schrie Link fast förmlich an: ,, Was, ich verstehe gar nichts mehr, wer zum Teufel ist Prinzessin Zelda, wo kommst du her und warum bist du so angezogen als kämst du aus dem Jahre 600 nach Christus?,, Link antwortete:,, Als erstes, Prinzessin Zelda wird bald den Thron des Reiches Hyrule besteigen um als Königin zu regieren, und um zu deiner letzten Frage zu kommen es ist das Jahr 623 nach Christus.,, Aber wie kommst du dann in unsere Zeit und wieso sagtest du das du mich gesucht hast?,, fragte Tai. ,, Du stellst aber ganz schön viele Fragen aber auch diese will ich dir beantworten. Ich komme durch den’’ Spiegel der Zeit’’ in deine Zeit und ich soll dich holen weil du der einzige bist der uns helfen kann. Und bevor du mich jetzt fragst wobei du uns helfen musst..,, fügte Link hinzu, als er sah das Tai schon wieder eine frage stellen wollte...,, Du musst uns helfen den Spiegel der Zeit zu zerstören.,, Aber weshalb?,, fragte Tai. Das kann dir am besten unsere Prinzessin erzählen, ich bringe uns erst mal zum Spiegel der uns nach Hyrule bringt.,, Und bevor Tai noch etwas sagen konnte zückte Link einen merkwürdigen Gegenstand aus seiner Tasche, dies war eine Flöte! Genauer gesagt eine Okarina und mit dieser teleportierte Link sie zum Spiegel der Zeit. Tai klammerte sich ganz fest an Link und hielt die Augen geschlossen. Er hatte Angst das er in diese schwärze fallen würde wenn er Link los lassen würde. Doch plötzlich hielten sie an und Link sprach zu ihm:,, Da sind wir, am Spiegel der Zeiten.,, Tai öffnete die Augen. Vor sich sah er einen gigantischen Spiegel, doch um sie herum war nur schwarze Lehre zu sehen.,, Wo sind wir?,, fragte Tai.,, Dies ist die Grenze zwischen deiner und meiner Zeit.,, antwortete Link. Link schritt schon auf den Spiegel zu als Tai fragte:,, Und wo kommen wir da raus wenn wir da durch gehen?,, ,, In einer Höhle unter der hylianischen Steppe.,, antwortete Link auf diese Frage. Doch kurz danach kam schon die nächste Frage von Tai:,, Könnte uns etwas in der Höhle geschehen?,, ,, Uns könnte der dunkle Herrscher des Schattenreichs begegnen oder seine kleinen Diener ,sein Name ist Ganondorf, er war es auch der diese vielen Wesen in diese Welt schickte.,, ,, Aber warum tut er das?,, ,, Er hat vor ganz Hyrule zu Unterwerfen, aber irgendwie hat er dann auch noch von diesem Spiegel gehört und wozu man ihn benutzt, er ließ nach ihm suchen und als seine Diener ihn schließlich fanden hatte er auch noch vor diese Welt zu Unterwerfen.,, ,,Zum Glück erfuhr unsere Prinzessin was Ganondorf vor hatte und schickte mich los den Spiegel zu suchen, in deine Welt zu gehen und dich zu holen, aber warum dich, dass weis ich auch nicht. Aber nun genug, denn mehr darf und kann ich dir nicht verraten, lass uns jetzt gehen.,, Tai atmete noch einmal tief ein und ging dann mit geschlossenen Augen durch den Spiegel. Link folgte ihm sobald er verschwunden war. Tai spürte schon wieder diesen Ruck den er auch schon bei der Teleportertion spürte und er sauste wie ihm schien durch einen langen Kanal. Dann, als er rücklings auf der anderen Seite des Spiegels herausfiel knallte er hart auf den Steinboden. Alles was er dann noch sah war Link der jetzt auch aus dem Spiegel sprang, dann wurde er Ohnmächtig. Er sah einen großen Ort der aussah wie Tais Heimatstadt Tokio. Doch er erkannte sie kaum wieder. Überall lagen Menschen die sich nicht mehr rührten, überall zertrümmerte Autos und überall brannten zerstörte oder niedergeschmetterte Häuser und auch der Himmel erstrahlte in einer blutig wirkenden Farbe. Es war ein Bild des Grauen und oben auf einem noch nicht völlig zerstörten Hochhaus konnte man eine große Gestalt lachen hören, aber es war kein normales Lachen, es war ein grausames Lachen und voller Bosheit. In Tai stieg eine unglaubliche Wut auf, er wollte diesem Mann etwas antun, denn er spürte das dieser Mann etwas damit zu tun hatte. Tai wachte schweißgebadet in einem großen Himmelbett auf, er war ziemlich erleichtert als er merkte das dies alles bloß ein Traum war, oder doch nicht? Er hatte aber keine große Zeit mehr darüber nachzudenken, denn plötzlich ging eine Tür am anderen Ende des Zimmers auf und Link kam herein in Begleitung einer großen Frau mit weißen Haaren. ,, Du bist endlich aufgewacht, hat ja lange genug gedauert. Nun bei deiner Verletzung ist das ja auch kein wunder.,, sagte Link, kam auf das Bett zu und setzte sich neben ihn. Und erst jetzt bemerkte Tai das er einen Verband am Kopf trug.,, Wo bin ich hier?,, fragte Tai.,, Du bist im Schloss von Hyrule,, antwortete nun die Frau neben Link.,, Dies ist die Amme von Prinzessin Zelda, ihr Name ist Impa,, sagte Link und beantwortet damit Tais frage.,, Und die Weise des Schattentempels.,, fügte Impa noch hinzu.,, Was?,, fragte Tai. ,, Das wird dir die Prinzessin dir alles erzählen, nun ruh dich aber noch etwas aus, denn morgen wirst du die Prinzessin treffen sie wird dir dann alles erzählen was du wissen musst.,, sagte Impa.,, Kann ich sie nicht jetzt schon sehen, ich habe gar keine Lust mehr zu schlafen.,, ,, Das wird nicht gehen denn die Prinzessin ist zur Zeit Leider nicht hier, aber Link könnte dir Hyrule zeigen während du wartest.,, ,, Das ist eine gute Idee, dann kann ich dir auch alles über unsere Einwohner und über die Weisen erzählen.,, ,, Gut ich ziehe mich nur noch schnell um warte so lange draußen auf mich.,, So gingen Link und Impa hinaus während Tai sich anzog. Draußen unterhielten sich Link und Impa:,, Du wirst ihm aber nur das notwendigste erzählen ist das klar.,, sagte Impa.,, Schon gut, ich erzähl ihm nur alles über den großen Kampf mit Ganondorf.,, sagte Link als plötzlich Tai herauskam.,, Gut, dann lasse ich euch mal allein.,, Und schon verschwand die. Als sie gerade die hylianische Steppe erreichten sagte Link:,, Gehen wir zuerst zur Lon – Lon Farm dort lebt eine Freundin von mir namens Malon und Unterwegs erzähle ich dir alles über unsere Einwohner, die Weisen und über Ganondorf. Tai nickte und sie gingen los. Als sie an der Lon – Lon Farm ankamen hatte Link gerade seinen Vortrag beendet.,, WOW.,, sagte Tai nur noch und starrte Link mit offenem Mund an.,, Ganz schön cool oder?,, sagte Link.,, Das kannst du laut sagen, aber wenn Ganondorf von euch verbannt wurde wie konnte er dann den Spiegel der Zeiten finden?,, Link zuckte die Achseln.,, Ich wieß nur das er es irgendwie geschafft hatte sich zu befreien, aber wie das weis ich auch nicht aber Prinzessin Zelda wird es uns morgen bestimmt erzählen.,, ,, Am besten finde ich aber die Sache mit den Zeitwanderungen, bist du echt mit Hilfe des Master- Schwerts und der Okarina der Zeit durch die Zeit gereist?,, ,,Jep,, gab Link zum Besten.,, Lass uns jetzt aber zu Malon gehen sie hat auch ein Fohlen namens Epona das dir sicher gefallen wird. Als sie die Farm betraten kam ein braun haariges Mädchen auf sie zu in ihrer Begleitung war ein Fohlen mit braunem Fell und einem langen weisen Schweif.,, Hallo Link wie geht es dir wir, haben uns so lange nicht mehr gesehen und wer ist der Junge an deiner Seite ist er einer aus dem Wald?,, ,, Hallo Malon, nein das ist Tai er ist ein Junge aus einer anderen Dimension.,, antwortete Link.,, Hallo,, sagte Tai. Malon fiel der Unterkiefer runter und sie beamm nur noch ein:,, WOW, ECHT COOL.,, Währendessen stürzte sich Epona auf Link und legte ihm das Gesicht.,, Ha, Ha, Ha, hör bitte auf Epona ich bekomme keine Luft mehr.,, rief Link der bald zu ersticken drohte da er von dem vielen Lachen keine Luft mehr bekam. Jetzt fingen auch Tai und Malon an zu lachen. Nachdem Malon, dann Epona von Link runtergeholt hatte und sich alle beruhigt hatten machte Malon einen Vorschlag:,, Wie wäre es wenn wir ein Rennen machen würden, einmal um die Koppel..,, ,,Gute Idee, aber lass Tai erst mal zusehen er hat so etwas noch nie gemacht.,, ,,Ach Quatsch, kann ja nicht so schwer sein.,, das sagte Tai jetzt aber nur so um vor Malon Eindruck zu schinden. ,,Also gut dann lasst uns zum Stall gehen die Pferde holen.,, Als sie dann alle bereit waren und ihr Pferd hatten( Link ritt auf Epona, Malon auf Nala, Eponas Schwester und Tai auf Jasmin, Eponas Tochter) gab Talon( Malons Vater und Farm besitzer) das Startzeichen. Da ritten alle in so einem Tempo los, dass Talon fast seinen Hut verloren hätte. Natürlich gewann Link aber nur ganz knapp vor Malon und Tai( Er war doch nicht so schlecht wie er dachte). Das machten sie noch den ganzen Tag und hatten dabei sehr viel Spaß, Tai vergaß dabei völlig seinen Alptraum und das er überhaupt nicht in diese Welt gehörte. Als es schon ziemlich dunkel war und man kaum noch etwas erkennen konnte hörten sie auf. Malon machte ihnen den Vorschlag das sie hier Übernachten könnten, denn nachts treiben sich Ganondorfs böse Gefolgsleute auf der Steppe herum, das wusste er von Link. So aßen sie noch bei Malon im Haus zu Abend, wo Tai alles mögliche über seine Heimat erzählte und was es dort schon alles gab mit dem man sich die Arbeit so richtig leicht machen konnte. Alle staunten nicht schlecht( Vor allem Talon, als Tai erzählte mit welchen Mitteln man Heutzutage auf einer Farm arbeitet). Danach gingen Malon, ihr Vater und Baisil(Er arbeitet auf der Farm) nach oben und Tai und Link in die Scheune. Als sie sich in der Scheune hingelegt hatten schliefen beide sofort ein. Tai hatte wieder diesen Alptraum, dass alles um ihn herum zerstört war und das auf einem Hochhaus ein Mann stand und laut lachte, doch nun hörte Tai das dieser Mann etwas sagte:,, Jetzt kann mich nichts mehr Aufhalten, endlich besitze ich alle drei Triforce Fragmente KRAFT, WEISHEIT und Mut. Der Großmeister des Bösen ist zurück gekehrt. Dann plötzlich schaute dieser Mann, den Tai jetzt erkannte, ihn an, es war GANONDORF. Tai bekam einen solchen Schrecken das er aufwachte. Doch auch irgendwo in Hyrule erwachte ein Mädchen wegen genau diesem Alptraum. Tai lag Schweiß gebadet in seinem Bett, draußen war es noch dunkel. Link schlief ihm gegenüber. Nachdem er sich von seinem Schock wieder erholt hatte schlief auch er wieder ein. Dann am nächsten Morgen standen sie früh auf um noch etwas zu Frühstücken, bevor sie sich auf den Weg zum Schloss machten. Malon war nicht beim Frühstück. So aßen sie ohne große Worte, verabschiedeten sich und wollten gerade die Farm verlassen da kam Malon auf sie zu:,, Wartet auf mich, ich komme mit. Entschuldigung das ich nicht beim Frühstück war, aber ich wollte noch schnell diese Milch abfüllen die ich ins Schloss bringen muss und da alleine zu laufen keinen Spaß macht entschied ich mich mit euch zu gehen.,, ,,Na gut, gehen wir.,, sagte Link. Tai war das eigentlich recht doch er wollte Link von seinem Alptraum erzählen, doch wollte er nicht das Malon ihn für einen Angsthasen hält. Link und Malon unterhielten sich über den vorherigen Tag und Tai überlegte wie die Prinzessin wohl aussehe und wie sie sei. Er überlegte noch eine Weile, dann fragte er Link:,, Link, wie ist die Prinzessin?,, ,,Nun... , sagte Link, sie ist in meinem Alter, ungefähr gleich groß und sehr Hübsch.,, ,,Ja, das kann ich mir vor stellen..., keuchte er, denn er musste einen Lachanfall unterdrücken, weil Malon bei Links letzter Bemerkung über Zelda ein solches Gesicht gemacht hat, dass man meinen könnte sie wolle ihm den Milchkrug über den Kopf ziehen,.. ich meine (nun hatte er sich wieder gefangen) ist sie nett, gemein, wird sie leicht Eifersüchtig?,, ,, Nein sie ist so wie Malon, nur sieht Zelda besser aus.,, sagte Link mit einem Frechen Unterton. Diesmal konnte Tai sich nicht mehr halten er rollte sich vor lachen auf dem Boden (natürlich über Malons blödes Gesicht) Als Tai sich wieder gefangen hatte, machten sie sich wieder auf den Weg. Link grinste noch immer hämisch und Malon würdigte ihn keines Blickes mehr. Als sie das Schloss endlich erreichten wurde es schon dunkel, Malon verabschiedete sich von den beiden (bei Link hob sie nur kühl die Hand) und ging in Richtung Küche davon. Tai und Link machten sich auf den Weg in den Thronsaal, wo sie Prinzessin Zelda treffen sollten. Sie warteten noch eine Weile vor der Tür, dann öffnete Impa die Tür und sie traten ein. Link und Tai blieben vor dem Thron stehen auf dem die Prinzessin Hyrules saß, Zelda. Sie hatte blonde harre, hellblaue Augen und ein sehr schönes Kleid an. Sie sah sehr in sorge aus.,, Gut Link das du endlich kommst ich dachte schon du wärst Gescheitert, aber wie ich sehe hast du den Jungen mitgebracht.,, Nun blickte Zelda Tai an und sprach:,, Ich muss dich um etwas sehr gefährliches bitten, doch bevor ich dir erkläre um was es geht musst du mir sagen, ob du mit Link diese Mission erfüllen möchtest?,, ,,Nun, ich besitze aber keinerlei Waffen und wenn, ich wüsste überhaupt nicht wie man sie benutzt.,, sagte Tai. ,, Du wist notwendige Waffen erhalten und Link wird dich ausbilden, oder?,, Link nickte. ,, Ja schon, aber es könnte trotzdem ziemlich gefährlich werden.,, ,, Tai, du hattest doch diesen Alptraum, oder? Das was du sahst wird wirklich geschehen wenn du mit Link scheitern wirst oder sie nicht mal beginnst.,, ,, Woher wissen sie von meinem Alptraum?,, fragte er. ,, Ich hatte den selben Traum, also wirst du es nun tun oder nicht?,, ,,Gut, ich werde es tun.,, ,,Gut, aber erzählen sie uns jetzt was wir zu tun haben.,, sprach Link neben Tai. Die Prinzessin nickte und begann:,, Nun, eigentlich ist das ja ganz leicht, ihr müsst den Spiegel der Zeiten zerstören.,, ,, Das ist alles, und dafür brauchen wir Tais Hilfe.,, rief Link und er klang ein wenig verärgert. ,,Nun so einfach wird es nun auch nicht, am besten ich erzähle euch die Legende die man sich über den Spiegel und seine Entsteher erzählt: Früher lebte Hyrule noch in Frieden und Harmonie jedoch in deiner Zeit Tai herrschte geraden ein furchtbarer Krieg. Aber auch in unserer Zeit fingen manch Leute an sich merkwürdig zu benehmen, wie zum Beispiel einige Zauberer die begannen daran zu denken wie es wäre wenn man mal eine andere Zeit oder Dimension zu besuchen könnte, als immer nur in ihrer Welt und Zeit zu sein, also erschufen sie mit vereinter Kraft den Spiegel der Zeit mit dem man auch andere Dimensionen besuchen konnte. Eines Tages kamen die Zauberer in deiner Welt an Tai, jedoch ahnten sie nicht das dort Krieg herrschte, Doch als sie das merkten war es zu spät und sie konnten noch nicht einmal zurück, da der Spiegel sich für 2 ganze Tage erst erholen musste. Also versiegelten die Zauberer den Spiegel so das er für die Menschen hier unsichtbar wurde, aber nur für den Vorfall das ihnen etwas geschehe. Unter ihnen war auch so sagt es die Legende einer der Weisen, aber viele meinten es gäbe ihn nicht, es war der Weise der Psyche. Doch leider geschah dies was sie befürchtet hatten, alle wurden von einer Bombe erwicht und fanden den Tod, nur der Weise konnte sich durch den Aufbau eines Schildes retten, er wurde nur leicht verwundet, doch trotzdem fiel er in Ohnmacht. Als er wieder aufwachte fand er sich in dem Haus einer Frau wieder in die er sich verliebte, die er heiratete und mit ihr Kinder bekam. Der Weise erlitt leider aber auch eine Amnesie und vergas seine ganze Vergangenheit und den Spiegel. So geriet der Spiegel in Vergessenheit und keiner konnte ihn finden da er ja unsichtbar war. Auch sagt man sich das der Spiegel unzerstörbar sei, da der Weise der Psyche einen Zauber darüber lag. Dies geschah vor ca. 50 Jahren. Doch wie es kommen musste erfuhr auch Ganondorf von diese Legende und lies mit Dingern die dem Auge der Wahrheit glichen danach suchen, denn durch ihn hätte er auch die Üblichen Dimensionen erobern können. Als ich davon erfuhr bat ich Link mit dem Auge der Wahrheit ebenfalls nach dem Spiegel suchen um den Nachfahren des Weisen hohlen zu lassen, DICH. Und nun seit ihr hier. Tai konnte es gar nicht fassen das er einer der Weisen war. Warum hatte er eigentlich nie irgendwelche Magischen Kräfte gespürt.,, WOW, das kann ich gar nicht fassen das ich einer der Weisen bin.,, Als ob Zelda Gedanken lesen könne gab sie ihm die Antwort auf seine Frage die er sich gestellt hatte:,, Du konntest deine Magischen Kräfte aber noch nicht benutzten, da das Amulett der Psyche immer noch im Psychotempel liegt und so lange ihr das nicht habt könnt ihr den Spiegel auch nicht zerstören, also würde ich vorschlagen das ihr Impa jetzt zur Waffenkammer folgt und euch dann auf die Such nach dem Tempel macht.,, Noch bevor sie etwas sagen konnten wurden Tai und Link von Impa gepackt und sie verließen den Saal. Malon wartete vor dem Thronsaal ganz ungeduldig das ihre Freunde kamen, denn sie wollte alles wissen was die Prinzessin gesagt hatte. Da kamen sie auch schon, von Impa am Kragen heraus gezogen bis zur Waffenkammer und Malon folgte ihnen. Malon musste andauernd kichern weil die 2 Impa andauernd blöde Grimassen schneideten, Impa wurde stutzig über Malons lachen (sie konnte es ja nicht sehen ). Als sie dort ankamen lies Impa die 2 los und sprach:,, Hier kannst du dir unter den 5 Waffen deine passende Waffe aussuchen.,, Tai überlegte, zur Auswahl standen 1 Schwert, ein sogenannter Klima- Takt- Stock, eine Tasche mit Magischem Pulver, 2 Ninjaketten und noch ein Schwert. Link sagte er solle unbedingt ein Schwert nehmen, Malon das Magische Pulver und Impa die Ketten, aber Tai entschied sich für den Klima-Takt-Stock. ,,Nun gut, die Prinzessin gewährt euch 2 Monate zum Üben dann kehrt zum Schloss zurück, dort wird euch die Prinzessin dann den Weg zum Tempel weisen.,, sprach Impa und dann verschwand sie unter einer Rauchwolke. Als sie das Schloss verlassen hatten machte Malon ihnen einen Vorschlag:,, Wenn ihr wollt dürft ihr die 2 Monate bei uns auf der Farm bleiben, dort habt ihr genug Platz zum Üben.,, Sie nahmen das Angebot an und machten sich auf den Weg zur Lon-Lon Farm. Tai und Link trainierten wie wild auf der Farm und Tai wurde immer besser, auch kamen sich Malon und Tai immer näher und am ende der 2 Monate hatten sie sich richtig ineinander verliebt. Tai dachte schon gar nicht mehr an sein zuhause so gut ging es ihm, trotzdem hatte er manchmal auch noch den Alptraum, aber immer nur unregelmäßig und meist wachte er dann schon zu beginn auf. Doch kurz vor ende der 2 Monaten geschah noch etwas sehr merkwürdiges auf der Farm. Tai, Malon, und Link kamen gerade vom Marktplatz und es begann auch schon dunkel zu werden, als Malon schrie:,, Oh, nein seht nur die Farm.,, Die Farm stand in Flammen und sie war von einer deutlich spürbaren bösen Aura umgeben. Sie rannten so schnell wie möglich zum brennenden Inferno, als sie dort ankamen waren alle Tiere schon draußen auf der Steppen, nur Talon und Basil waren noch im Haus. Tai befahl Malon draußen zu warten, dann rannten Link und Tai ins Haus und suchten sie. Sie teilten sich auf Talon wurde von Link gerettet und Basil von Tai. Aber als sie aus dem Haus kamen war Malon verschwunden Link und Tai setzten die beiden verletzten ab die versuchten das Feuer zu löschen was ihnen auch gelang und begannen nach Malon zu suchen. Als sie mitten auf der Koppel standen hörten sie jemanden schreien. Sie blickten nach oben und erstarrten Malon schwebte ohnmächtig in der Luft, doch dann erschien hinter ihr eine Gestallt, es war MAJORA’S MASK. Link konnte das nicht verstehen, hatte er es nicht geschafft die böse Macht der Maske zu bannen und sie zu einer harmlosen Maske gemacht.,, Wer ist das uns warum tut sie das?,, rief Tai. Das ist Majora’s Mask ich hatte sie vor einem Jahr als Gegner und unschädlich gemacht, dachte zumindest. Doch wie hat er es zurück geschafft?,, ,,Wenn ich mir erlauben kann, sagte die Maske, Ganondorf hat mich durch den Spiegel der Zeiten in diese Zeit gebracht außerdem hat er auch Aganihm geholt zusammen haben wir das Triforce des bösen gegründet die Fragmente heißen Bosheit, Kraft (aber des Bösen) und das der Türranei. Ich besitze das der Bosheit, wie es auch anders sein kann hat Ganondorf das der Kraft und Aganihm das der Türranei.,, Tai und Link wurden kreidebleich und ihnen stockte der Atem, Malon war immer noch Ohnmächtig und schwebte nur noch so Bewegungsunfähig in der Luft.,, Das kann gar nicht sein, wenn ein Lebewesen ein Fragment des heiligen Triforce erhält brennt es sich in seine Seele ein und es wird ihm unmöglich ohne die Hilfe der Göttinen Din, Farore und Nayru es aus seinem Körper zu holen. Also kann er sich nicht entfernen egal wie mächtig er ist und wie in aller Welt könnt ihr ein neues Triforce bilden.,, schrie Link dem Monster entgegen. Tai verstand gar nichts mehr uns stand nur noch stumm da, da machte die Maske eine komische Bewegung und lies Malon einfach ohne Warnung fallen. Zum Glück reagierte Tai schnell und fing sie auf für ihn war sie die schönste Mädchen der Welt. Da fing die Maske wieder an zu sprechen:,, Ihr werdet noch früh genug erfahren wie es möglich war, aber jetzt verabschiede ich mich meine Aufgabe ist getan.,, Und mit diesen Worten verschwand er. Alle beide starrten noch lange auf die Stelle wo Majora’s Mask verschwunden ist, dann kam Malon zur Beinnung und auch Talon und Bail kamen jetzt zu ihnen die alles Sprachlos mit angehört hatten und brachten alle in den Turm der neben der Koppel stand da vom Haus und vom Stall nichts mehr übrig war außer Asche. Da erzählte Malon ihnen was geschehen war als die beiden ins Haus gingen um Talon und Basil zu retten:,, Ich hörte eine komische Stimme die mich rief, irgendwie konnte ich nicht wiederstehen und folgte ihr auf die Koppel, dann packte mich etwas zog mich nach oben und schweißte etwas in meinen Körper unter diesen Schmerzen fing ich an zu schreien und wurde ohnmächtig.,, Alle wurden stumm und nachdenklich. Zum Schluss sagte Talon das es Zeit zum schlafen wäre da sie Morgen ins Schloss müssten zur Prinzessin und scheuchte alle nach oben in die Gästezimmer. Malon ins rechte Zimmer und die beiden Helden ins linke. Alle schliefen in dieser Nacht sehr unruhig vor allem Tai und Malon. Er hatte wieder diesen Alptraum und sie hatte große schmerzen doch woher die kamen wusste niemand. Irgendwo in einer Landschaft wo alles abgestorben ist, dort steht ein schwarzes Schloss. Alles war mit Dunkelheit überzogen und Blitze zuckten am Himmel wo war Tai da bloß war dies wieder nur ein Traum oder war dies die Wirklichkeit. Plötzlich ohne es zu wollen schwebte er durch ein geöffnetes Fenster in das Schloss. Er muss wohl in einem Thronsaal sein, denn am anderen Ende des Raumes standen 3 große Throne, aber nur 2 waren besetzt. Da urplötzlich öffnete sich die Tür und herein kam MAJORA’S MASK. Tai wollte schreien doch er konnte es nicht riskieren gesehen zu werden. Die Maske sprach und kam langsam auf den Thron:,, Wie befohlen habe ich das überflüssige Triforce Fragment entsorgt, ich habe es in einer Bäuerin unter gebracht. Da tauchten aber plötzlich dieser Link und ein anderer Junge auf. 2 Fragen habe ich noch bevor ich wieder gehe, wie haben sie es geschafft das Kraft Fragment zu entsorgen und sich das des Bösen ein zu verleiben, dass haben mich auch die Jungs gefragt und weshalb sollte ich das Fragment eigentlich ihr geben und es nicht vernichten?,, Da erhob sich eine Gestallt, aber Tai konnte sie nicht erkennen da sie unter einem Umhang war, sie begann zu sprechen:,, Nun leicht war es nicht doch musste es schaffen, denn dieses eine Fragment ist stärker als das gesamte Triforce von Hyrule zusammen, ich versuchte alles da man das gleiche Fragment nicht 2 Mal besitzen, ich dachte ich schaffe es nicht doch plötzlich leuchtete mein Körper und es verlies mich, vielleicht hat es gespürt das ich es nicht besitzen wollte und zum 2. ich spürte das dieses Mädchen Malon oder wie sie auch hieß mehr kann und weis als sie sich zutraut, doch wenn sie es nicht schafft ihre Kraft und ihren Mut zu beweisen wird sie das Fragment umbringen und ihren Körper verlassen.,, Dann erhob sich die 3 Person und sagte:,, Aber was passiert wenn sie es schafft und das Fragment bezwingen kann, dann haben wir doch ein Problem, oder?,, ,,Wie ich schon sagte ein Fragment ist viel stärker, als das gesamte Triforce von diesen Deppen.,, Dann fingen alle drei an zu lachen und Tai wachte auf als Link auf einmal anfing zu schreien, Talon und Basil fingen gleich danach auch an zu schreien. Tai schreckte auf und rannte zu ihnen, als er dort angekommen war fing auch er an zu schreien. Es war Malon. Ihr Körper leuchtet und sie schwebte wieder Bewusstlos in der Luft. Aus Link zog sein Schwert aus der Scheide, denn er glaubte es sei wieder ein Monster in der Nähe. ,,Halt, hör auf damit!,, Es war Tai der das rief sofort fragte Talon:,, Und warum, ich will nicht das noch ein Monster meine Kleine angreift.,, ,, Nein, es ist kein Monster, seht doch selbst sie kommt wieder zu Boden.,, Damit hatte Tai recht, aber wie schnell. Tai konnte sie noch gerade auffangen. Dann erwachte Malon und die beiden starrten sich an, beide wurden rot und sie verpasste ihm eine saftige Ohrfeige. Er lies sie einfach fallen und sie knallte hart auf den Boden. Sie stöhnte nur und fragte:,, Was ist denn überhaupt passiert und warum schaut ihr mich so ängstlich an.,, ,, Ich schlage vor wir gehen nach unten und ich erzähle euch was mit Malon passiert. Als sie alle am Tisch saßen fing Tai an alles in allen Einzelheiten zu erzählen. Als er beendet hatte waren alle geschockt und brachten keinen Ton raus. Vor allem Malon (ist ja auch kein Wunder bei den Neuigkeiten.). ,, Was soll ich jetzt tun, wenn ich das Fragment der Kraft nicht kontrollieren kann werde ich sterben müssen und darauf habe ich keine Lust.,, ,, Da gibt es nur eine Möglichkeit, du musst deine Fähigkeiten trainieren, am besten du gehst mit uns zum Schloss von Hyrule und wir tragen das der Prinzessin vor.,, sagte Link und nach dem Frühstück wollten sie sich dann auf den Weg ins Schloss machen. Talon bereitete ihnen Essen zu und Basil machte die Pferde bereit. Als sie bereit waren verabschiedeten sie sich von den beiden und machten sich auf den Weg zum Schloss. Auf halben Wege kamen ihnen 3 leuchtende Lichtkugeln entgegen geflogen.,, Hallo Navi, Taya und Tael. Was macht ihr denn hier?,, ,, Der große Deku Baum hat uns erzählt was es neues in Hyrule gibt und wo ihr steckt, also haben wir uns beschlossen euch zu begleiten. Ich bleibe bei dir Link, Taya geht zu Malon und Tael geht zu Tai.,, ,, Einverstanden, na dann auf zum Schloss. Als sie gerade am Schlosstor angelangt waren kam Impa Zelda’s Zofe auf sie zu gerannt sie sah entsetzt und wütend zu gleich aus. ,, Was ist denn passiert Impa, fragte Malon. ,,Etwas schreckliches, Ganondorf und 2 andere Gestallten haben die Prinzessin und Salia entführt.,, ,,WAS???,, schrieen alle 3 entsetzt. ,,Wie ist das geschehen?,, ,,Es geschah bei einer Versammlung der Weisen, plötzlich ohne Vorwarnung griffen Ganondorf und diese Gestallten, der eine war eine Maske und der andere ein Zauberer die Halle der Weisen an und schlugen uns alle Bewusstlos, aber merkwürdigerweise nahmen sie nur die Prinzessin und Salia mit, aber wieso?,, ,,Das kann ich vielleicht beantworten.,, Tai meldete sich jetzt. ,,Nun erzähl rasch, sagte Impa. Also begann Tai alles über seinen Traum, das böse Triforce, über das Abgeben des Fragmentes an Malon und über das holen Agahnims und Majora’s Mask zu erzählen. ,,... Er berichtete auch das ein Fragment des bösen Triforce stärker wäre als das ganze Triforce von Hyrule zusammen, aber er hatte bestimmt die Kräfte der Weisen noch nicht mitbedacht, denn die Macht der Weisen und die Macht des Triforce wäre mächtiger und um den Kreis der Weisen zu vernichten hat er nicht alle sondern nur 2, damit eine Lücke zwischen euch besteht, denn hätte er alle mitgenommen hätten sie vielleicht ihre Kraft vereint und geflohen.,, So beendete er seine Erklärung und alle hatten ihm deutlich gelauscht und nach einer kurzen Pause kam Impa zu Wort:,, So wird es gewesen sein, aber es beunruhigt mich immer noch das zurück holen des vernichteten und das gründen das neuen Triforce.,, ,,Und um auf dein Problem zurück zu kommen, das kannst nur du selbst lösen, du musst Mut und Stärke beweisen nur dann wird dich das Triforce als seinen Besitzer anerkennen.,, ,,Aber das ist unfähr, Zelda und Link mussten keinen Mut oder Stärke beweisen, damit sie nicht sterben, klagte Malon. Tai legte ihr seinen Arm um und sagte:,, Nun, zu ihnen sind sie auch freiwillig gekommen, weil sie schon genug Mut bewiesen haben, dir wurde es ja sagen wir gezwungener Maßen einverleibt.,, Dann kam Link zu Wort:,, Was sollen wir jetzt tun, sollen wir in den Psycho- Tempel und das Amulett holen und dann den Spiegel zerstören und danach Zelda und Salia retten oder genau umgekehrt?,, ,,Ihr müsst unbedingt zuerst die beiden retten denn wenn ihr erst den Spiegel zerstört werden sie sterben.,, ,,Wieso?,, Fragte Malon. ,,Nun, Salia nahm mit mir Kontakt auf als sie entführt wurde, er war sehr schwach doch trotzdem konnte ich 8 Wörter verstehen sie lauteten: ,,...Ich....Deku Baum.....Prinzessin.....Lichttempel......Spiegel....... Vergangenheit.......nicht vernichten.....sonst tot......,, ,,Daraus konnte ich schließen das Salia im Deku Baum und Zelda im Lichttempel gefangen halten werden aber in der Vergangenheit und deswegen dürft ihr ihn nicht vernichten, denn sonst würden sie sterben da sie in unserer Zeit jetzt gerade schon Tod sind.,, ,, Wow um das aus den 8 Gebilde zuerkennen muss man wirklich schlau sein, sagte Link mit einem frechen Unterton. ,,Nun schwer war’s wirklich nicht, aber trotzdem müsst ihr euch jetzt auf den Weg machen und du Malon wirst sie begleiten, denn nur so kannst du die Macht beherrschen, wenn nicht wirst du in 5 Tagen sterben. Ich würde sagen das ihr im Deku Baum anfangen werdet, doch das erledigt ihr Morgen heute bleibt ihr hier und trainiert noch ein wenig, dann könnt ihr Morgen gestärkt aufbrechen, auch müsst ihr euch am spiegel verteidigen, da er von vielen Monstern Ganondorfs bewacht wird.,, Sie begannen sofort mit dem Training Körperlich und Physisch Malon bekam 2 Eisenketten als Kampfwaffe die gut zum Nah- aber vor allem im Fernkampf gut geeignet war, sie beherrschte sie wirklich gut und um nicht immer über ihr Kleid zu stolpern bekam sie auch noch ein Kampf Dress. Tai war hin und weg von ihrer Schönheit( vor allem wegen dem kurzen Rock). Malon wurde ganz rot als Tai sie so ansah. Link trainierte seine Schwert Künste, obwohl es da nicht viel zu verbessern gäbe und Tai mit dem Klima Takt Stock. Er wurde auch immer besser. Er vergas auch völlig das er in diese Welt gar nicht gehörte, es machte ihm einfach zu viel spaß hier. Dann am nächsten Morgen machten sich die 3 nach einem großen Frühstück mit den Feen in Richtung Spiegel der Zeiten auf.

-the legend returns-

Kapitel 1: „Das Fest.“

„Isaac komm essen!“ rief Talessa ihren Sohn. Er trug den selben Namen wie sein Vorfahre, weil es angeblich der Wunsch seines Vaters war. Isaac verdrehte die Augen. Er mochte es nicht, wenn ihn seine Mutter so bemutterte. Seufzend ging er jedoch wieder ins Haus und im Flur kam ihm sein Djinn entgegen. Isaac war sich nicht ganz sicher aber war der kleine Vielfraß nicht noch dicker geworden? „Nun komm! Das Essen deiner Mutter ist echt lecker! Piepste er.
-Dann solltest du nicht so viel essen, sonst platzt du noch. Scherzte der junge Mann.
-Haha! Sehr witzig!“ meinte der Erddjinn beleidigt. „Dein Vater war nie so gemein zu mir.“ Isaac hielt inne und er musste wieder an das denken was seine Mutter ihm vor zwei Jahre erklärt hatte. Dieser Djinn war ein Geschenk seines Vaters. „Wie er wohl war?“ dachte er und ging ins Esszimmer. Der Djinn hatte nicht übertrieben. Seine Mutter hatte sich echt Mühe gegeben. „Und was hast du heute noch vor? Fragte sie, während er sich an den Tisch setzte und seinen Djinn vom Tisch schupste.
-Eigentlich nichts. Ich wollte mich noch mit Tana treffen um zu trainieren aber sonst nichts. Wieso?
-Du weißt doch, dass heute das Fest ist.“ Isaac schlug sich mit der Hand gegen die Stirn, dass hatte er ganz vergessen. „Und wirst du kommen?
-Natürlich! Du weißt doch, dass ich immer hoffe ihn zu treffen.“ Talessa schwieg bei diesen Worten und ihr Blick wurde traurig. Sie selbst hatte Iskal nur nach der Geburt ihres Sohnes wiedergesehen. „Mutter? Stimmt etwas nicht?“ Fragte Isaac besorgt. Es tat ihm irgendwie leid, dass er das Thema auf seinen Vater gelegt hatte, denn er wusste ja, dass es seiner Mutter schwer fiel. Diese schüttelte mit dem Kopf. „Wirklich?
-Ja, es wird schon. Du erinnerst mich nur an ihn.“ Isaac schwieg und starte auf seinen Teller. Er hatte auf einmal keinen Hunger mehr. Sein Djinn hatte sich wieder auf den Tisch gearbeitet und sah ihn fragend an. Isaac schob ihm seinen Teller hin und stand auf. Der Erdjinn stürzte sich fröhlich drauf. „Na geh schon. Meinte Talessa.
-Es macht dir wirklich nichts aus?
-Nein. Du bist immer siebzehn und kein kleines Kind mehr.
-Danke!“ Isaac sprang auf und verschwand nach draußen. Die Feueradeptin sah ihm durch das Fenster nach. „Er ist Iskal so ähnlich. Iskal konnte auch nie stillstehen...“ seufzte sie und machte sich dran den Tisch abzuräumen. Der Djinn sah sie bedrückt an.

Isaac lief zum Heiligtum von Vale. Er brauchte jetzt einfach Zeit für sich. Er kam bei Tanas Haus vorbei. „Hallo Isaac! Kommst du trainieren?
-Nein, tut mir leid Tana. Ich brauch jetzt ein bisschen Zeit für mich.
-Oh! Ja dann... bis heute Abend. Du hast mir immer hin einen Tanz versprochen.“ Der Erdadept nickte nur und ging weiter.
Der Priester, der den Weg bewachte, ließ ihn passieren, denn Isaac war trotz seines jungen Alters, der neue Beschützer von Vale.
Gedanken verloren betrat Iskals Sohn das Heiligtum. Die Ruhe die dort herrscht, ergriff von ihm besitzt und er beruhigte sich langsam. Er ging weiter bis er in dem Raum kam wo sich die Statuen der vier Göttinnen befanden. Er ließ sich dort, im Schneidersitz, auf den Boden sinken und schloss die Augen. Er spürte das Feuer, dass in ihm brannte und als er nach einer Weile die Augen wieder aufschlug schwebte vor ihm der Stein der Weisen. „Dich hat es also wieder hierher verschlagen.“ Meinte er. „Isaac schwieg. „Dein Schweigen verrät mir, dass du an deinen Vater denkst.
-Ich frage mich wie er ist... und vor allem warum er nie nach Vale kommt.
-Iskal kommt oft nach Vale nur gibt er sich nicht zu erkennen.
-Warum nicht?
-Das wirst du verstehen, wenn die Zeit dafür reif ist.
-Heißt das etwa, dass ich ihn irgendwann treffen werde? Fragte Isaac erfreut.
-Ja und sogar sehr bald.“ damit verschwand der Stein der Weisen. Der Erdadept stand auf und sprang zu der Statue der Marsgöttin. „Wenn ich doch nur erfahren könnte was damals geschah...“ murmelte er leise. Er bemerkte nicht den Schatten, der ihn beobachtete. Seufzend wand sich Isaac ab und ging, als er etwas spürte, dass ihn unruhig werden ließ. Etwas würde heute geschehen und nach seinem Gefühl zu urteilen nichts gutes.

Der Abend brach an und Isaac hatte sich überreden lassen bei den Vorbereitungen zu helfen. Das Gefühl, dass ihn warnte, hatte ihn noch immer nicht losgelassen aber er ließ sich nichts anmerken.
Als alles bereit war, zog er sich in eine Ecke zurück und beobachtete das bunte Treiben. Diese Feste waren nichts für ihn aber er konnte diesmal nicht so leicht verschwinden. Er hatte Tana einen Tanz versprochen und er würde sein Versprechen auch halten. Sie ließ auch nicht lange auf sich warten. Sie trug ein langes rotes Kleid, dass Rückenfrei war und ihr langes braunes Haar war zu einem Zopf geflochten. „Und wie sehe ich aus? Fragte sie, während sie sich vor Isaac einmal um die eigene Achse drehte.
-Traumhaft.
-Komm lass uns tanzen.“ sagte sie und nahm ihn bei der Hand. Die Musik hatte gerade ein ruhiges Lied angestimmt. Sie schmiegte sich an ihn, während sie tanzten. Nach einer Weile versuchte Tana Isaac einen Kuss zu entlocken aber er stieß sie von sich. „Wie oft soll ich es dir noch sagen?“ sagte er aufgebracht. „Du bist nicht mehr als eine Freundin für mich.“ damit verließ er nicht nur die Tanzfläche, sondern auch das Fest. Tana sah ihm bedrückt nach. „Ich wollte dich nicht verletzen. Murmelte Tana und ging zu Talessa, die die ganze Szene mit angesehen hatte.
-Du hast ihn nicht verletzt.
-Und was habe ich dann, Talessa? Er war noch nie so.
-In dieser Hinsicht ist er genau wie sein Vater. Er braucht Zeit.
-Zeit... haben wir das überhaupt?“ Talessa schwieg. Natürlich herrschte Frieden zwischen den drei Welten aber wie lange würde das anhalten?

Isaac lief durch die dunklen Straßen von Vale, denn es war schon seit Jahren kein Dorf mehr, sondern hatte sich zu einer kleinen Stadt entwickelt. „Warum musste sie das tun? Warum kann sie nicht verstehen, dass ich sie nur als eine gute Freundin haben will?
-Vielleicht, weil sie dich aufrichtig liebt?“ Isaac sah auf und sah einen Mann vor sich stehen. Ihm wurde erst jetzt klar, dass er laut gedacht hatte. Er starte den Fremden eine Weile schweigend an. „Wer seit ihr?
-Wo ist deine Mutter? Fragte der Fremde, ohne auf seine Frage zu antworten.
-Meine Mutter? Kennt ihr sie?
-Sehr gut sogar mein Junge.
-Sie ist auf dem Fest.
-Danke.“ Der Fremde wollte an Isaac vorbei gehen, ohne eine weiteres Wort zu verlieren aber der Erdadept bestand drauf mit zukommen.
Die beiden waren mit schnellen Schritten wieder auf dem Fest und Isaac merkte genau wie der Fremde nach seiner Mutter Ausschau hielt. Diese befand sich noch immer in einem Gespräch mit Tana. Der Unbekannte steuerte auf die beiden Frauen zu. Talessa sah auf als sie den Unbekannten erblickte und hätte fast das Glas fallen lassen, dass sie in der Hand hielt. Sie stellte es ab und schlug dann die Hände vor den Mund. „Du hier.“ hauchte sie Fassungslos. Ihr Sohn verstand die Welt nicht mehr. Was hatte das zu bedeuten? Der Unbekannte griff nach der Kapuze, die sein Gesicht verbarg und ließ sie auf seine Schultern sinken. „Du bist es wirklich.
-Ich bin wieder zu Hause.“ sagte er. Isaac war noch verwirrter, als seine Mutter dem Mann weinend um den Hals fiel. „Darf ich mal erfahren was hier los ist? Fragte ihr Sohn.
-Oh! Natürlich.“ sagte Talessa und löste sich von dem Unbekannten. „Isaac darf ich vorstellen? Iskal, dein Vater.“ Isaac starte seinen Vater verwirrt an. So lange hatte er drauf gewartet ihn endlich zu treffen und ihm gegenüber zu stehen und jetzt konnte er ihn nur anstarren, als ob er einem Traum gegenüber stehen würde. „So! Du bist Isaac.“ Meinte Iskal um das Schweigen zu brechen, denn die Musik war verstummt und alle Blicke waren nur auf die drei gerichtet. Isaac nickte nur. „Hätte ich mir doch gleich denken müssen. Du siehst deiner Mutter ähnlich.
-Gar nicht wahr! Sie sagt immer das ich dir ähnlich bin.“ Protestierte Isaac. Seine Eltern fingen an zu lachen und die Stimmung lockerte sich wieder auf. Das Fest ging wieder weiter. Iskal forderte Talessa zum Tanz auf und Isaac musste lächeln, jedoch scheuchte er Tana weg, als auch sie mit ihm tanzen wollte. Er folgte seinen Eltern mit dem Blick, als er plötzlich herum fuhr. Eine Gruppe von dunklen Gestalt platzten in die Feier. Die Bewohner von Vale stoben auseinander und Isaac und sein Vater zogen ihre Schwerter. „Was wollt ihr? Fragte Iskal.
-Du weißt es genau!“ und die Männer stürzten sich auf Iskal, jedoch waren sie überrascht als sich auch Isaac einmischte. Vater und Sohn wehrten sich gegen diese finsteren Gegner. Sie schafften es auch sie zu bezwingen und in die Flucht zu schlagen. Der Bürgermeister kam auf die zwei Kämpfer zu. „Was hat das zu bedeuten? Fragte er aufgebracht.
-Das waren keinen Menschen. Meinte Isaac und er war nicht mal überrascht, als sein Vater zustimmend nickte.
-Was soll da heißen?
-Es waren Dämonen und sie sind hinter dem heiligem Feuer der Göttin Weyard her. Erklärte Iskal.
-Aber das ist doch nur eine Legende! Rief ein Bewohner.
-Wenn ihr das wirklich glaubt, dann habe ich hier nichts mehr verloren.
-Nein, Vater! Was hat das zu bedeuten?
-Das heilige Feuer ist erloschen und wenn es nicht bald wieder entzündet wird, werden alle Leuchttürme erlöschen.“ Ein Raunen ging durch die Umstehenden. „Und was können wir tun? Fragte der Bürgermeister.
-Es wird Zeit, dass Isaac aufbricht und in die Unterwelt aufbricht.
-Aber warum ich, Vater?
-Weil du dazu auserwählt bist und noch drei andere aber die musst du selbst finden.
-Wie werde ich sie erkennen?
-Du wirst es wissen, wenn du sie siehst.“ Meinte Iskal. Talessa schloss ihren Sohn in die Arme und fing an zu weinen. Isaac bestand drauf jetzt schon aufzubrechen. Seine Mutter versuchte ihn zu überreden doch erst Morgen zu gehen aber es half nichts. Isaac hatte sich entschlossen. „Bist du dir sicher? Fragte sie.
-Ja. Und damit wand er sich zum Tor.
-Warte! Du wirst doch wohl nicht allein gehen.“ Meinte Iskal. Sein Sohn sah ihn verständnislos an. „Nimm diesen kleinen Djinn mit.
-Ihn?
-Ihn?
-Ja er hat mir viel geholfen.“ Der Djinn hopste erfreut auf und ab. Isaac seufzte und verabschiedete sich von seiner Mutter, was ihm sehr schwer fiel und von den anderen Bewohnern von Vale. Er trat durch das Tor in die Nacht und der Djinn summte fröhlich.
Isaac ging durch den Nahe liegenden Wald, gedankenverloren ging er weiter. Der Djinn versuchte ihn zum sprechen zu bewegen aber es gelang ihm nicht. Die beiden blieben vor einem aus Kristall bestehenden Tür stehen. „Du musst das Tor öffnen! Piepste der Djinn.
-Warum ist es überhaupt geschlossen?
-Vielleicht hat es mit dem Feuer der Göttin zu tun.“ schlug der Djinn vor.


Kapitel 2: „Die Unterwelt“

Isaac stand noch eine ganze Weile unschlüssig vor dem Tor, dann sah er sich die Tür genauer an. Sie wurde von komplizierten Mustern geschmückt und der Erdadept lobt in Gedanken den Hersteller. Er hob eine Hand und strich über den Kristall. „Und was hast du nun vor?“ Fragte der Djinn. Er erhielt keine Antwort und der junge Mann suchte weiter bis er fand was er suchte. Plötzlich hopste sein Djinn nervös auf und ab aber seine Warnung kam trotzdem zu spät. Isaac wurde von hinten niedergeschlagen. „Wir können ihn nicht in die Unterwelt lassen, sonst sind unsere Pläne verloren.“ hörte er noch bevor sich sein Bewusstsein auflöste. Der Erddjinn versuchte alles um seinem Herren zu helfen aber er wurde einfach in ein dorniges Gebüsch gekickt. Wo er dann auch benommen liegen blieb.
Isaac wurde jedoch auf ein Pferd gehievt und dann ritten seine Entführer mit ihm davon.

Isaac eilte durch halb Anemos um mit Felix zu reden. Dieser war mehr als überrascht ihn zu sehen. „Was ist denn los?
-Du weißt nicht zufällig wo Ivan steckt?
-Ivan? Ich glaub der ist in der Bibliothek.
-Nein. Dort ist er nicht.
-Dann versuch es doch mal im Turm von Sol.
-Das ich nicht eher drauf gekommen bin.“ Isaac schüttelte mit dem Kopf und eilte wieder davon. „Was war denn los? Fragte Cosma.
-Er hat nach Ivan gefragt.
-Aha und ich stelle dir eine andere Frage.
-Und die wäre?
-Wo ist dein Sohn?“ Felix war sprachlos. Er selbst hatte Seral nur beim Frühstück gesehen, deswegen zuckte er mit den Schultern, dabei fing er sich einen tadelnden Blick von seiner Frau ein.

Isaac betrat den Turm von Sol und merkte sofort, dass Ivan hier war. Dieser war jedoch in einem Gespräch mit seinem Sohn verwickelt und es klang stark nach einem Streit. „Nein! Du wirst nicht gehen!
-Aber Vater! Ich muss, sonst könnte noch etwas schlimmeres passieren.
-Tomin! Ich sagte nein! Du wirst nicht gehen! Du hast hier schon genug Verantwortung! Rief Ivan.
-Aber! Vater ich bin kein kleines Kind mehr!“ rief der Wächter des Turms. Isaac kam näher und das Streitgespräch erstarb. „Was machst du denn hier? Fragte Ivan.
-Was wohl? Ich hab dich gesucht. Dich und deinen Sohn, obwohl es ziemlich klar war, dass ich ihn hier finden würde.
-Und was ist los? Fragte Tomin.
-Das Orakel wünscht euch beide zu sprechen.“ Vater und Sohn sahen sich kurz verwirrt an. Das Orakel sprach eigentlich nur in Zeiten größter Not. „Was ist geschehen? Wollten die Windadepten wissen.
-Das Feuer von Weyard ist erloschen.“ meinte Isaac. Die beiden ließen sich nicht mehr länger bitten und eilten mit dem Erdadepten zurück in die Stadt, in den Tempel des Orakels. Dies saß wie immer in seinem goldenen Thron und blickte starr vor sich hin, jedoch erhob es den Blick als die drei vortraten. „Ich habe auf euch gewartet aber vor allem auf dich, Tomin.“ Sagte es mit monotoner Stimme. Der Wächter wich überrascht zurück. „Du trägst in dir den Schlüssel, der uns alle retten, jedoch auch zerstören kann.
-Orakel! Was hat das zu bedeuten? Fragte sein Vater.
-Er muss gehen und seiner Bestimmung folgen, sonst sind wir alle zur Finsternis verdammt.“ damit erlosch der starre Blick des Orakels. Ivan seufzte und Tomin war erschüttert über das was er gehört hatte, dann wand er sich an Isaac: „Wer ist das Orakel?
-Das Orakel war eins ein junges Mädchen, jedoch hatte sie die Gabe die Zukunft zu sehen, wenn große Gefahr drohte. Ihre Macht wurde missbraucht und irgendwann gegen sie verwendet. Deswegen ist sie zu dem geworden was sie heute ist.“ Erklärt der Erdadept. Tomin verließ schweigend den Tempel. Sein Vater wollte ihm nach aber Isaac hielt ihn zurück. „Nein, Ivan. Er braucht jetzt Zeit für sich.“ Ivan sah seinem Sohn schweigend und besorgt nach.

Tomin ließ sich noch mal alles durch den Kopf gehen und noch etwas bedrückte ihn. Er hatte sich in Anemos nie besonders wohl gefühlt. Vielleicht lag es dadran, dass er immer wie ein Außenseiter behandelt wurde, wegen seinem Dämonenblut. Er hatte in seinem Leben schon zwei Wesen verloren, die ihm viel bedeutet hatten, seine Mutter, die es immer gehasst hatte ein Dämon zu sein und seinen Zwillingsbruder. Seufzend blieb er stehen und merkte, dass er vor der goldenen Fontaine, des Marktplatzes stand. Er bemerkte die Blicke, die man ihm zuwarf oder wie man ihm aus dem Weg ging. Der Windadept sah kurz zu Boden und dann in den Himmel. In der ferne konnte er den Turm von Sol erblicken und nicht weit davon den von Luna. Er war schon immer mit den Göttern verbunden gewesen und dieses Band hatte sich sogar noch verstärkt, als er die Rolle des Wächters des Turms von Sol übernahm. Er zögerte kurz, dann sahen die Engel und Adepten von Anemos wie er verschwand. Eine Eigenschaft, die er seit seiner Geburt hatte. Er tauchte in dem Wald, nicht weit von Vale, wieder auf und er war überrascht einen Venusdjinn weinend zu sehen. Tomin kam auf ihn zu. „Was ist denn los?
-Sie haben ihn. Piepste der Djinn mit heiserer Stimme.
-Wenn?
-Isaac.
-Das kann nicht sein. Isaac ist in Anemos.
-Doch nicht diesen Isaac! Ich rede vom Sohn von Iskal.
-Oh! Verstehe... Was ist passiert?“ Der Djinn erzählte was bei dem Fest passiert war und dann wie Isaac dann vor dem Tor niedergeschlagen und verschleppt wurde. „Hmmm... und in welche Richtung?“ Der Djinn zeigte mit einem seiner kurzen Arme nach Westen. „Also da lang.“ Tomin schloss die Augen und breitete ein wenig die Hände vor sich aus. Zwischen ihnen erschien er violettes Licht, dass langsam Gestalt annahm. Es war ein Djinn von Pluto. Der Erddjinn kickte überrascht auf. Der Zeitdjinn schwebte in der Luft, obwohl er keine Flügel besahst. „Du hast mich gerufen? Fragte er. Seine Stimme war nicht so piepsend wie die des Venusdjinn.
-Ja. Iskals Sohn wurde entführt und ich brauche Auskunft was seine Entführer angeht.
-Ich verstehe.“ Der Djinn wurden wieder von diesem violettem Licht umgeben und vor ihm erschien ein Spiegel der Zeit. Tomin griff danach und sah hinein. Erst sah er kaum etwas, sondern nur verschwommene Farben. Diese nahm aber dann langsam Form an. Er sah eine Lichtung und am Rand waren fünf Pferde angebunden. In der Mitte der Lichtung wurde ein Feuer entzündet und daneben lag Isaac, gefesselt und geknebelt, jedoch sah er die Entführer nicht. Er ließ den Spiegel wieder los und dieser verschwand genau wie der Plutodjinn. Tomin wollte losgehen, als ihn der Djinn fragend ansah. „Was ist?
-Darf ich mit? Piepste er.
-Natürlich darfst du mit. Es geht hier immer hin um deinen Herren.“ Der Djinn hopste einmal fröhlich in die Luft und flog dann neben dem Windadepten her. Dieser ging schweigsam und leise Richtung Westen. Er hielt abrupt inne als er bei der Lichtung ankam. Sie war nun nicht mehr leer, sondern die vier Entführer waren auch da. Tomin erkannte sofort, dass es sich um Dämonen handelte. Er machte dem Erddjinn, ohne Wort klar, hier zu bleiben, dann trat er auf die Lichtung. Die Dämonen sahen auf und wollten zu den Waffen greifen, hielten jedoch inne als sie bemerkten, dass sie es mit einem Halbdämon zu tun hatten. „Guten Abenden, die Herren. Sagte Tomin.
-Was machst du hier?
-ist es einem Verbannten schon verboten zu gehen wohin er will?
-Ach! Du bist auch ein Verbannter?“ fragte einer von den anderen. „Auch?“ dachte Tomin. „Ich glaub ich weiß wie ich Isaac befreien kann.“ Er kam näher und blieben neben dem Bewusstlosen Jungen stehen. „Da habt ihr ja einen netten Fang gemacht.
-Ja. Er ist was besonders.
-Ach echt? Für mich scheint er aber nur ein einfacher Erdadept zu sein.
-Nein. Er ist Iskals Sohn. Unsere Herrin hat uns befohlen ihn zu fangen und zu ihr zu bringen. Sagte wieder ein anderer.
-Eure Herrin?“ Tomin brauchte nicht so zu tun, als ob er überrascht wäre, denn das war er wirklich. „Darf man fragen wer sie ist?
-Na klar! Sie trägt den Namen Jeyka.“ Tomin wich zurück. Das hatte ihm noch gefällt. Niemand hatte erfahren was aus ihr geworden war aber er wusste, dass sie seinem Bruder sehr nah gewesen war. „Ist etwas? Oder kennst du die Herrin?
-Nicht... direkt.“ Tomin wurden unsicher. Was sollte er tun? Würde er seinen Namen nennen, dann wüssten diese Verbannten sofort wer er war und würde er sich weiter in Schweigen hüllen, dann würden sie ihn angreifen und er würde kämpfen müssen. Die Situation war aussichtslos. „Und wo hält sich eure Herrin auf?
-Das wissen wir nicht. Sie sagte sie würde herkommen.“ Tomin erstarrte, als Jeyka nur ein paar Schritte von ihm auftauchte.
Die Dämonin war überrascht ihn zu sehen. „Wenn das keine Überraschung ist.“ sagte sie mit gespielter Verwunderung. „Was führt dich denn hierher, Tomin?“ meinte sie dann gehässig. Ihre Diener sprangen auf und wollten sich auf den Windadepten stürzen aber dieser rührte sich nicht. Seine Mauvefarbenen Augen leuchteten in einem unheilvollem Licht. „Ich rate euch davon ab mich anzugreifen.“ Sagte er. Jeyka ließ sich davon nicht beeindrucken und machte eine herrische Handbewegung. Die Dämonen stürzten sich auf den Adepten, jedoch kamen sie nie dazu ihn anzugreifen. Das Zeichen Sols erschien vor ihm und verbrannte seine Angreifer buchstäblich. Die Dämonin wich zwei Schritte zurück und wagte es erst wieder zu sprechen, als Tomins Augen wieder normal waren. „Woher hast du diese Macht? Dein Bruder hat sie nie erwähnt.
-Logisch! Weil ich sie erlangte, als er schon Tod war.
-Wer bist du? Fragte sie plötzlich.
-Ich bin Tomin, Sohn Ivans und Wächter des Turms von Sol.“ Jeyka starrte ihn nur an. „Was ist los? Du hast doch wohl keine Angst vor mir?
-Nein! Und wir werden uns Wiedersehen.“ sagte sie noch bevor sie verschwand. Tomin seufzte und ließ neben Isaac auf die Knie sinken. Er löste die Fesseln und den Knebel. Kurz dadrauf kam Isaac wieder zu sich. „Wo... bin ich? Und wer bist du? Fragte er während er sich aufrichtete und sich dabei den Hinterkopf rieb.
-Ich bin Tomin und hab dich gerade von deinen Entführern befreit.
-Dann bin ich dir wohl zu dank verpflichtet.
-Nein nicht wirklich.
-Hast du einen Djinn gefunden?
-Meinst du diesen kleinen Vielfraß?“ fragte der Windadept und zeigte auf den Venusdjinn, der aus seinem Versteck kam. Isaac war noch nie so froh ihn zu sehen. Mit Tomins Hilfe kam er wieder auf die Beine. „Wo wolltest du eigentlich hin, Isaac?
-Du kennst meinen Name? Fragte der Erdadept verwundert.
-Dein Djinn hat ihn mir verraten.
-Hm! Ich wollte in die Unterwelt aber ich habe es nicht geschafft das Tor zu öffnen.
-Es dürfte nicht mal geschlossen sein... aber das hat wohl mit dem erloschenen Feuer von Weyard zu tun.
-Woher weißt du das, Tomin?
-Das ist jetzt nicht wichtig. Du wirst es nicht schaffen das Tor zu öffnen.
-Und wieso nicht?“ Isaac fühlte sich leicht unwohl in der Gegenwart von diesem Mann. Er wusste nicht wieso aber sein Gefühl sagte ihm auf der Hut zu bleiben. Tomin mochte ihm vielleicht geholfen haben aber er verschwieg ihm etwas. „Du wirst es nicht öffnen können, weil du kein Dämonenblut hast. Darum. Erklärte Tomin.
-Aha und woher soll ich jetzt einen Hilfsbereiten Dämon finden?
-Ich kann es für dich öffnen, wenn du willst.
-Hä? Und wie soll das gehen?
-Ich...“Tomin zögerte kurz. „Ich bin ein Halbdämon.“ Isaac hätte jetzt alles erwartet nur nicht das. Er schwieg kurz, dann machte er ihm klar, dass er in die Unterwelt müsste, weil sein Vater ihm das aufgetragen hatte. Der Windadept nickte nur und beide machten sich auf den Weg. Der Djinn hockte auf Isaacs Schulter. Als sie vor dem Tor waren, schloss Tomin die Augen und berührte mit einer Hand das Tor. Dieses öffnete sich mit einem knarren. Sie betrat die Welt der Dämonen und wurden gleich, etwas unsanft, von Wachen des Palastes Endfangen. Tomin erklärte kurz die Situation. Sie wurden zum Palast geführt. Isaac schauderte als sie durch die Stadt liefen. Sie wirkte noch dunkler, als aus den Erzählungen seiner Mutter. Überall waren finstere Gassen und an ihnen huschte immer wieder ein Schatten vorbei. Der Erdadept wollte Tomin etwas fragen, verstummte, jedoch als er den Ausdruck auf dem Gesicht des Windadepts sah. Er wirkte irgendwie angespannt. Isaac konnte sein Stauen nicht verbergen, als sie durch den Torbogen des Palastes gingen. Im Hoff wand sich einer der Wachen an sie: „Ich hoffe ihr könnt den König und die Königin eher überzeugen als uns.“ sagte er und ging weiter.
Erst als sie vor dem Thronsaal ankamen, verließen die Wachen sie. Isaac sah sich um und erblickte im Halbschatten einen Thron auf dem der Dämonenkönig saß. Nicht weit von ihm, am Fenster, stand eine wunderschöne Dämonin mit einem samtrotem Kleid. „Sie muss die Königin sein.“ dachte er. Tomin und er traten vor und erst jetzt reagierten die beiden Herrscher der Unterwelt. „Wer seit ihr? Fragte der König mit einer tiefen Stimme, in der irgendwie eine Drohung mitschwang.
-Wir sind Isaac und Tomin. Sagte der Windadept und trat einen Schritte vor.
-Isaac? Ich kenne Isaac. Sagte die Königin. Sie wirkte ruhiger als ihr Gemahl.
-Ich bin ja auch nicht der Isaac aus Anemos.“ seufzte Isaac. „Was kann ich dafür wenn ich den selben Name wie mein Vorfahre trage?
-Was?“ Die Königin wirkte überrascht. „Isaac ist dein Vorfahre?
-So ist es, Königin Shalda.“ meinte der Erdadept und verneigte sich etwas. „Meine Mutter ist Talessa und mein Vater Iskal.
-Kann man das glauben? Warum ist Iskal nicht selbst gekommen?“ Isaac und Tomin drehten sich verblüfft um. Hinter ihnen war ein junger Mann aufgetaucht. Er trug einen schwarzen Anzug und einen Umhang von selber Farbe. Seine Augen waren grau und von einer Kälte erfühlt, die einen schaudern ließ. Er hat halb langes schwarzes Haar, dass im Nacken zusammengebunden war. „Sidan! Benimm dich. Tadelte Shalda.
-Ach Mutter!“ Isaac konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Diese Szene erinnerte ihn an sich selbst und seine Mutter. „Was gibt's da zu grinsen? Zischte der Dämonenprinz.
-Nichts.“ meinte Isaac amüsiert. „Du erinnerst mich nur an mich selbst. Ich wollte auch nie auf das hören was meine Mutter mir sagte.
-Ach?“ meinte Sidan nur. Er wusste zwar nicht genau warum aber dieser Mensch wurde ihm irgendwie sympathisch. Nach einem kurzen Zögern erwidert er Isaacs grinsen. „Was führt dich eigentlich hierher? Wollte der König wissen.
-Mein Vater schickte mich. Er meinte, dass ich die Auserwählten finden sollte.
-Auserwählten? Für was? Fragte diesmal Shalda.
-Das Feuer von Weyard ist erloschen und die Auserwählten sollen herausbekommen wieso und es wieder entzünden. Erklärte der Erdadept.
-Das sind keine guten Nachrichten. Aber warum kommst du deswegen zu uns? In das Reich der freien Dämonen?
-Mein Vater meinte, dass ich hier einen Teil der Auserwählten finden würde.
-Aha und wie?
-Ich weiß es nicht. Iskal meinte nur ich würde es wissen, wenn ich sie sehe.
-Du sprichst in Mehrzahl. Bemerkte Selk. Tomin hörte dem ganzen schweigend zu.
-Das ist auch normal.“ meinte eine Dämonin, die neben Sidan getreten war. Sie hatte die selbe Kleidung wie der Dämonenprinz an. Ihre Augen waren ebenfalls von der selber Farbe. Ihr langes schwarzes Haar trug sie allerdings in einem Zopf. Isaac und Tomin fiel sofort etwas auf; die beiden waren sie erstaunlich ähnlich. „Shadow, was meinst du damit?
-Was ich damit meine, Mutter? Ich und Sidan haben bereits auf ihn gewartet. Ihr habt die Türme entzündet, nun sind eure Kinder dran die Welt zu retten.“ erklärte die Dämonenprinzessin. Das Königspaar sah ihre Tochter verwundert an. „Aber bevor wir hier irgendwas unternehmen, sollten wir mit der Wächterin von Pluto reden.
-Von Pluto? Entfuhr es Isaac.
-Ja warum?
-Ich treffe meine Großmutter. Meinte der Erdadept wehmütig.
-Gibt es irgendein Geschöpf in den drei Welten mit denen du nicht verwand bist? Scherzte Sidan.
-Sehr witzig.
-Nun, da es entschieden ist, solltet ihr in die Welt von Pluto.
-Wieso wir, Tomin? Kommst du nicht mit?“ fragte Isaac. Der Windadept schüttelte nur mit dem Kopf. Er meinte, dass er die Welt von Pluto nicht betreten könne. Als Isaac fragte warum nicht, gab er keine Antwort. „Willst du noch lange hier bleiben und schwatzen? Oder können wir los? Fragte Sidan.
-Nein, wir können los.
-Gut! Dann werde ich mal kurz Voldar suchen und ihn drum bitten uns durch den Geheimgang zu führen. Geht schneller.“ meinte Shadow und lief los. Isaac seufzte resigniert, ihm war nicht ganz wohl bei dem Gedanken mit drei Dämonen unterwegs zu sein. „Keine Angst! Meine Kindern werden dich schon nicht beißen. Meinte Shalda und lächelte amüsiert, als Isaac sie bestürzt ansah.
-Willst du Wurzeln schlagen? Shadow Voldar bestimmt schon längst gefunden.
-Ich komm ja schon, Sidan.“ sagte der Erdadept und ging mit dem Prinzen los. Dieser führte ihn durch ein Labyrinth von Fluren bis sie schließlich auf Shadow und Voldar trafen. „Das hat ja gedauert. Tadelte die Dämonin.
-Tut mir leid Schwesterherz aber Isaac meinte, er müsste noch ein wenig dumm rumstehen.“ Isaac verzog nur beleidigt das Gesicht. Die beiden machten sich über ihn lustig. Der Vertraute des Königs öffnete den Durchgang und nahm dann eine Fackel von der Wand. Voldar ging voraus, dann folgte Isaac und die Geschwister bildeten den Schluss. Der Erdadept lief schweigend durch die Gänge, in denen er schnell die Orientierung verloren hätte. Er merkte nicht wie Voldar seine Schritte verlangsamt hatte und nun neben ihm lief. „Nehm' es den beiden nicht übel.
-Was? Fragte Isaac, der aus seinen Gedanken gerissen wurde.
-Ich meine die Zwillinge. Du darfst es ihnen nicht übel zu nehmen. Sie treiben immer ihre Späße mit den anderen aber in Wirklichkeit sind die beiden echt nett.“ Isaac stutzte bei seinen Worten. „Was ist?
-Du sagtest... Zwillinge?
-Genau. Es sind Zwillinge.
-Daher ihre Ähnlichkeit. Isaac musste gegen seinen Willen grinsen.
-Ganz genau.
-Wird mal wieder über uns geredet?“ Meinte Sidan plötzlich. Iskals Sohn schwieg und zu seiner großen Verblüffung, sagte auch Voldar kein Wort. „Also ja. Du kannst es auch echt nicht lassen wie Voldar?
-Lass ihn in ruhe.“ meinte Shadow. „Du weißt wie Vater reagiert, wenn du dich Voldar gegenüber im Ton vergreifst.
-Ja ja. Ich weiß. Seufzte der Prinz.
-kein Laut mehr. Wir sind da.“ sagte der Vertraute vom König plötzlich.
Nach ungefähr einer halben Stunde, traten die drei ins Freie. Voldar hatte die Fackel im Gang zurückgelassen und Shadow und Sidan sah sich nur verschwörerisch an. Voldar verdrehte die Augen. „Isaac nimm dich von den beiden in Acht. Sie sind dabei einen Streich vorzubereiten.“ hörte Isaac plötzlich Voldars Stimme in seinem Kopf. „So ihr drei! Nun lass ich euch allein. Euer Vater braucht mich an seiner Seite. Sagte er dann laut.
-Schon klar.“ meinten die Zwillinge. Isaac war sich nicht ganz wohl bei der Sache jetzt allein mit den beiden zu sein. Er sah Voldar niederschlagen hinterher bis er in der Finsternis des Ganges verschwand. Sidan packte ihn plötzlich grob am Arm. „Hör zu! Vater und Mutter mögen dir vielleicht vertrauen wir tun es nicht, also tu nicht unüberlegtes oder du zahlst dafür mit deinem Leben. Sagte der Dämonenprinz und sein Ton war nicht mehr so scherzhaft. Isaac schluckte und nickte dann. Er wollte nicht das Risiko eingehen die beiden zu reizen. „Und dabei hatte alles so schön angefangen...“ dachte er betrübt. Shadow sah ihn verwundert an, als ob sie seine Gedanken gelesen hätte, dann sah sie kurz zu ihrem Bruder und zuckte mit den Achseln. Iskal Sohn wusste nicht was er von dem Verhalten halten sollte und folgte ihnen schweigend. „Vielleicht tun wir ihm unrecht. Er kommt immerhin um uns um Hilfe zu bitten. Meinte Shadow plötzlich. Isaac sah sie erstaunt an.
-Was soll das Shadow? Schon vergessen, dass Dämonenjäger dich fast getötet hätten?
-Haben sie aber nicht und Isaac gehört nicht zu ihnen.
-Und woher willst du das wissen? Fuhr Sidan seine Schwester an.
-Ich konnte es in seiner Seele lesen.
-Ehm... tut mir leid, wenn ich euch unterbreche aber sollten wir nicht weitergehen? Fragte Isaac behutsam.
-Er hat recht.“ Meinte die Dämonin. Ihr Bruder schwieg und die drei gingen weiter bis sie zu einer Tür kamen, die mitten im Wald stand. Shadow und Sidan stellten sich vor ihr auf und konzentrierte sich. Der Erdadept blieb im Hintergrund.

„Tomin sag mir. Warum wolltest du nicht mit ihnen gehen? Fragte Shalda.
-Ich wollte nicht, dass sie erfahren wer ich bin.
-Wer du bist? Wollte Selk wissen.
-Ja. Ich bin kein einfacher Halbdämon. Ich bin Ivans Sohn und Wächter des Turm von Sol.
-Ich verstehe.“ meinte der König nachdenklich. „Nun du kannst es ihnen nicht ewig verschweigen.
-Das ist mir klar aber noch sind sie nicht bereit dafür...“ Der Windadept trat zu einem Fenster und sah auf die Stadt hinaus. Seine Gedanken schweiften ab. Hier, in dieser Welt, wurde seine Mutter geboren und er selbst hatte sie nicht betreten bis heute nicht. Seufzend sah er zum Mond hinauf. „Hoffentlich finden sie einen Weg die Flamme wieder zu entzünden.

Die Priester des Orakels liefen wild durcheinander und beachteten kam Felix, der versuchte herauszubekommen was denn geschehen sei. Erst als er einen der Diener des Tempels am Arm festhielt, bekam er Antwort. „Es ist schrecklich! Furchtbar!
-Ja, was denn?
-Das Orakel! Es ist verschwunden!“ Der Erdadept ließ ihn wieder los und starrte entsetzt auf den Priester. Das mussten die anderen erfahren! Er lief aus dem Tempel und traf auf halben Isaac. Dieser wollte nicht glauben was geschehen war.


Kapitel 3: „Das fremde Mädchen und die Reise beginnt...“

Isaac und die Zwillinge hatten gerade die Welt von Pluto betreten, da kam ihnen auch schon die Wächterin entgegen. Sidan sah sie nur aus einem kalten Blick an. Er mochte es nicht hier zu sein. Seine Schwester schwieg und ihr Blick schien ins Leere zu gehen, als ob sie hier nichts verloren hätte, als ob man ihr ihre Seele genommen hätte. „Es ist ziemlich unvorsichtig hierher zu kommen.“ sagte die Frau zu den beiden aber diese schienen sie nicht zu hören. „Ihr seit stark aber ihr seit der Macht von Pluto noch nicht gewachsen. Es war leichtsinnig herzukommen.
-Was geschieht mit ihnen? Fragte Isaac. Die Wächterin fuhr erschrocken zu ihm rum. Sie hatte ihn gar nicht bemerkt.
-Wer bist du?
-Mein Name ist Isaac... Iskals Sohn.“ Die Frau starrte ihn fassungslos an. „Ihr habt richtig gehört.
-Dann erfühlt sich also die Prophezeiung.
-Welche Prophezeiung?
-Die Prophezeiung des Feuers von Weyard.“ sagte die Wächterin. „Aber es ist besser, wenn wir zum Turm gehen. Dort ist der Einfluss von Pluto nicht so groß und die beiden können wieder zu sich selbst finden.
-Zu... sich selbst?“ fragte der Erdadept verwirrt. Seine Großmutter nickte nur und machte ihm dann klar ihr zu folgen. Die Zwillinge liefen hinter ihnen her, jedoch wirkten sie eher wie willenlose Kreaturen, jedoch erwachten sie aus ihrer Stare, als sie den Leuchtturm betraten. Der Dämonenprinz fluchte, als ihm klar wurde was geschehen war. Shadow sagte noch immer nicht, jedoch waren ihre Augen nicht mehr so leer. „Ihr seit also hergekommen, um zu erfahren warum das Feuer erloschen ist.
-Ja. Bestätigte ihr Enkel, bevor die Zwillinge was sagen konnten.
-Nun, es liegt am Herzen der Menschen, dass das Feuer erlosch.
-Was?!
-Es sind die kalten Herzen der Menschen, die sie erstickten.“ Isaac war entsetzt über diese Worte. Er wollte es nicht glauben und doch spürte er in den Tiefen seiner Seele, dass es die Wahrheit war. Er fing sich nebenbei einen finsteren Blick der Dämonen. „Aber ihr Dämonen habt nichts zu befürchten, genau wie die Engel. Diese zwei Welten hängen nicht von dieser heiligen Flamme ab.
-Was soll das bedeuten?
-Weyard die Welt Menschen liegt im sterben.“ Isaac taumelte ein paar Schritte zurück. „Aber noch ist die Hoffnung nicht verloren.
-Und was müssen wir tun? Aus Isaac Stimme war die Verzweiflung deutlich zu hören. Die Dämonenzwillingen schwiegen weiterhin.
-Damit ihr das versteht, muss ich euch die Legende der Göttin Weyard erzählen. Vor langer, langer Zeit gab es nur zwei Welten. Die der Dämonen und die der Engel. Wie ihr bestimmt wisst, waren diese zwei Völker seit Anbeginn der Zeiten verfeindet. Weyard, Mutter aller Götter wollte diesen Krieg der Ewigkeit beenden und deswegen schuf sie einen dritte Welt.
-Verzeiht. Aber dies geschah vor den Türmen, oder? Fragte der Erdadept.
-Ja, lange vor den Leuchttürmen. Aber nun. Diese Welt war die Menschen. Sie sollten neutral sein und beides in sich tragen, das Gute und das Böse. Die Göttermutter erschuf alle Form des Lebens, die auf ihr leben sollten und sie gab ihnen noch etwas.“ Isaac lauschte aufmerksam den Worten seiner Großmutter. „Die Psyenergie. Sie ist die Lebenskraft von Weyard, der Menschenwelt und solange die heilige Flamme brannte, solange würde die Welt genug Lebensenergie haben.
-Und...? Der Erdadept war verwirrt, dass konnte doch nicht alles sein.
-Das ist alles. Ein Teil der Legende ging verloren. Ich weiß, dass der Kristall der Welten und ein Geschöpf der Reinheit und der Unschuld auch noch etwas damit zu tun haben, aber mehr kann ich euch leider nicht sagen. Es tut mir leid.
-Dieses Geschöpf, wenn wir es gefunden haben... Was sollen wir damit tun?
-Es zu der Feuerstelle bringen aber nun endet mein Wissen.“ Die Zwillinge mieden den Blick der Wächterin und Isaac starrte auf seine Füße. Er kam sich verloren vor. Die Wächterin hatte die Prophezeiung nicht erwähnt. Wieso nicht? „Es ist besser, wenn ihr geht.“ Damit hob sie ihr Zepter und die drei fanden sich in der Welt von Isaac wieder. Nicht weit von der Stelle wo sich waren, wartete Tomin auf die drei. „Da seit ihr ja.“ Meinte er, als ob er gewusst hätte, dass sie bald kommen würden. Sidan strafte ihn mit einem kalten und Shadow schwieg weiterhin. „Und was habt ihr nun vor? Informierte sich der Windadept.
-Nun ich bin müde und wir scheinend nicht weit von Tolbi zu sein. Wir könnte uns dort ausruhen.
-Das ist eine gute Idee und außerdem wird morgen auch das Koloseum beginnen. Du weißt was das bedeutet?
-Woher weißt du davon?
-Ich weiß einiges und ich bin ein Freund deines Vaters. Dieser weiß mehr über dich als du glaubst.“ Isaac seufzte und die vier Gefährtin einigten sich dadrauf nach Tolbi zu gehen.

Das Mädchen brach gehetzt durch das dichte Unterholz. Sie wurde verfolgt und ihre helle Haut schien in der Finsternis leicht zu schimmern. Obwohl sie so gut wie nichts sah und oft stolperte, kam sie gut voran. Ihr Herz raste und hinter sich hörte sie die Stimmen ihrer Verfolger. Sie wusste jedoch nicht warum diese Männer sie verfolgten! Um es genau zu sagen, wusste sie nichtmal wie sie hierher gekommen war. Sie kannte nicht mal ihren Namen und doch hatte sie angefangen zu rennen, als sie die Männer erblickt hatte. Ihre Kleidung hing in Fetzen und sie hatte mehrere Kratzwunden durch Äste und ihre wenigen Stürze bekommen. Ihr tat jeder Muskel weh und doch wusste sie, dass sie weiter musste. Diese Fremden durften sie nicht erwischen, auf gar keinen Fall! Das Mädchen übersah eine Wurzel und stürzte hart zu Boden, als sie versuchte wieder auf die Beine zu springen, um weiter zu laufen, schoss ein fürchterlicher Schmerz durch ihren linken Fuß. Stöhnend richtete sie sich wieder auf und humpelte weiter. Ihre Verfolger holten immer mehr auf und dadurch, dass ihr Fuß ihr so weh tat, konnte sie auch nicht mehr so plötzlich einen Hacken schlagen und die Richtung wechseln. „Wir haben sie gleich!“ hörte sie hinter sich rufen und als sie wagte einen Blick über ihre Schulter zu werfen, erblickte sie sie. Diese Männer waren schnell und würden sie bald einholen, wenn sie es nicht irgendwie schaffte ihnen zu entkommen. Sie erblickte dann auf ihrer rechten Seite eine Höhle, die unter die Erde führte. Sie wusste nichtmal warum, jedoch sprang sie mit einem kleinem Aufschrei in dieses dunkle Loch. Sie schlug so hart auf, dass sie Sterne vor ihren Augen sah. Sie hielt erschrocken den Atem an, als sie Schritte hörte. Diese blieben neben der kleinen Höhle stehen. „Wenn sie mich hier finden, bin ich verloren.“ dachte sie verzweifelt und hoffte, dass sie hier verborgen bleiben könnte. Ihre Verfolgen suchten alles ab und übersahen dabei die Höhle in der sich die Gejagte verbarg. „Es hat keinen Sinn.“ meinte einer der Fremden. „Wir haben sie verloren.
-Wie konnte sie uns nur entkommen? Zischte ein anderer.
-Woher soll ich das wissen?
-Naja was soll's! Wir werden sie schon wieder finden und wenn nicht... Tja dann können wir uns auf was gefast machen.“ meinte wieder ein anderer. Die restlichen sahen nur betroffen aus, sagten jedoch nichts. Das Mädchen hörte mit angehaltenem Atem wie sie fort gingen. Sie wartete noch mehrere Minuten und als sie dann sicher war, dass sie nicht mehr da waren, wollte sie wieder gehen, jedoch übermannte sie ihre Müdigkeit und nun spürte sie wirklich wie sehr diese wahnsinnige Flucht an ihren Kräften gezerrt hatte. Mit einem Seufzer rollte sie sich auf dem harten und kalten Boden zusammen und schlief kurz dadrauf ein.
Sie schreckte jedoch mit einem Schrei hoch als etwas kaltes ihre Wange berührte. Sie stränge ihre Augen an um etwas in dem Zwielicht zu sehen, dass in dieser Höhle herrschte und erblickte einen jungen Fuchs. Erst wollte sie zurückweichen, tat es dann doch nicht als sie sah, dass das Tier noch relativ jung war und als sie noch einmal hinsah, bemerkte sie, dass es gar kein Fuchs war. Es hatte zwar die Ohren, jedoch hatte es zwei Schwänze einer Katze. „Was bist du denn?“ fragte sie verwundert und stemmte sich auf einem Ellbogen hoch. Natürlich bekam sie keine Antwort, jedoch sah das Geschöpf zum Ausgang. Das Mädchen sah, dass die Sonne aufgegangen war. Nun stand sie auf und stieß sich den Kopf. „Autsch!“ rief sie und das Wesen stand im Eingang. Sie kroch auf allen Vieren aus ihrem Versteck und war ein wenig erstaunt, dass die Sonnenstrahlen es geschafft hatten durch die dichte Blätterdecke zu dringen. Nun sah sie auch das Wesen richtig. Es war nicht viel größer als eine Katze. Es hatte ein gräuliches Fell und seine Augen waren mit zwei Saphiren zu vergleichen, so klar waren sie. Diese strahlten, jedoch auch ein gewisses Wissen aus. Seine Pfoten wurden durch dickere Fellbüschel bedeckt, die Weiß waren. „Komisch...“ dachte das Mädchen. „Dieses Wesen kommt mir irgendwie bekannt vor.“ Das Tier sah sie aus klugen Augen an. „Ist dir nicht kalt?“ Fragte es plötzlich. Sie stolperte überrascht zwei Schritte zurück und fiel etwas unsanft auf den Hosenboden. „Was denn? Du bist ein Kind der...
-Nein!“ Schrie sie plötzlich. Alles schrie ihn ihr, dass sie nicht wissen wollte wer oder was sie war. „Nein! Ich will es nicht wissen.
-Nun gut.“ das Geschöpf kam näher und blieb bei ihrem verletztem Fuß stehen. „Das sieht nicht gut. Du brauchst Jemanden der sich dadrum kümmert.
-Ich weiß aber seit diese Männer in der Nacht hinter mir her waren, weiß ich nicht ob ich noch Jemandem trauen kann.
-Dann werde ich dich wohl begleiten.“ Das Mädchen sah es verwundert an. „Ich habe ein gutes Gespür, wenn es um Menschen geht die du vertrauen kannst.
-Wie heißt du eigentlich?
-Wie? Ich bin ich. Meinte das Wesen.
-Dann... ich würde dich gerne Pfötchen nennen. Ist das ok für dich?
-Wenn du willst. Ich hatte noch nie einen Namen aber dieser gefällt mir. Ich werde dich zur nächsten Stadt bringen.
-Danke.“ Damit gingen die beiden los.

„Isaac! Steh endlich auf!“ rief Tomin und rüttelte den Erdadepten unsanft wach. „Was ist denn los? fragte dieser verschlafen.
-Du kommst noch zu spät zu deinem ersten Kampf.
-Waaaaas?!“ Isaac war blitzschnell wach und fertig mit dem anziehen. „Wo sind eigentlich die Zwillinge?
-Die haben sich auch angemeldet und mich gleich noch mit.
-Das kann doch nicht wahr sein...“ murmelte Isaac leise. Tomin sah ihn nur schweigend an. Die beiden gingen also zum Koloseum, wo sie dann auch auf die Geschwister trafen. „Schade, dass man nicht mit einem Partner kämpfen kann. Seufzte Sidan.
-Ist auch ganz gut so.“ meinte plötzlich eine Stimme hinter ihnen. Tomin drehte sich überrascht um und erblickte einen jungen Mann, der ungefähr das selbe Alter wie Isaac hatte. Er hatte schulterlanges braunes Haar und blattgrüne Augen. Er trug einen Reiseumhang, der an seinem Ende ziemlich zerschlissen war und einen Kampf Anzug. Dieser kam Isaac irgendwie bekannt vor, jedoch kam er nicht drauf woher. „Seral! Was machst du denn hier?“ hörte dieser plötzlich Tomins Stimme in seinem Kopf. „Solltest du nicht in Anemos sein?
-Schon. „antwortete er auf selben Wege. „Nur mein Vater hat mir gestattet beim Koloseum mitzumachen.
-Nun ja... und bist schon angemeldet?
-Ja, Tomin. Warum bist du eigentlich mit diesen Kids zusammen?
-Sei vorsichtig! Es handelt sich bei den dreien um Iskals Sohn und den Königskindern aus der Unterwelt.
-Ach deswegen habe ich so ein flaues Gefühl...“ Seral wirkte kurz nachdenklich und meinte dann laut: „Ich bin überrascht dich hier zu sehen, Tomin.
-Kennt ihr euch etwa? Wollte Isaac wissen.
-Wir... sind alte Freunde. Meinte Seral ausweichen, jedoch hatten die anderen sein zögern bemerkt.
-Ja, das sind wir. Wie ich dich kenne nimmst du auch teil?
-Ganz genau, Tomin.“ Seral wand sich ab und hob die Hand zum Abschied. „Wer weiß vielleicht treffen wir ja aufeinander. Sagte er und verschwand in der Menge.
-Wer war das? Fragte Shadow. Sie wirkte irgendwie aufgedreht.
-Das war Seral. Er ist der Sohn eines Freundes. Antwortete der Windadept.
-Und ein Halbengel...“ murmelte Sidan etwas gereizt. Keiner der vier Gefährten sagte noch ein Wort und betrat nun auch ihrer Seist das Koloseum. Sie mischten sich unter die anderen Teilnehmer und Isaac hielt nach Seral aus, jedoch war er nirgends zu sehen. „Isaac!“ drang plötzlich in seine Gedanken.
-Was ist denn Tomin?
-Sidan eröffnet die Kämpfe.“ meinte der Windadept und zeigte auf die Arena.
Der Dämonenprinz stand stolz da und wartete drauf, dass sein Gegner ebenfalls in die Arena kam. Die Zuschauer wusste nicht so ganz was sie von diesem kühlen und dunklen Kämpfer halten sollten. Shadow feuerte ihren Bruder an. Dieser lächelte flüchtig als seinen Gegenspieler ebenfalls die Kampfarena betrat. Dieser war gute zwei Köpfe größer als der Dämon und doppelt so breit aber dies schien Sidan nicht zu beeindruckt. „So du bist also mein Gegner Winzling?“ Sidan zog warnend die Luft zwischen den Zähnen ein. „Was ist denn? Hast du gehofft zu gewinnen? Och das tut mir aber leid!“ Der Dämonenprinz ballte die Hände zu Fäusten, um das Zittern von seinem Körper zu verbergen. „Du hast nämlich keine Chancen gegen mich. Ich war Zweiter letztes Jahr.
-Dann hoffe ich mal das dein Kampfstill besser ist als dein Mundwerk.“ zischte Sidan wütend. Shadow, die nun neben Isaac stand, murmelte: „Das hätte dieser Gladiator nicht tun dürfen.
-Was meinst du? Informierte sich Isaac.
-Ihn zu provozieren. Sidan ist eigentlich ein fairer Kämpfer... solange man ihn nicht reizt. Ich hoffe, dass es bald los geht.
-Ich auch...“ murmelte der Erdadept. Er hatte die Botschaft, die in den Worten der Dämonin lagen verstanden. Er hatte gerade mal Zeit sich wieder der Arena zuzuwenden, als auch schon das Startsignal gegeben wurde. Sidan rührte sich kein Stück, als der Gladiator sich auf ihn stürzte, jedoch machte er einen schnellen Schritt zur Seite und sein Gegner stolperte an ihm vorbei. Dieser hatte gerade mal Zeit sich umzudrehen, um zu sehen wie Sidan zum Schlag ausholte, bevor er aus dem Kampfring flog. „Ich hoffe du hast verstanden, dass man mich nicht reizen sollte.“ Meinte der Dämonenprinz und der Gladiator rappelte sich hoch und hielt inne. Er hatte für einen kurzen Moment das Gefühl Dämonenflügel im Rücken des Siegers zu sehen aber dieser Eindruck verschwand so schnell wie er gekommen war. Sidan wurde zum Sieger ernannt und verließ dann den Kampfplatz. Er ging an seinen Gefährten vorbei, ohne ein Wort zu sagen und seine Schwester lief ihm nach. Isaac blickte den beiden kurz hinterher. „Was ist denn los? Fragte er schließlich.
-Dieser Gladiator hat seinen Stolz verletzt.
-Er hat was?!
-Seinen Stolz verletzt. Dieser Gladiator kann froh sein, dass er noch lebt.“ Meinte Tomin und sah dabei dem nächsten Kampf zwischen zwei anderen Kämpfern zu.
Eine halbe Stunde später war Isaac mit seinem ersten Kampf dran. Der Sprechen stellte ihn als den Sieger des letzten Jahres vor und das Publikum brach in Jubel aus. Ihr Favorit war dran. Der Erdadept schluckte ein wenig als er seinen Gegner erblickte. Dieser war auch ein Gigant aber nicht so breit wie der Gladiator, der gegen Sidan verloren hatte. „So du bist also der Sieger vom letzten Jahr? Fragte dieser.
-Ist wie man es nimmt. Meinte Isaac nur ruhig und zog seine Klinge.
-Dann auf einen fairen Kampf.
-Jawohl.“ meinte der Sohn von Iskal und der Kampf ging kurz dadrauf los. Der Riese stürmte auf den jungen mann zu aber dieser wich ihm mit einen Sprung in die Luft und nach hinten aus. „Du bist schnell.“ lobte der Gigant. Isaac sagte nichts dazu und ging zum angriff über. Er wollte es vermeiden auf seine Psyenergie zurückzugreifen. Seiner Gegner parierte den Schlag und schleuderte ihn fast aus der Arena. Der Erdadept konnte sich jedoch noch rechtzeitig bremsen. Diesmal sah er ein, dass er seine Kräfte nutzen musste. Er schloss die Augen und erhob dabei mit beiden Händen seine Klinge. Er schien plötzlich von einem magischem Wind umgeben zu sein. „Mutter Gaia!' rief er und aus der Erde schoss ein Lichtstrahl und die Erde fing an zu beben. Isaacs Gegner wurde regelrecht aus der Arena geschleudert. Das Publikum jubelte noch heftiger als am Anfang. Der junge Mann hob sein Schwert kurz als Gruß und ging dann zu Tomin. „Du scheinst eine menge Erfolg zu haben.
-Nicht wirklich, Tomin... Ich habe nie drum gebeten.
-Ach das wird schon Isaac.“ Der Windadept sah zu der Kampfarena. „Schau! Jetzt ist Seral dran.“ Isaac sah gebannt auf den jungen Halbengel. Er wirkte Komplet ruhig und gelassen und erst jetzt fiel dem Sohn von Iskal etwas auf. Seral trug keine Waffe. „Er kämpft nicht mit einem Schwert. Seine Waffen sind seine Hände und seine Füße. Er verachtet Waffen wie Schwerter oder Speere.“ Isaac sah nachdenklich auf den jungen Kämpfer. Dieser nahm eine Kampfhaltung ein und als das Signal für den Anfang kam, da wich er seinem Gegner so flieg aus, dass Isaac die Bewegung kaum sah. Seiner Gegner schien genau so überrascht wie Isaac und erst jetzt wurde ihm klar, dass er Seral nicht unterschätzen durfte. Dieser ließ, jedoch nicht auf sich warten. Er sprang in die Luft und mit einem gezielten Tritt, flog sein Gegenspieler aus dem Ring. Dieser landete unsanft auf dem Hosenboden und Seral landete geschickt wieder auf seinen Füßen. Er verließ die Arena und blieb kurz neben Isaac stehen. „Ich hoffe, dass wir aufeinander treffen.“ flüsterte er so leise, dass nur der Sohn von Iskal es hörte und ging dann weiter. Der Erdadept stand wie erstarrt da. „Stimmt etwas nicht? Fragte Tomin.
-Eh was?
-Ob irgendwas ist?
-Nein. Es ist alles in Ordnung. Ich war nur kurz in Gedanken.
-Dann ist ja gut. Ich muss nämlich jetzt selber rann.
-Viel Glück.
-Danke, Isaac. Werd ich brauchen.“ meinte Tomin, jedoch waren diese Worte anders gemeint als Isaac sie verstand. Der Windadept betrat den Ring, jedoch bekam er eine Überraschung. Als sein Gegner ihn erblickte, gab dieser auf. Tomin war fassungslos, dann als er den Kampfplatz als Sieger wieder verließ, suchte er mit seinen Gedanken nach Seral. „Was sollte das?“ hörte dieser plötzlich in seinem Kopf. Seral selbst war am anderen Ende der Halle und lehnte lässig an der Wand. „Warum hast du dich eingemischt?
-Du hättest es nicht geschafft deine Kräfte zu zügeln.“ Tomin schwieg, denn er wusste, dass Seral recht hatte.
Der nächste Kampf gehörte Shadow. Man sah ihr allerdings an, dass sie nicht besonders gut drauf war, warum auch immer und ihr Bruder war nirgends zu sehen. Die Dämonenprinzessin schoss auf ihren Gegner zu, als das Signal zum Beginnen gegeben wurde und beförderte ihn somit direkt aus dem Ring. Das Publikum war überrascht und dann leicht wütend, denn Shadow zeigte allen die kalte Schulter. Sie ging wieder zu den anderen Teilnehmer und verschwand zwischen ihnen. Isaac sah etwas verwirrt drein, sagte jedoch nichts. Tomin schwieg, jedoch fing er an unruhig zu werden.
Als die Sonne an ihrem Zenit stand, waren die Klassifikationsrunden vorbei und die Finalisten standen fest. Es handelte sich dabei um die Zwillinge, Isaac, Tomin, Seral und um einen Kämpfer aus dem fernen Norden, der Telm hieß. Die Finalrunden sollten am Nachtmittag stattfinden und daher hatten die Finalisten Zeit sich auszuruhen und sich zu erholen. Isaac war in der nähe vom Brunnen von Tolbi und ließ sich nochmals alles durch den Kopf gehen, als er Seral erblickte. Wieder hatte er das Gefühl die Kleidung des Jungen zu kennen aber es fiel ihm noch immer nicht ein woher. Seral schien seinen Blick zu bemerken und ging auf ihn zu. „Du hast dich nicht schlecht geschlagen, Isaac.
-Danke aber du bist auch nicht schlecht.
-Ist wie man es nimmt.
-Sag mal Seral... Woher kommst du eigentlich?
-Willst du das wirklich wissen?
-Nun ja. Es würde mich schon interessieren. Meinte der Erdadept.
-Ich komme aus Anemos.“ Das hatte Isaac zum Teil erwartet und doch war er verwundert dadrüber. „Hat sich deine Vermutung also bestätigt.
-Du bist nicht hier, wegen dem Koloseum.
-Da hast du recht. Ich bin hier um mein Schicksal zu erfühlen.
-Dein Schicksal?
-Ja, du wirst es verstehen, wenn es so weit ist.
-Wenn du meinst.“ sagte Isaac resigniert. Er hatte gehofft ein bisschen mehr über den Halbengel herauszubekommen aber das war wohl nach hinten losgegangen. Seral wand sich ab und mischte sich wieder unter die Leute. Iskals Sohn verfiel in ein stilles Grübeln.
Tomin hatte die ganze Szene schweigend zugesehen und hatte schon eine Vermutung was die Worte von Seral zu bedeuten hatten. Es war kein Zufall, dass sich wieder Kinder der drei Welt Fanten. Es war Schicksal! Der Windadept sah zum Himmel und dieser verdunkelte sich mit Wolken. Weyard lag bereits im sterben und wenn das so weiter gehen würde, dann würden die Adepten dieser Welt bald nicht mehr ihre Psyenergie nutzen können. Ein leichter Wind kam auf. Es war jedoch kein einfacher Wind, sondern einer der Vorsehung.
Die Zwillinge hielten sich abseits der Stadt auf. Sie wollten unter sich sein, ohne dabei das Risiko einzugehen von Menschen gestört zu werden. „Was meinst du?“ sagte plötzlich Sidan um das Schweigen zu brechen. „Was würde Vater sagen, wenn er wüsste, dass wir hier mitmachen?
-Ich weiß es nicht aber du darfst nicht vergessen, dass er vor unserer Geburt selbst einmal teilnahm.
-Stimmt... das hat er mal erwähnt.“ Der Dämonenprinz sah zu seiner Schwester und wirkte überrascht. „Stimmt etwas nicht, Shadow?
-Ich weiß nicht. Ich spüre etwas. Wie... der Splitter eines Kristalls.
-Der Kristall der Welten?
-Ich weiß es nicht, kann sein.“ Die Zwillinge schwiegen wieder. Sie spürten eher als die anderen, wenn Veränderungen bevorstanden und diesmal würden die Menschen ihr nicht so leicht entgehen können.

Das Mädchen und Pfötchen betrat zusammen die Stadt. Sie wirkte eingeschüchtert durch die vielen Leute und ihr fiel das gehen auch nicht leicht, wegen ihrem linken Fuß. Dieser tat noch mehr weh, als in der Nacht. Aus Versehen, prallte sie mit einem anderen Passanten zusammen. „Hey pass doch auf! Schrie er aufgebracht.
-Tut mir leid. Stammelte sie ängstlich.
-Tz! Immer diese Bettler.“ sagte der Passant noch bevor er weiterging. Das Mädchen sah ihm verstört hinterher. Sah sie denn wirklich so schlimm aus? „Mach dir nichts draus.“ Sagte plötzlich ihr vierbeiniger Begleiter. „Menschen sind oft reizbar gegenüber anderen.
-Menschen? Gehöre ich etwa nicht dazu?“ Pfötchen schwieg und machte ihr klar ihr zu folgen. Die beiden Gefährten gingen durch Nebenstrassen und blieben schließlich vor einem Haus stehen. „Hier wohnt ein Arzt. Er wird dir helfen.“ meinte das Geschöpf. Das Mädchen sah Pfötchen fragend an aber diese reagierte nicht drauf und kratzte an der Tür. Ein Mann machte auf und als er das Fuchswesen sah, ließ er beide eintreten. Er schloss hinter den beiden die Tür und fragte dann: „Was führt dich denn hierher?
-Das Mädchen.“antwortete Pfötchen. „Sie ist verletzt.
-Oh! Dann will ich mir das mal ansehen.“ meinte der Arzt und bat die Fremde sich zu setzen. Sie tat was man ihr sagte und biss tapfer die Zähne zusammen, als man ihren Fuß untersuchte. Sie bedankte sich, als ihr Fuß versorgt und verbunden war. „So! Du warst wirklich tapfer.“ meinte der Arzt. „Aber woher kommst du? Und wer bist du?
-Ich weiß es nicht. Ich war letzte Nacht plötzlich in diesem Wald und wurde verfolgt. meinte sie als Antwort.
-Das ist alles aus normal.
-Ich weiß. Pfötchen wollten was sagen aber ich wollte es nicht hören. Es war als ob mein Unterbewusstsein sich wehrte zu erfahren wer ich bin.
-Verstehe... Nun dann werde ich dir einen Namen geben.“Sie nickte nur. „Wie wäre es mit Tima?
-Einverstanden.
-Gut, dann leg dich hin. Hier bist du sicher und ich glaub es ist besser, wenn du dich ein wenig ausruhst.
-Bleibt Pfötchen?
-Wenn es dein Wunsch ist.“ Tima nickte nur und das Geschöpf sprang auf das Sofa und legte sich neben sie. Das Mädchen schlief kurz dadrauf ein. „Sie ist wirklich sehr erschöpft.“ murmelte der Arzt und entfernte sich leise, um sie nicht zu wecken.

Iskal erhob sich von seinem Platz, als die Mittagspause vorbei war. Er betrat das Koloseum mit seinen Gefährten und Seral warf ihm nur einen spöttischen Blick zu. Es wurde ausgelost wer gegen wer kämpfen würde und Isaac fand sich gegen Telm wieder. Beide betraten die Arena gleichzeitig und begrüßt das Publikum. „Hm! Telm hat keine Chancen.“ meinte der Halbengel und Tomin schwieg. Der Erdadept und sein Gegner verneigten sich kurz und dann begann der Kampf. Isaac hielt sich im ersten Moment bedeckte und wehrte alle Angriffe geschickt ab, jedoch wartete er nur auf den Moment wo Telm sich zu sicher war. Iskals Sohn sprang plötzlich in die Luft, landete hinter seinem Gegner und griff an. Dieser konnte nur knapp den Schlag parieren, jedoch kam er nicht dazu zu kontern, denn Isaac holte bereits zum nächsten Schlag aus. Telm verlor den Kampf. Der Erdadept half ihm dann wieder auf die Beine. „Du hast gut gekämpft.
-Danke.“ Meinte Telm. Beide Kämpfer verließ die Kampfarena unter dem Jubel der Zuschauer. Der nächste Kampf sollte sich zwischen Tomin und Seral austragen. Der Windadept verzichte nicht auf sein Schwert und Seral machte sich bereit zum Kampf. Dieser war sich wie immer sehr sicher und beide warteten auf das Signal um zu beginnen. Der Pfiff halte durch die ganze Arena und der Halbengel ging direkt zum Angriff über. Er wich den Attacken von Tomin geschickt aus und ging dann selbst zum Schlag über. Der Windadept hatte mühe sich unter den gezielten Schlägen und Tritten zu wehren und es fiel ihm auch schwer Seral zu treffen, denn dieser war flink und entkam jeder seiner Attacken. Plötzlich sprang Seral in die Luft und in einer Drehung und mit einem gezielten Tritt beförderte er Tomin aus der Arena. Geschickt landete der Halbengel auf seinen Füßen und sah zu seinem Besiegten Gegner. „Ist es dir denn so wichtig zu verbergen wer du bist? Hörte Tomin in seinem Kopf.
-Ja. Sie sind noch nicht bereit es zu erfahren und selbst du Seral weißt nicht alles über mich. Antwortete der Windadept auf selben Wege und stand auf.
-Das weiß ich.“ damit wand sich Seral ab und ging. Isaac sah ihm nach und eine gewissen Unruhe machte sich in ihm breit. Sidan sah finster drein und seine Schwester auch auch nicht gerade gut gelaunt. Sie sollten gegeneinander kämpfen. „Das wird ein Kampf. Meinte Tomin und sah zu wie die Zwillinge die Arena betraten.
-Was meinst du? Fragte Isaac.
-Sie sind Zwillinge und perfekt aufeinander abgestimmt und genau deswegen wissen sie auch genau wer was machen wird.
-Oh! Und natürlich will keiner von beiden verlieren.
-Du hast es erfasst Isaac.“ die beiden Gefährten sahen wieder zu den Zwillingen und der Erdadept hatte das Gefühl eine gewisse Unsicherheit bei Shadow zu sehen. Sie wollte nicht gegen ihren Bruder kämpfen. Das Signal erschallte und die Geschwister schossen aufeinander los. Das Schwert des Prinzen prallte mit voller Wucht auf das Zepter seiner Schwester. Sie sprang zurück um einem Teil der Wucht zu entkommen und um dann selbst anzugreifen. Ihr Bruder parierte den Schlag und konterte. Sie wich aus und beschwor dabei einen Zauber, der auch Sidan traf aber dieser ließ sich davon nicht beeindrucken. Er konnte sich mit einer schnellen Bewegung am Rand der Arena auffangen und vor seiner Schwester auf den Füßen landen. Beide keuchten. Dieser Kampf forderte alles von ihnen und Sidan griff wieder an. Seine Schwester konnte noch gerade rechtzeitig ihr Zepter hochreißen um dem Schlag zu parieren, jedoch gingen tiefe Risse durch den Stab. Noch so eine Attacke würde er nicht überstehen. Die Geschwister gaben alles was sie hatten, ohne dabei jedoch zu verraten, dass sie in Wirklichkeit Dämonen waren. Wieder stürzten sich beide aufeinander und es gab eine gewaltige Explosion, als die beiden aufeinander trafen und Rauch wurde aufgewirbelt. Die Zuschauer warteten mit angehaltenem Atem dadrauf, dass die Staubwolken sich lichteten und sie erfahren würden wer den Sieger dieses Kampfes sei. Ein erstauntes Raunen ging durch die Anwesenden als sie sahen, dass beide bewusstlos am Boden lagen. Dieser Kampf endete mit einem Unentschieden und normalerweise würde man die beiden nochmals gegeneinander antreten lassen aber hier sah man das beide am Ende waren. Die Zwillinge wurden aus der Arena getragen und die Finale wurde verschoben, denn der Kampfplatz war durch die Detonation fast Komplet zerstört.

Sidan kam nochmals kurz zu sich. „Wo... ist Shadow?“ fragte er verwirrt, als er in einem Schlafraum erwachte. Neben dem Bett saß Isaac. Die anderen waren draußen. „Sie liegt im Bett neben dir.“ antwortete der Erdadept. Der Prinz versuchte sich aufzurichten, jedoch versagten ihm die Kräfte. „Du solltest liegen bleiben. Ihr habt euch gezeitigt ganz schön fertig gemacht.“ Sidan sah zu seiner Schwester, die noch schlief.
„Wie geht es ihr? Fragte er schließlich.
-Es ist ihr besser ergangen als dir. Du trägst mehrere Wunden, die ziemlich schlimm sind.
-Dann habe ich es also geschafft... murmelte der Dämon.
-Was denn?
-Shadow hätte diese Explosion eigentlich nicht überleben dürfen aber ich habe sie beschützt.
-Verstehe...“ Isaac sah besorgt auf, als ein leises Stöhnen über Sidans Lippen kam. „Was ist?
-Ich glaub ich brauche einen neuen Verbannt.“ sagte der Prinz und hob seine recht Hand, die unter der Decke gelegen hatte. Sie war schwarz vor Dämonenblut. Der Erdadept sprang auf und verlangte nach einem der Ärzte. Dieser ließ auch nicht lange auf sie warten, jedoch war er ein wenig nervös als er die Bandagen des Verletzten wechselte und so schnell wie er gekommen war, war er auch wieder weg. Sidan konnte bei seinem Verhalten nur seufzen. „Es wird lange dauern, bis die Menschen die Dämonen akzeptieren werden. Sagte er und sah wieder zu seiner Schwester, die noch immer schlief. „Wie lange sind wir eigentlich schon hier?
-Zwei Wochen. Gestand Isaac.
-Dann ist die Final ja vorbei.“ Der Erdadept nickte nur. „Und wie es ist gelaufen?“ Ein Schatten huschte über das Gesicht von Iskals Sohn. „Ich verstehe... du hast verloren.
-Ja. Ich war nicht vorbereitet auf einen Gegner wie Seral.
-Nun ja. Er ist ein guter Kämpfer.“ gestand Sidan. „Jedoch hatte er auch die größte Schwäche.
-Und die wäre?
-Er ist sich zu sicher. Ich sage es dir. Es wird der Tage kommen wo er seinen Meister finden wird und an diesem Tag wird seine Niederlage um so schmerzhafter.
-Das ist doch nicht dein Ernst?! Rief Isaac überrascht.
-Und ob. Ihr Menschen und auch die Engel behauptet immer, dass ihr unfehlbar seit oder das wir Dämonen nicht zu besiegen sind. Aber das stimmt nicht. Keiner ist unbesiegbar oder unfehlbar. Selbst ich habe schon ein paar Niederlagen hinter mir.
-Du Sidan?
-Klar.“ Der Dämon sank kraftlos in die Kissen zurück. „Es wird wohl eine Weile dauern bis ich wieder bei Kräften bin...
-Ja, wahrscheinlich. Vielleicht solltest du dir ein Beispiel an deiner Schwester nehmen und dich noch ausruhen.“ Sidan antwortete nicht, jedoch sah man ihm an, dass er der selben Meinung war. Die beiden Jungen sahen sich noch kurz in die Augen und in diesem Moment wussten sie, dass sie bald Freunde sein würden. Als Sidan die Augen schloss, verließ Isaac das Zimmer. Draußen warteten schon die anderen auf ihn. „Wie geht es den beiden? Wollte Tomin wissen. Seral sagte überhaupt nichts.
-Shadow schlief noch aber Sidan scheint es ganz schön mitgenommen zu haben.
-Wie kommst du denn dadrauf? Fragte Seral und man hörte, dass im die Situation nur recht war.
-Er ist ziemlich schwach aber was dich angeht Seral, du lässt die Finger von den Zwillingen oder...
-Oder was, Isaac? Willst du mich dann herausfordern und wieder verlieren? Spott war in der Stimme des Halbengels.
-Nein, dass wir er nicht.“antwortete Tomin. „Aber ich werden mich an deinen Vater wenden, wenn du nicht aufhörst dich so aufzuspielen.“ Seral schluckte und sagte gar nichts mehr. Isaac seufzte und wand sich ab. Er wollte ein bisschen allein sein. Er verließ den Palast von Tolbi und ging wieder zu der Fontaine, wo er sich auf den Rand setzte und nachdenklich ins leere starrte. Er war noch nicht lange mit den anderen zusammen und doch fühlte er sich irgendwie verantwortlich für sie. „Du wirst bedrückt.“ meinte plötzlich jemand. Isaac sah auf und erblickte ein Mädchen. Sie schien in seinem Alter zu sein. Ihr Gesicht wurde von langen braunen Locken umrahmt, die sie mit einem blauem Band zusammengebunden hatte. Dunkelblaue Augen sahen den jungen Kämpfer fragend an. Isaac hatte das Gefühl kleine silberne Sterne in dem Blau zu erblicken. Sie trug ein einfaches Kleid. Sie hatte eine relative blasse Haut und irgendwie lag ein silberner Schimmer über der ganzen Gestalt. „Wer bist du? Fragte er. Sie sah irgendwie traurig aus bei dieser Frage. „Hab ich was falsches gesagt?
-Nein, nein.“ Sie setzte sich neben ihn. „Ich habe nur keine Ahnung wer ich bin. Ich weiß noch nicht mal woher ich komme aber ein Arzt hat mir einem Namen gegeben, den ich behalten soll bis ich mein Gedächtnis wieder habe.
-Und wie ist dieser Name?
-Tima und du?
-Ich heiße Isaac und ich bin mit meinen Freunden hier.
-Freunde? Ich habe auch eine Freundin. Sie ist ein Wesen, dass einem Fuchs nicht unähnlich ist. Ich gab ihr den Namen Pfötchen.
-Und wie lange bist du jetzt schon in Tolbi?
-Ich glaub seit zwei Wochen.“ Isaac sah Tima verblüfft an. „Ist was?
-Nein. Es ist nur, dass ich mit meinen Gefährten auch seit zwei Wochen hier bin aber wir warten jetzt eigentlich nur noch drauf, dass zwei unserer Freunde sich wieder erholen, damit wir weiterkönnen.
-Oh!“ Tima sah ihn wieder Traurig an und Isaac fing an sich unwohl zu fühlen. „Das ist schade. Ich würde euch gerne besser kennen lernen.
-Dann komm doch mit uns mit. Schlug der Erdadept vor.
-Aber wäre ich denn keine Last für euch? Und außerdem bin ich ein Mädchen.
-Und? Was hat das damit zu tun? Wir haben schon ein Mädchen in unserer Gruppe. Ich glaube sie würde sich über ein bisschen Gesellschaft freuen.
-Aber aber...“ Tima schwieg kurz und suchte nach den richtigen Worten. „Ihr werdet doch bestimmt eine menge Abenteuer und Kämpfe erleben.
-Wahrscheinlich. Stimmte der Erdadept zu.
-Ich kann nicht kämpfen.
-Dann wirst du es halt lernen.“ Tima sah ein, dass sie verloren hatte. Sie würde Isaac nicht mehr umstimmen und im Grunde ihres Herzens spürte sie, dass es der richtige Weg war. Also begleitete sie ihn zu den anderen. Tomin war ein wenig überrascht, erhob jedoch kein Wort des Wiederspruchs. Seral gefiel das gar nicht und plötzlich blitzte um seinem Hals etwas auf. Tima erstarrte. „Was ist? Fragte Isaac.
-Was hat er da um den Hals? Wollte sie wissen.
-Das?“ Seral holte einen Kristallsplitter hervor, der an einer Schnurr hing. „Das ist mein Preis von dem Turnier.
-Das ist ein Splitter des Kristall der Welten.“ Sagte sie mit monotoner Stimme und plötzlich hatte Tomin das Gefühl sie irgendwo schon mal gesehen zu haben. Die anderen fragten sie woher sie das wüsste aber sie konnte keine wirklich Antwort geben. Sie wusste es einfach und damit stand der Endschluss fest. Sie würde mit ihnen auf die Suche gehen.

Es war eine weitere Woche verstrichen, als die Gefährten endlich aufbrechen konnten. Shadow hatte sie endgültig erholt, was man nicht von Sidan behaupten konnte. Er war noch immer ziemlich angeschlagen, jedoch beschwerte er sich auch nicht. Die zwei Dämonen waren erstaunt, als sie von der neuen Gefährtin erfuhren, jedoch hatten auch sie keine Einwende.
Sie waren nicht weit gekommen, da kam ein Fuchsähnliches Wesen auf sie zu. Tima fiel auf die Knie und breitete die Arme aus. „Pfötchen!“ rief sie und das Geschöpf sprang sie freudig an und schlabberte ihr quert durchs Gesicht. „Freunde? Das ist Pfötchen. Sie half mir.
-Ein Wächterwesen.“ Sagte Sidan nur. Pfötchen sah ihn durchdringend an und meinte dann nur: „Hier ist nicht alles wie es scheint.“ Der Prinz wollte was erwidern als er vor Schmerzen zu Boden ging. „Bruder!“ Schrie Shadow entsetzt. „Was ist mit dir?“ Er antwortete nicht aber als er eine Hand vors Gesicht hob, war sie schwarz von seinem Blut. Tima schrie auf. „Ein-ein Dämon?! Keuchte sie und wich zurück.
-Es stimmt.“ sagte Isaac. „Shadow und Sidan sind Dämonen aber sie wurden beauftragt uns zu helfen und sie werden ihr Wort halten.
-Wirklich?“ Angst ging spürbar von ihr aus. Seral lächelte nur beruhigend. Tima beruhigte sich so weit, dass sie weiter konnten. Sidan meinte auch, dass er weiter könnte.„Wohin soll es eigentlich gehen? Fragte Seral.
-Nun. Es scheint als könnte ich die Splitter des Kristalls der Welten spüren oder erkennen. Wir sollten weiter bis wir entweder wieder einen finden oder eine neue Spur haben.“ Meinte Tima. Ihre Gefährten stimmten ihr zu. Der Dämonenprinz sagte zwar nichts aber seine Schwester wusste genau, dass wenn er nicht bald zur Ruhe kommen würde, würden sie ihn verlieren.

Kapitel 4: „Dort wo die Angst wohnt.

Die Freunde waren jetzt schon eine Woche unterwegs, ohne auch nur eine neue Spur zu finden, die ihnen weiter helfen könnte und was noch erschwerend dazu kam, war der Zustand von Sidan. Er hatte sich verschlimmert, jedoch weigerte er sich, wenn die anderen versuchten ihn in ein Dorf oder in eine Stadt zu bringen, damit ein Arzt sich seine Wunde ansehen konnte. Wollte sie den Grund für seinen Wiederstand erfahren, dann meinte der Prinz nur, er habe seine Gründe. Isaac versuchte einmal ihn sogar über Shadow zu überreden aber nichts half. Sidan blieb stur.
Es war ein wunderschöner Sommertag, als die Gruppe auf eine bezaubernde Lichtung kamen. Sie war ganz ins goldene Licht der Sonne getaucht und in ihrer Mitte war ein kleiner See. Schilf und Seerosen waren zu sehen und das Wasser war so klar, dass sie den Grund sehen konnten. „Schaut! Da schwimmen auch Fische drin.“ rief Tima erfreut. Isaac und Seral seufzten erleichtert. Tomin half Shadow ihren Bruder, im Schatten eins Baumes, niederzulassen. Der Dämon schwieg noch immer, jedoch waren seine grauen Augen trüb und wirkten abwesend. Er sah jedoch auf, als er hörte wie jemand ins Wasser fiel. Es war Isaac der von Tima rein geschupst wurde. „Hey! Kommt auch rein! Das Wasser ist angenehm kühl.“rief er und spritzte die nass die ihn seiner Reichweite waren. Über Sidans Gesicht huschte ein Lächeln, als er sah wie die anderen Spaß hatten, jedoch verblasste es wieder als er wieder Schmerzen spürte. Er wusste, dass die Wunde, die nicht heilen wollte, vergiftet war und sie würde auch nicht heilen so lange ihm nicht alle in der Gruppe vertrauen würden.
Tima sah kurz in seine Richtung und ein stechender Schmerz schoss durch seine Wunde. Sidan fing an den Sinn für die Realität zu verlieren, jedoch hinderte die Stimme seiner Schwester ihn dran. „Was ist mit dir? Fragte sie besorgt.
-Diese verdammte Tima und ihr Mangel an Vertrauen. Zischte er schwach als Antwort.
-Was soll das heißen?
-Meine Wunde ist vergiftet.“ Shadow brauchte nicht weiterzufragen, was das zu bedeuten hatte. Sie wusste es und das es ausgerechnet ihren Bruder erwischt hatte, machte sie fast rasend. „Sollte diese Verletzung zu deinem Tod führen, dann wird sie sterben. Schwor sie.
-Du wirst ihr überhaupt nichts tun. Meinte plötzlich Pfötchen.
-Ach du willst mich vielleicht dran hindern?
-Wenn sein Tod bestimmt ist, dann wird er ihm nicht entrinnen.
-Ja.“ Sidan lächelte schwach und ironisch. „Und dabei einen der größten Kriege heraufbeschwören, den es je gegeben hat.
-Was soll das heißen?
-Was mein Bruder meint, ist das er der rechtmäßige Thronerbe der Unterwelt ist.“ Das Wächterwesen sah sie entsetzt an, jedoch sagte sie nichts mehr. Die drei sahen zu Isaac und Tima, die im Wasser ausgelassen lachten und Seral, der daneben stand und die Augen verdrehte. „Shadow, geh ruhig zu den anderen. Ich brauch nur ein wenig ruhe.
-Bist du dir sicher?“ Ihr Bruder nickte nur und schloss die Augen. Pfötchen war verschwunden. Die Dämonin erhob sich und ging zu Tomin, der sich am Rande der Lichtung befand.

Shalda lief eilig zu Selk in den Thronsaal. Dieser bemerkte ihre Eile. „Was ist denn los?
-Es geht um deinen Sohn.
-Um Sidan?“ Der König erhob sich plötzlich von seinem Thron. „Was ist mit ihm?
-Eine seiner Wunden wurde von Mistrauen vergiftet. Er liegt im sterben.
-Dann muss er in die Unterwelt gebracht werden. Nur hier kann ihm geholfen werden und Shadow wird bei den anderen bleiben.“ Shalda nickte nur und ging zu ein paar Wachen, um ihnen zu befehlen den Prinzen zu holen. Selk ließ sich niedergeschlagen wieder auf seinen Thron sinken, dass mit Sidan war kein gutes Zeichen. „Hoffentlich kommt unsere Hilfe nicht zu spät.“ seufzte der Dämon.
Shalda lief ins Gemach ihres Sohnes und ließ alles vorbereiten.

Das fröhliche Treiben auf der Lichtung nahm abrupt ein Ende, als drei Dämonen in Uniform erschienen. Isaac wollte zu seiner Waffe greifen, jedoch hinderte Shadow ihn dran. Sie ging auf die drei Ankömmlinge zu. „Was wollt ihr hier? Fragte sie in einem scharfen Ton.
-Verzeiht Prinzessin, aber wir haben Befehl eueren Bruder unverzüglich in die Unterwelt zu bringen. Antwortete einer der drei.
-Mutter und Vater haben es also erfahren... Haben sie auch gesagt was ich tun soll?
-Ja. Ihr sollt hier bleiben. Der Prinz wird zurückkommen, sollte er die Wunde überleben.“ damit wandten sich die Dämonensoldaten ab und halfen Sidan auf die Beine. Dieser war Komplet entkräftet. Seine Schwester sah ihn besorgt an und erstarrte leicht, als die Dämonen wieder verschwanden. „Ich dachte schon er würde nie gehen.“ Murmelte Tima leise. Shadow hörte diese Worte und drehte sich ruckartig um. Sie ging auf das Mädchen zu und gab ihr eine heftige Ohrfeige. „Du halt den Rand! Dir haben wir es doch zu verdanken, dass es Sidan so schlecht geht.
-Ich habe ihm nichts getan! Schrie Tima als Verteidigung.
-Natürlich nicht! Du hast ihm nur Misstraut! Du weißt es vielleicht nicht aber Gefühle haben bei uns Dämonen eine andere Wirkung als bei euch Menschen.“ Tima schwieg und fühlte sich plötzlich schuldig. Shadow bemerkte ihre Betretenheit, jedoch beruhigte dies sie ganz und gar nicht. Isaac merkte sehr wohl, dass die Dämonin mit ihrer Wut nur ihre Verzweiflung und Sorge verbergen wollte. Der Erdadept konnte ihr dies nicht verübeln. Sie würde immerhin vielleicht ihren Zwilling verlieren.

Sidan lag fiebernd in seinem Bett. Seine Eltern standen besorgt daneben, während der Heiler versuchte dem Verwundeten zu helfen. Selk drückte seine Frau aufmunternd an sich. Shalda verbarg ihr Gesicht in seinem Armen und weinte leise. Der Heiler tat sein bestes, jedoch schüttelte er nach einer Weile mit dem Kopf. „Es tut mir leid. Ich kann nur seine Schmerzen lindern und vielleicht das Fieber senken.
-Gibt es wirklich nichts das ihm helfen könnte? Die Stimme der Königin zitterte leicht.
-Es gibt eine Sache aber sie ist nur eine Sage und befindet sich im Reich der Schatten.“ Das Königspaar schwieg und baten dadrum mit ihrem Sohn allein zu sein. Ihr Wunsch wurde ihnen natürlich nicht abgeschlagen. „Selk. Was sollen wir nur tun? Wir können dieses Reich nicht betreten, nur Shadow kann es und wir können sie nicht allein gehen lassen.
-Sie wird nicht allein gehen. Die anderen werden sie begleiten.“ Shalda sah ihn hoffnungsvoll an. „Wir werden es schaffen ihn zu retten.
-Wir sollten es Shadow sofort sagen und ihr sagen wo sie ihn muss.“ Selk nickte nur. Die beiden sahen nochmals kurz zu ihrem Sohn, der nun ruhig schlief, bevor sie verschwanden und in der Lichtung erschienen. „Mutter, Vater!“ rief Shadow. „Wie geht es Sidan?
-Nicht gut. Shalda mied den Blick ihrer Tochter.
-Was... er ist doch nicht etwa...?
-Nein. Er lebt noch.“ Beruhigte sie Selk. „Jedoch kannst nur du ihm helfen.
-Wie?
-Du musst ins Schattenreich und dort die Möglichkeit finden, die deinen Bruder retten kann.
-Oh! Ich verstehe...“ Shadow verfiel in ein bedrücktes Schweigen. „Was hat das zu bedeuten? Fragte Isaac.
-Das Reich der Schatten kann nur von Shadow betreten werden, jedoch soll sie nicht allein gehen. Ihr sollt sie begleiten.
-Da muss ich leider Wiedersprechen.“ Meinte plötzlich Seral. „Ich bin ein Halbengel und kann deswegen ein Reich der Finsternis nicht betreten.
-Das wissen wir. Sagte Selk.
-Ich werde gehen. Sagte Shadow leise.
-Und ich werde dich begleiten.“ Meinte Isaac entschlossen. Shadow sah ihn überrascht an, dann nickte sie. „Tomin und auch du Tima, ihr werdet bei Seral bleiben.
-Ihr könnt doch nicht allein gehen. Wiedersprechen Tomin.
-Es geht, jedoch nicht anders. Tima vertraut Sidan nicht und das würde uns nur behindern und ich finde das es besser ist wenn Seral nicht allein mit ihr ist. Erklärte der Erdadept.
-Also ist es entschieden.“ meinte Selk. Er hob eine Hand und das Königspaar, Isaac und die Prinzessin verschwanden und erschienen wieder im Thronsaal. „Kann ich Sidan sehen bevor wir gehen? Fragte Shadow.
-Geh nur.“ Antwortete ihre Mutter gutmütig. Ihre Tochter ließ es sich kein zweites mal sagen und lief aus dem Saal. Isaac sah ihr nach. „Sie ist in Sorge.
-Was ich auch verstehe. Sidan ist immerhin ihr Zwilling und ich hörte, dass diese eine ganz besondere Bindung haben.
-Das stimmt auch.“ Meinte Selk abwesend. Isaac schwieg und ging zum Fenster. Die Sonne ging gerade unter, obwohl man in der Welt der Dämonen nicht gerade behaupten konnte, dass dort die Sonne auf oder unterging. In dieser Welt herrschte eigentlich immer die Nacht, jedoch wurde es zu bestimmten Zeiten heller, ohne jedoch Taghell zu werden.

Shadow betrat leise das Zimmer ihres Bruders. Dieser schlug in diesem Moment die Augen auf. „Du bist... gekommen? Hauchte er schwach.
-Ja. Ich musste bevor ich gehe.
-Wohin?
-In... die Schattenwelt. Dort gibt es angeblich ein Mittel, dass dir helfen kann.
-Nicht... die Welt... der Schatten. Isaac... wird es... nicht ertragen.
-Woher?
-Ich habe es in meinen Träumen gesehen.
-Ich werde ihn beschützen.“ Sidan sagte nichts mehr dadrauf hin, denn er hatte das Bewusstsein verloren. Shadow blieb eine Weile nachdenklich an seinem Bett stehen, wand sich schließlich ab und verließ lautlos seine Gemächer. Sie war erstaunt als sie Isaac im Flur erblickte. „Was machst du denn hier?
-Wir sollten gehen.“ Die Dämonin nickte nur und ließ ein Tor erscheinen. Dieses war irgendwie anders verglichen zu dem anderen. Es gab nicht den Anschein, als ob es aus weißem Kristall bestehen würde, sondern aus schwarzem Onyx. Irgendwas Unheimliches ging von dieser Tür aus. „Du kannst noch umkehren.
-Nein, Shadow... Ich kann nicht. Ich kann Sidan nicht im stich lassen.
-Wieso nicht?
-Weil er zu meinen Freunden gehört und ich vertraue ihm und ich will, das er sieht, dass er mir ebenfalls vertrauen kann.
-Ich verstehe. Ich muss dir aber vorher was sagen. Die Schattenwelt wird deine Alpträume erschaffen und gegen dich einsetzen.
-Ich habe keine Angst.
-Gut, dann lass uns gehen.“ Isaac stimmte ihr zu und beiden gingen durchs Tor.

Tima lief nervös auf und ab. „Ach bleib ruhig. Die werden das Kind schon schaukeln. Meinte Seral beruhigend.
-Du hast leicht reden.“ Konterte sie. „Dir wurde ja auch nicht vorgeworfen an seinem Zustand schuld zu sein.
-Das stimmt, Tima, jedoch darfst du nicht vergessen, dass Seral ein Halbengel ist. Das Misstrauen, das zwischen ihm und den Zwillingen herrscht, besteht seit ihrer Geburt. Erklärte Tomin.
-Und was sollen wir jetzt tun?
-Wie wäre es, wenn wir weitergehen? Schlug der Halbengel vor.
-Und was ist mit...?
-Die werden uns schon finden.“ Seral winkte ab. Die drei wollten weiter, als etwas im Gebüsch raschelte. Sie sahen auf das Gestrüpp und erblickten Isaacs Djinn. Tima sah ihn verwundert an und Tomin wusste, dass der Erdadept nun wirklich auf sich allein gestellt war. „Vielleicht hat er seinen Djinn mit Absicht zurückgelassen...“ dachte der Windadept. Der Halbengel schwieg und nach ein paar Minuten gingen die drei weiter. Seral und Tima bemerkten nicht den Schatten, der sich kurz über Tomin legte. Dieser sagte kein Wort, jedoch hatte er wieder die Worte des Orakels im Kopf.

Isaac war verwundert. Er war sich sicher erst seit ein paar Sekunden das Tor passiert zu haben und doch war er allein. Shadow war nirgends zu sehen aber das verwunderte ihn nicht, denn es war stockfinster um ihn herum. Er machte einen vorsichtigen Schritt nach vorne und stand plötzlich vor den Toren einer Stadt. Er dachte im ersten Moment an die Dämonenstadt, als er sie jedoch betrat, wusste er, dass dies nicht der Fall war. Er schauderte, denn die Häuser selbst schienen nicht mehr als Schatten zu sein. Er ging weiter und kam auf den Marktplatz und schrie entsetzt auf. Er sah seine Eltern und sie waren an einen Pfosten genagelt. Isaac lief zu ihnen, jedoch sah er als er vor den beiden stand, dass sie bereits Tod waren. „Was hat das zu bedeuten?“ murmelte er und Tränen brannten in seinen Augen. Der Erdadept wusste, dass dies nur eine Illusion vom Schattenreich war, jedoch traf ihn das hart, denn es war seine größte Angst.
Plötzlich hörte er hinter sich Stimmen. „Da ist er! Schnappt ihn!“ rief ein Dämon. Isaac wusste, dass er gemeint war und rannte los. Er wusste zwar nicht was hier los war, jedoch reichten ihm seine Sinne, um zu wissen, dass er in Gefahr war.

Shadow fand sich plötzlich mit einer Kristallflasche, in der eine silberne Flüssigkeit war, in der Hand wieder. Sie war verwirrt, denn sie verstand nicht so richtig was hier geschah. Sie wusste zwar um die Eigenschaften dieser Welt, jedoch hatte sie sie bis jetzt noch nie selbst erlebt. „Prinzessin! Da seit ihr ja!“ rief ein Dämon, der auf sie zulief. Die Dämonin war noch verwirrter, dann verstand sie auf einmal. Sie hielt das Mittel in Händen, dass ihrem Bruder helfen könnte. Also rannte sie los. Komplet außer Atem kam sie im Palast an und dort traf sie auf ihre Mutter. „Mutter! Ich habe es gefunden! Nun kann Sidan gerettet werden. rief sie erfreut.
-Du weißt es also noch nicht...“ sagte Shalda traurig und mied den Blick ihrer Tochter. Die Prinzessin sah die Königin verwundert an. „Sidan... dein Bruder. Du kommst zu spät. Er ist vor zwei Stunden verstorben.“ Shadow hatte das Gefühl als ob man ihr einen Dolch ins Herz gerammt hätte. Das konnte doch nicht wahr sein, jedoch sah sie am traurigem Blick ihrer Mutter, dass es doch wahr war. „Darf ich ihn sehen?“ fragte sie leise. Die Königin nickte nur Still. Shadow rannte zu den Gemächern ihres Bruders. Sie sah wie er in seinem Bett lag, als ob er schlafen würde, jedoch wusste sie genau, dass es nicht so war. Er war nicht mehr da... Er hatte sie verlassen! Tränen rannten über ihre Wangen und Verzweiflung ergriff von ihr Besitz. Es war alles unwichtig, alles was zählte war dieser tiefe Schmerz, der sich in ihrer Seele breit machte.

Derweil verbarg sich Isaac in einer dunklen Gasse vor seinen Verfolgern. Er drückte sich in einem Schatten mit dem Rücken an die Wand und hielt den Atem an. Er wusste um die scharfen Sinne der Dämonen und wusste, daher das seine Chancen hier heil weg zu kommen so gut wie Null waren. Er hörte ihre Schritte und wich noch mehr in den Schatten zurück. Sie durften ihn einfach nicht finden. „Verdammt! Dieser Mensch kann doch nicht vom Erdboden verschwunden sein! Fluchte einer von ihnen.
-Nein, dass glaube ich kaum. Er muss hier irgendwo sein. Findet ihn!“ rief der Anführer. Die Dämonen teilten sich auf, jedoch kam keiner von ihnen auch nur der Gasse nahe in der sich Isaac verborgen hielt. Er wartete noch ein paar Minuten bis er sein Versteck verließ. Vorsichtig sah er nach links und nach rechts, erblickte jedoch keinen Bewohner dieser Welt. Er seufzte erleichtert auf, als genau das geschah was er befürchtet hatte. „Dort ist er! Schnappt ihn!“ Einer der Dämonen hatte nur drauf gewartet, dass er sich zeigte. Der Erdadept rannte los und seine Verfolgen hinterher. Sie kamen immer näher und sein Herz raste vor Angst. „Das schaffe ich niemals!“ dachte er verzweifelt. Er lief immer weiter, jedoch forderte sein Körper den Tribut für eine solche Verfolgung. Isaac stürzte hart zu Boden und überschlug sich dabei noch. Er blieb keuchend am Boden liegen, jedoch schaffte er es irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und weiter zu rennen. Er würde sich nicht so leicht fangen lassen. Er bemerkte nicht, dass seine Füße ihn wieder zum Marktplatz führten. Er blieb plötzlich wie erstarrt stehen, als er seine leblosen Eltern erblickte. Er spürte wieder diese Angst und diesen Schmerz in seinem Herzen. Die Dämonen kamen immer näher, jedoch achtete er nicht mehr drauf. Es war ihm sogar egal. Er spürte einen stechenden Schmerz in seiner linken Schulter, jedoch war ihm auch dies egal. Alles was für ihn zählte, war diese Leere, die sich in seine Seele schlich. Er ließ sich abführen, oder den geringsten Wiederstand.

Shadow saß noch immer neben dem Bett und weinte. Sie konnte es noch immer nicht fassen! Sie hatte endlich das Mittel gefunden und nun war ihr Bruder Tod. „Nein! Das kann nicht sein!“ murmelte sie leise mit rauer Stimme. Plötzlich kam ihre Mutter in das Zimmer. „Shadow, meine liebe Tochter. Es wurde der Verantwortliche für den Tod deines Bruders gefangen. Willst du mit ihm sprechen?“ Die Dämonenprinzessin nickte nur. Sie verließ mit der Königin die Gemächer und ging Richtung Kerker. Dort ließ ihre Mutter sie allein. Shadow ging weiter und suchte nach der Zelle, die neu besetzt war. Sie erkannte nicht wer im Schatten, der Zelle saß, jedoch hatte sie das Gefühl die Person zu kennen. „Du bist also für seinen Tod verantwortlich?“ fragte sie mit kalter Stimme. Sie erhielt keine Antwort. „Oder soll ich dich unter Folter zum sprechen bringen?
-Folter?“ flüsterte der Gefangene. „Es gibt keine Folter mehr, die mich quälen kann... Ich habe sie bereits hinter mir, Shadow.
-Du wagst es mich bei Namen zu nennen?! Keifte sie.
-Könnte man glatt meinen. Konterte der Adept.
-Wer bist du?
-Das ist nicht mehr wichtig... Mein Name hat keine Bedeutung mehr, da man mir das nahm was mir wichtiger als alles war.
-Dann hast du nur deine gerechte Strafe erhalten. Meinte die Prinzessin kühl.
-Gibt es wirklich eine Gerechtigkeit, die es einem erlaubt einem Kind seine Eltern zu nehmen? Fragte der Erdadept mit leiser Stimme.
-Wer bist du? Und ich verstehe nicht wovon du sprichst.
-Natürlich nicht. Wie solltet ihr auch? Ihr wart noch nicht auf dem Marktplatz. Ihr habt nicht die Menschen gesehen, die dort wahrscheinlich bei Bewusstsein an den Pfosten genagelt wurden.
-Lüge!“ Der Gegangene schwieg. Er wusste, dass es doch nichts bringen würde mit ihr zu reden. Er lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand, schloss die Augen und seufzte. Shadow sah ebenfalls, dass sie so nichts erreichen würde und verließ den Kerker. „Seltsam... Woher kenne ich ihn nur?“ dachte sie.

„Mutter?“ fragte Sidan leise, als er die Augen aufschlug. „Was ist los?
-Deine Schwester. Ich mach mir Sorgen um Shadow. Sie weiß nichts über die Schattenwelt.
-Du hast Angst, dass sie vergisst?
-Ja...
-Vor allem hast du aber Angst mich zu verlieren.“ hauchte er schwach. „Du kannst mir nicht Wiedersprechen. Ich weiß, dass es stimmt.
-Es stimmt.
-Dann muss ich dich drum bitten deine Angst in Hoffnung umzuwandeln.
-Ich verstehe nicht. Meinte Shalda verwirrt.
-Deine Angst tötet mich.“ Die Königin sah ihren Sohn bestürzt an, dann fing sie sich wieder und gab ihm einen Kuss auf die Stirn und stand auf. Sie blieb bei der Tür nochmals stehen. „Ruh dich aus. Shadow wird bald kommen.
-Ich weiß.“ damit schloss Sidan die Augen. Seine Mutter sah nochmals besorgt zu ihm hin, dann ging sie leise aus der Kammer.

Seral wankte kurz, jedoch fing er sich wieder. „Was ist denn los? Fragte Tima besorgt.
-Es ist nichts...
-Doch! Irgendwas stimmt nicht in Anemos. Meinte Tomin.
-Du spürst es also auch?“ Der Windadept nickte nur. Tima verstand gar nichts, jedoch fragte sie auch nicht nach. Sie beugte sich zu Pfötchen runter und nahm sie auf die Arme. Die beiden Jungen sprachen in einer Sprache, die sie nicht verstand, obwohl ihr etwas auffiel. Seral sprach hektisch, Tomin redete jedoch beruhigend auf ihn ein. „Ja! Du kannst ja ruhig bleiben! Ich hab jedenfalls meine Eltern in Anemos! Schrie der Halbengel plötzlich in einer Sprache, die das Mädchen verstand.
-Ach ja? Ich erinner' dich ja ungern dran aber mein Vater ist ebenfalls noch in der goldenen Stadt.
-Könnt ihr auch noch was anderes außer Streiten?“ fragte Tima, ohne Vorwarnung. Die beiden Adepten sahen sie fragend und verwundert an, dann fingen die drei an zu lachen. Die Stimmung heiterte sich auf, jedoch hielt dies nicht lange an. „Wie es wohl Isaac geht?“ fragte der Erddjinn piepsend.
-Er wird zurückkommen, da bin ich mir sicher.“ meinte das Mädchen und streichelte den kleinen Vielfraß. Dieser fing dann auch an wie eine Katze zu schnurren. Tima konnte nur grinsen und auch die anderen beiden konnten sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Isaac saß noch immer im Schatten der Zelle und fragte sich eigentlich was er hier in der Welt der Dämonen machte. Er war ein Narr gewesen zu glauben, dass er her kommen könnte ohne das die Dämonen ihn bemerkten. „Ich hätte auf sie hören sollen...“ murmelte er leise. Aber für Selbstmitleid war jetzt eindeutig der falsche Moment. Er musste einen Weg finden aus dem Kerker rauszukommen. Er überleg, jedoch kam er nur zu einer Idee, um diese dann durch eine noch verrücktere zu ersetzen. „So werd ich hier nie rauskommen...“ dachte er. Seit Jahren waren die Menschen und Engel mit den Dämonen verfeindet und seit genau so langer Zeit herrschte auch Krieg zwischen den drei Völkern. Isaac seufzte und er musste sich zusammenreißen um nicht laut aufzulachen. Er einer der stärksten Adepten des Lichts würde in den Kerkern der Dämonen verrotten. „Wenn das keine Ironie ist.“ meinte er dann doch laut. Keiner schien seine Worte zu Kenntnis zu nehmen oder er war wirklich allein den Verliesen.

Shadow nahm gerade bei der Trauerzeremonie für ihren Bruder teil, jedoch konnte sie sich nicht wirklich drauf konzentrieren, denn sie musste immer an den Gefangenen denken. Sie kannte ihn, jedoch fiel ihr einfach nicht ein woher. Sie schüttelte mit dem Kopf und den Gedanken zu vertreiben, jedoch schaffte sie es nicht. „Shadow, stimmt etwas nicht?“ fragte ihr Vater. Sie verneinte und meinte, dass sie es noch nicht fassen konnte, dass ihr Bruder nun Tod war. Der König nickte nur Traurig.
Ich weiß,das was jetzt kommt ist nicht besonders lang aber mir fällt momentan nicht mehr ein. Also wenn ihr ein paar Ideen habt um mir aus der Klämme zu helfen,dann sagt mir bescheit.


Isaac sah auf als er Schritte hörte und ein Dämon vor seiner Zelle auftauchte. Du hast Glück Menschen.“ sagte dieser. „Du wirst nicht den Qualvollen Tod deiner Vorgänger teilen, sondern wirst du nach der Trauerzeremonie hingerichtet.“ Der Adept schwieg und sah den Dämon nur durchdringend an. „So du willst mir also weiß machen, dass du keine Furcht hast? Spottete dieser.
-Die ich auch nicht habe. Ich habe keine Angst vor dem Tod, denn ihr habt mir schon alles genommen, was mir Kraft gab.
-So so... dann wirst du dich ja auch nicht wehren, wenn du abgeführt wirst?“ Isaac gab keine Antwort und sah zu dem Vergittertem Fenster. Durch die Gitter kam ein mattes Licht in die Zelle. Der Dämon ging und lachte boshaft. Isaac seufzte. Wie hatte der Krieg eigentlich begonnen? Keine der Parteien wusste es oder hatten es vergessen. „Gibt es denn keinen anderen Weg?“ murmelte der Erdadept leise, schlag seine Arme um seine Knie und verbarg sein Gesicht in seinen Armen. Es kam jedoch kein Laut über seine Lippen, obwohl er weinte. Ja, er weinte. Er, der immer als sehr verschlossen und Unsensibel galt weinte. Seine Mutter hatte immer gesagt, dass er seine Gefühle ruhig zeigen könne, aber er hatte diesen Rat immer in den Wind geschlagen. „Ach Mutter, Vater... Es ist meine Schuld, wenn die Dämonen euch töteten.“ hauchte er und Tränen rannten über seine Wangen. Isaac verstand es selbst nicht. Warum diese Tränen? Er spürte in seiner Seele eh nur Leere. Eine Finsternis, die einfach da war und seine Gefühle waren wie ausgeschaltet.

Die Trauerzeremonie war seit einer halben Stunde vorbei und Shalda war in ihren Gemächern. Es fiel ihr noch immer schwer zu glauben, dass ihr Bruder sie nie wieder trösten oder in die Arme schließen würde. Sie sah in den Spiegel, der in ihrem Zimmer hin und erblickte eine verweinte und verzweifelte Dämonin, jedoch war sie verwundert, denn es war ein ungewohnter Schimmer in ihren Augen. Diesen konnte sie sich allerdings nicht erklären. Sie wand sich von ihrem Spiegelbild ab und ging zum Fenster. Es würde bald Mittag sein und sie hatte gehört, dass wenn die Sonne am Zenit stand, würde der Menschen, der verantwortlich für den Tod Sidan schuldig war, sterben. „Hat er das überhaupt verdient?“ murmelte sie. „Was ist denn nun in mich gefahren? Natürlich hat er es verdient! Und wenn nicht?“ Shadow wurde unsicher. Ein Gedanke huschte in ihre Gedanken, jedoch konnte sie ihn nicht halten und er verschwand so schnell wie er gekommen war. Sie schüttelte den Kopf und ging nach draußen. Sie musste nachdenken.

Es war kurz vor Mittag, als Isaac aus seiner Zelle gebracht wurde. Die Dämonen hielten ihn grob fest aber er werte sich auch nicht. Warum auch? Er hatte nichts mehr wofür es sich lohnte zu kämpfen. Er musste die Augen schließen, als er nach draußen gebracht wurde, denn das Tageslicht stach ihm schmerzhaft in die Augen. Diese fingen auch an zu tränen. Er wurde vor die Königsfamilie geführte. „Mensch! Du wirst für den Tod des Prinzen als schuldig gesprochen.“sagte der König. „Was sagst du zu deiner Verteidigung?“ Isaac hätte eigentlich sofort auf Schuldig geantwortet, jedoch hinderte ihn etwas dran. Etwas stimmte hier nicht. Er konnte nicht genau sagen was aber er spürte es genau und dann erblickte er in der Menge Iskal. „Wie kann das sein? Mein Vater ist Tod!“dachte er. Oder doch nicht? War das alles hier vielleicht eine Illusion um ihn zu verwirren? Schattenwelt, Schattenreich... Diese zwei Worte schwirrten auf einmal in seinem Kopf herum und plötzlich erinnerte er sich! Dies war nicht die Wirklichkeit! Er und Shadow gehörten nicht hierher! Sie waren gekommen um ihren Bruder zu retten, denn in Wahrheit lebte er noch und wartete auf seine Zwillingsschwester! „Ich plädiere auf unschuldig! Schrie er laut.
-Du wagst es?! Zischte die Königin.
-Shadow! Erinnere dich! Wir kamen hierher um deinen Bruder zu retten! Er wartete auf dich und ja er wird sterben, wenn du nicht bald aufhörst einer Illusion nachzutrauern.“ rief der Erdadept mit fester Stimme. Die Prinzessin wurde verunsichert durch seine Worte. Sie waren so unwirklich, so unwahrscheinlich und doch spürte sie, dass er die Wahrheit sprach! Plötzlich fiel es auch ihr wieder ein! Ja! Sie war her gekommen um Sidan zu retten und nicht um um ihn zu trauern! Die beiden Freunde wurde in eine Absolute Finsternis gestürzt, jedoch blieben beide ruhig. Sie hatten die Prüfung bestanden. Sie hatten das Schattenreich bezwungen. Die Dunkelheit legte sich jedoch nicht und Shadow wurde unsicher. Isaac der das genau sah ging auf sie zu und schloss sie in die Arme. „keine Angst,Shadow. Wir werden es schaffen. Aber ich habe Frage an dich. Sagte er leise und mit gutmütiger Stimme.
-Und die wäre? Fragte sie und sah zu ihm hoch.
-Ist dein Bruder schon Tod?
-Nein, aber...
-Kein aber!“ Unterbrach der Erdadept sie entschlossen. „Shadow! Ich bin hier und du bist hier! Wir kamen hierher um Sidan zu retten nicht um ihn sterben zu lassen! Also frage ich mich warum du dich so sehr fürchtest er könnte Tod sein, wenn du zurück gehst. Oder bestehst du vielleicht dadrauf nochmals den Verlust von deinen Zwilling zu durchleben?
-Nein!“ Shadow stieß Isaac von sich und dieser konnte nur lächeln. „Und schau mich nicht so an!
-Wurde aber auch langsam Zeit.“ sagte er nur ruhig und beide erschienen in einem Raum, der in Zwielicht getaucht war. Drei Lichtstrahlen drangen in die kleine Kammer ein und fielen auf einen Altar. Auf diesem standen mehrere Flaschen. Sie waren von allen möglichen Größen, Formen, aussehen, jedoch sahen einige wie neu aus und andere nicht. Die beiden Freunde traten näher und die Dämonin sah etwas verwirrt auf die Anzahl von Flaschen. „Was...?
-Du musst wahrscheinlich die richtige heraussuchen.“ meinte Isaac und musterte die Gegenstände, die auf dem Altar standen. „Aber woher? Begann Shadow.
-Ich weiß es nicht, Shadow. Ich würde dir ja gerne helfen aber ich kann es nicht. Du kamst her und wollte dich nur begleiten um einem Freund zu helfen.
-Ich verstehe...“ murmelte die Prinzessin. Sie sah sich alles genau an, jedoch konnte sie sich nicht entscheiden, als sie dann zwei Flaschen erblickte, die genau identisch waren, nur in der Größe nicht und die eine sah aus wie neu, die andere sah jedoch richtig schäbig aus. Sie wollte sofort nach der neuen greifen, als ihr auffiel, dass sie genau so aussah wie die die sie in Händen gehalten hatte, als sie die Schattenwelt betreten hatte. „Nein.“sagte sie entschlossen und griff nach der anderen Flasche. Die Finsternis um die beiden Freunden wurde in Licht getaucht und plötzlich waren beide wieder im Flur des Palastes. Shadow rannte sofort zu den Gemächern ihres Bruders und hoffte, dass sie nicht zu spät kam. Isaac lief neben ihr und auch er hoffte, dass sie dem Prinzen noch helfen konnten. Hoffentlich kamen sie nicht zu spät...

Kapitel 5: „Wer Hoffnung hat, wird belohnt...“

Tomin blieb plötzlich wie angewurzelt stehen. „Was ist los? Fragte Tima.
-Ich... muss mal kurz weg.“ meinte der Windadept ausweichend. Seral warf ihm nur einen fragenden Blick zu, jedoch sagte er nichts. Er konnte sich schon denken was los war. Tomin wurde wahrscheinlich von den Göttern gerufen. „Wann bist du zurück?
-Ich weiß es nicht, Seral und deswegen musst du auf Tima acht geben.
-Kein Problem.“ damit verschwand der Halbdämon. Das Mädchen sah verwundert auf den Platz, wo Tomin gerade noch gestanden hatte. „Konnte er das schon immer?
-Was denn?
-Ich meine so einfach zu verschwinden.
-Aber klar kann er das.“ piepste der Djinn als Antwort. „Er ist immerhin ein Halbdämon.
-Er ist was?!
-Keine Panik.“ meinte Seral beruhigend. „Er mag vielleicht ein Halbdämon sein, jedoch steh er auf unserer Seite und außerdem ist er genau wie ich in Anemos großgeworden.
-In der Stadt der Engel? Wie ist das möglich?
-Wegen seinem Vater, Tima. Wegen seinem Vater...“ Der Halbengel verfiel in ein stilles Grübeln und seine Begleiterin sah, dass es besser war, wenn sie jetzt erstmal nichts sagte. Sie hielt nach Pfötchen Ausschau, jedoch erblickte sie sie nirgends. Der Erddjinn flog gemütlich neben ihr.

Tomin betrat den Tempel von Sol und verneigte sich vor der Statue des Gottes. „Ihr habt mich rufen lassen?
-Ja, Wächter.“ antwortete eine tiefe Stimme, die im ganzen Raum Wiederhalte. „Ich bin in Sorge um dich.
-Um mich? Ich verstehe nicht. Meinte der Windadept verwirrt.
-Auf deinen Schultern lastet eine große Bürde und der Kampf, der dir bevorsteht wird nicht einfach sein.
-Was meint ihr? Tomin erhob sich nicht.
-Du hast deine Mutter und deinen Bruder verloren. Nun fürchte ich, dass du die Seiten wechselst, wenn auch deinem Vater etwas zustößt.
-Was soll das heißen?!“ Tomin war mit einem Satz auf den Beinen und sah in die goldenen Augen der Statue. Er wusste, jedoch das er keine Antwort erhalten würde, denn Sol hatte diesen Ort bereits verlassen. „Was meinte er damit? Was sollte meinem Vater zustoßen?“ Tomin war verwirrt und er spürte wie langsam die Verzweiflung nach ihm griff. Was hatte das nur zu bedeuten?

„Prinzessin Shadow! Kommen sie schnell! Ihr Bruder verlangt nach ihnen.“ rief eine Dienerin. Die Dämonin nahm diese Worte nur am Rande ihres Bewusstsein war und rannte weiter, dicht gefolgt von Isaac. Die beiden stürmten im wahrsten Sinne des Wortes in die Gemächer des Prinzen. Die drei wurde sofort allein gelassen und Shadow ließ sich schwer atmend auf der Bettkante nieder. Sidan schlug die Augen auf und seine Schwester keuchte. Seine grauen Augen war trüb und schienen an ihr vorbei zusehen. „Sidan...“ flüsterte sie behutsam. Sie merkte gar nicht wie der Erdadept hinter sie trat. „Ich bin es... Shadow, dein Zwilling.
-Du... bist...ge...kommen. Brachte er nur unter sehr viel Mühe hervor. Shadow erstarrte, als ihr bewusst wurde wie schwach er wirklich war. Ihr Bruder versuchte sich aufzusetzen, jedoch sankt er wieder in die Kissen zurück. Isaac half ihm beim zweiten versuch sich aufzusetzen. Er stützte den extrem geschwächten Prinzen und sah zu wie Shadow langsam die Flasche entkorkte. Sie nahm einen der Becher, die neben dem Bett auf einem Tischchen standen und fühlte eine goldene Flüssigkeit hinein, dabei ließ sie jedoch das blasse Gesicht ihres Bruders nicht aus den Augen. Sie setzte den Becher vorsichtig an seine spröden Lippen. „Du musst das trinken, Sidan. Es wird dir helfen.“ flüsterte sie sanft und Isaac hatte das Gefühl nicht mehr Bruder und Schwester zu sehen, sondern Mutter und Sohn. Ein amüsiertes Lächeln erschien auf seinem Gesicht, jedoch sagte er nichts. Sidan nahm einen vorsichtigen Schlucken und fing an zu Husten. Die Dämonin nahm den Becher und stellte ihn auf dem Tisch ab. Der Husten hielt an und auf Shadows Gesicht zeichnete sich Sorge, jedoch entspannten sich die Züge ihres Bruders und er ließ sich seufzend in die Kissen sinken. Isaac zog sich zurück um die beiden allein zu lassen. Er war nicht mal überrascht, als er auf dem Flur Voldar traf. „Du lässt sie allein. Gut gedacht. Meinte der Dämon.
-Ich habe nicht mal nachgedacht. Ich wusste einfach, dass ich sie allein lassen sollte.
-Verstehe. Nun komm, der König und die Königin wollen dich sprechen.“ Der Adept nickte nur und folgte dem Vertrauten.

Shadow sah auf ihren Bruder, der nun schlief. Es war ein ruhiger und erholsamer Schlaf. Sie schaffte es allerdings nicht die Tränen zu unterdrücken, die in ihren Augen brannten. Es hing jetzt alles von Sidan ab, ob er noch kämpfen wollte oder ob dieses Missvertrauen ihn so weit geschwächt hatte, dass er nicht mehr kämpfen konnte. „Sidan... oh! Liebster Bruder! Bitte lass mich nicht allein.“ flehte sie flüsternd und die Tränen rannten nun über ihre Wangen. Sie wischte sie weg, jedoch fiel eine davon auf das schlafende Gesicht des Prinzen. „Sidan... bitte! Geb' nicht auf.“ schluchzte sie leise und ließ sich neben ihrem Bruder auf der Decke nieder. Es war wie, als die beiden noch klein gewesen waren und sie Angst vor der Nacht gehabt hatte. Sie war dann immer zu ihrem Bruder unter die Decke gekrochen. Er hatte sie dann immer schützend in die Arme genommen. Nun war sie dran ihrem Bruder so helfen. Sie nahm ihn vorsichtig in die Arme und zog ihn an sich. „Ich werde dich nicht allein lassen, das verspreche ich dir.“ damit schloss sie die Augen.

Isaac betrat gerade den Thronsaal, als Shalda schon auf ihn zukam. „Ich danke dir, Isaac.
-Wofür? Fragte er verwirrt.
-Das du Shadow geholfen hast. Meinte Selk.
-Ich verstehe nicht...
-Wir haben alles gesehen. Wir haben gesehen wie du Shadow im Schattenreich geholfen hast. Erklärte die Königin geduldig.
-Ach so. Sie ist die Schwester eines Freundes und da konnte ich sie einfach nicht allein gehen lassen. Sidan hätte es mir nicht verziehen, wenn ich sie hätte allein gehen lassen.“ Das Königspaar wirkte überrascht und erst jetzt fiel dem Erdadepten auf, dass er den Prinzen bei seinem Namen genannt hatte. „Es... begann er.
-Schon gut. Ich glaub kaum, dass Sidan etwas dagegen hat. Ich mach mir nur Sorgen.
-Worüber Majestät?
-Weißt du, Sidan hat zwar das Gegenmittel zu seinem Leiden bekommen, jedoch hängt nun alles von ihm ab...“ Die Königin senkte den Blick und Isaac hatte das Gefühl, als ob sie den Tränen nahe stand. Der König kam auf sie zu und schloss sie beruhigend und tröstend in die Arme. Der Erdadept zog sich leise zurück. Die beiden mussten jetzt allein gelassen werden. Woher er es wusste, wusste er nicht aber es war das richtige. Er ging Gedanken verloren durch die Gänge des Palastes und kam irgendwann im Garten an. Hier herrschte die Ruhe und Stille. Isaac ging zu einer Steinbank und ließ sich dort nieder. Er dachte über alles nach und jetzt merkte er wie sehr er Vale, seine Mutter und seine Freunde vermisste. Er hatte immer gehofft, dass auch er irgendwann ein Abenteuer erleben würde und jetzt wo er mitten drin war, wünschte er sich es hätte nie begonnen. „So geht es den meisten.“ Isaac fuhr erschrocken herum und erblickte eine Dämonin. Sie hatte ein silbernes Kleid an und ihr schwarzes Haar war zu einem Zopf geflochten. Ihre schwarzen Augen strahlten eine tiefe Trauer aus. „Wer bist du?
-Ich bin Dalya, des Königs jüngste Schwester.“ antwortete sie. „Stimmt nicht.“ dachte Isaac. „Jeyka ist die Jüngste aber ich verstehe warum sie das sagt.“ Die Dämonin musterte ihn mit einem strengen Blick. „Wer bist du überhaupt?
-Ich bin Isaac, Iskals Sohn.
-Und ich bin mir sicher, dass Talessa deine Mutter ist.“ Isaac war verwirrt über den harten Ton in ihrer Stimme. „Hast du etwas gegen meine Eltern?
-Und wenn? Würdest du mich töten?“ Der Spott der in ihrem Ton mitschwang, tat ihm weh. Der Erdadept schüttelte mit dem Kopf und stand auf. Ihm war Dalya nicht geheuer. „Ja! Lauf nur davon! Genau wie es die anderen getan haben!“ rief sie ihm gehässig hinterher. Isaac lief mit schnellen Schritten und blieb erst keuchend stehen, als er den Palast verlassen hatte. Selks Schwester war ihm unheimlich. Sie hatte so eine gemeine Art an sich. „Aber das liegt wohl dadran, dass sie nie über den Tod ihrer Schwester hinweggekommen ist...“ murmelte er nach Luftringend. Er lehnte sich an eine der Säule und bemerkte gar nicht, dass die Wachen ihn argwöhnisch musterten. Sie waren es nicht wirklich gewohnt, dass Menschen hier ein und ausgingen wie es ihnen gefiel. Ja, die Spannung zwischen Menschen und Dämonen hatte sich nicht gelegt, obwohl Frieden zwischen den drei Welten herrschte.

Tima blieb plötzlich wie angewurzelt stehen. „Was ist? Fragte der Halbengel.
-Ein Splitter. Hier ist irgendwo ein Splitter des Kristalls. Ich kann ihn spüren.
-Welche Richtung?“ Sie zeigte nach Westen. „Dann komm.
-Sollten wir nicht auf die anderen warten? Ich meine wir wissen nicht was uns erwartet.
-Isaac und Shadow sind in der Unterwelt und wir wissen nicht wann sie wieder hier sind und Tomin wird wahrscheinlich auch nicht so schnell wieder hier sein. Erklärte Seral ruhig.
-Oh! Dann müssen wir uns wohl dadrum kümmern.
-Sag ich doch.“ Also gingen beide los. Sie kamen nach ein paar Minuten in ein Dorf und Tima musste sich zusammenreißen um nicht in Tränen auszubrechen, denn das Dorf brannte. Überall fraßen sich die Flammen durch das trockene Holz und Tote lagen auf dem Boden, was jedoch am erschreckendsten war, war die Stille, die hier herrschte. Man hörte nur das Feuer, sonst gar nichts. „Was ist hier geschehen? Stammelte Tima.
-Ich weiß es nicht auch, wenn ich eine Vermutung habe. Komm! Und bleib dich hinter mir.“ Sie nickte nur. Sie gingen durch die verlassenen und zerstörten Straßen. Das Mädchen musste sich zusammenreißen um nicht die Nerven zu verlieren. Die beiden kamen auf dem Marktplatz und Tima konnte nicht verhindern aufzuschreien. Vor ihnen war ein Wolf. Das Tier war jedoch doppelt so groß als seine Artgenossen. Sein Fell war schwarz und das Ungeheuer drehte sich zu den beiden um und Blut tropfte von seiner Schnauze und aus seinem Maul. Erst jetzt sah Seral, dass der Wolf über einem Menschen stand und dieser war fürchterlich entstellt. Das Ungetüm drehte sich zu den beiden Eindringlingen und seine Augen leuchteten vor Mordlust. „Bleib hier, Tima.
-Seral, bitte mach keinen Unsinn. Du kannst nichts gegen diesen Dämon ausrichten. Flehte sie beinah.
-Das ist kein Dämon.
-Wie?
-Sag mir, spürst du noch den Splitter?
-Ja und es kommt...“ Tima stockte, denn die Ausstrahlung des Splitters kam von dem Ungeheuer. Sie nickte dem Halbengel zu und dieser trat vor. „Du stinkst nach Engel, Mensch! Fauchte der Wolf und richtete sich auf seinen Hinterbeinen auf. „Oder bist du vielleicht ein Bastard?
-Ich bin Stolz ein Halbengel zu sein!“ Seral machte sich bereit zum Kampf und aus seinem Rücken schossen seine weißen Schwingen. „Und nun stell dich zum Kampf!
-Du? Du forderst mich heraus?“ Der Wolf fing an zu lachen und machte dabei den ersten Fehler. Er ließ dabei Seral nur zwei Sekunden aus den Augen und bekam einen gezielten Tritt von dem Halbengel ein. Das Ungetüm geriet ins Wanken und aus seiner Schnauze floss Blut. „Du...“ fauchte er. Seral blieb ruhig. Der Wolf versuchte mit seinen mächtigen Pranken nach dem Kämpfer, dieser wich ihm jedoch immer geschickt aus, jedoch geriet auch er in Schwierigkeiten, als das Ungeheuer versuchte Tima anzugreifen. Seral stieß sie aus der Angriffsbann und bekam die scharfen Krallen zu spüren. Diese zerfetzten seine Flügel und das Blut floss in Strömen seinem Rücken hinunter. Er brach auf die Knie. „Seral!“ schrie Tima und fiel neben ihm auf die Knie. Der Kämpfer schaffte es wieder auf die Beine zu kommen, jedoch war er sehr geschwächt und seine Augen zeigten ihm nur noch verschwommene Farben und Forme. Er konnte nur noch erraten wo der Wolf war. „Na? Kleiner Halbengel? Willst du mir als Nachtisch dienen? Meinte Serals Gegner spöttisch.
-Ich werde weiterkämpfen! Ich werde nicht aufgeben.“ Serals Stimme war fest und man hörte deutlich seinen Stolz heraus; hätte man nur seine Stimme gehört und ihn nicht gesehen, dann hätte man nicht glauben können, dass er schwer verwundert war. „Dann stirb du Narr!“ der Wolf schoss auf ihn zu. Seral schloss die Augen, denn er wusste, dass er nicht gewinnen konnte. Er machte sich bereit, denn letzten Schlag zu spüren, jedoch blieb er aus. Er öffnete die Augen und erblickte vor sich die verschwommene Gestalt von Tima, die sich schützend vor ihn gestellt hatte. „Du willst mit ihm sterben?“ Meinte der Wolf und seine Lefzen zog sich zu einem Grinsen hoch. Serals Reisegefährtin antwortete nicht und plötzlich tauchte in ihrer Hand ein Stab auf. Der Halbengel konnte ihn kaum erkennen, da sich seine Schwäche immer heftiger wurde und er jetzt nur noch ein Gewirr von Farben wahrnahm. Er wollte Tima noch sagen, dass sie verschwinden solle aber er kam nicht mehr dazu. Er brach zusammen und verlor kurz dadrauf das Bewusstsein...
Tima beschwor einen Zauber. Sie selbst war ein wenig verwirrt über das was sie tat, jedoch spürte sie, dass es das richtige war. Der Wolf wurde von mehreren Feuerkugeln getroffen und sein Fell war nun angesengt. „Ich werde nicht zulassen, dass du ihn tötest!“ schrie sie entschlossen. Der Wolf knurrte wütend, denn er fühlte sich um seine Beute betrogen. Plötzlich blitzte etwas an seinem Hals auf. „Der Splitter!“ dachte die Magyarin. Wieder beschwor sie einen Zauber und diesmal schossen Ketten aus Licht aus dem Boden und fesselten den Wolf. In diesem Moment kam Pfötchen hervorgeschossen und traf das Ungetüm an der Stelle wo der Splitter war. Das das kleine Geschöpf wieder auf dem Boden landete, hatte es den Splitter im Maul. Timas Stab verschwand wieder und Pfötchen brachte ihr den Splitter. Sie ließ diesen in einen kleinen Beutel verschwinden und sah verwundert zu wie der Wolf wieder normale Größe annahm. Sein schwarzes Fell wurde grau und sein Blick war nun mit Angst gefühlt. „Lauf!“ rief Tima beruhigend und der Jäger ließ sich das kein zweites mal sagen. Das Mädchen wand sich nun an Seral, der Ohnmächtig, in seinem eigenem Blut, am Boden lag. „Ich muss ihn von hier fortbringen. Die Menschen könnte sonst noch glauben, dass er für das hier verantwortlich ist.“ sagte sie. Verwundert über ihre eigenen Worte, schaffte sie es irgendwie Seral zum Rand des Waldes zu tragen. Dort suchte sie in ihren Sachen und fand verband und einige Kräuter, die die Blutung stoppen konnten. Sie versorgt den verletzten Halbengel und ließ sich dann neben ihm nieder. Sie holte den Splitter hervor und betrachtete ihn im Sonnenlicht. „Ich hoffe, dass wir nicht jedes mal so hart kämpfen müssen, um einen davon zu bekommen...“ murmelte sie leise, steckte den Splitter wieder in seinen Beutel und kurz dadrauf fielen ihr die Augen zu. Pfötchen legte sich neben sie und obwohl sie beide Augen geschlossen hatte, merkte man am zucken ihrer Ohren, dass sie wachsam war. Der Erddjinn, der sich verkrochen hatte während des Kampfes (er ist nämlich sehr feige, wenn sein Herr nicht da ist), kam nun hervor und hockte sich neben dem Halbengel.

Tomin stand noch immer ziemlich verloren im Tempel des Sonnengottes. Sollte er vielleicht zu seinem Vater gehen und mit ihm drüber reden? Sollte er überhaupt mit irgendjemandem dadrüber reden? Er war verwirrt und konnte sich nicht so recht entscheiden was er tun sollte. „Vielleicht ist es das beste, wenn ich erstmal zu den anderen zurückgehe.“ murmelte er und verließ das heilige Gebäude. Er verschwand und tauchte neben der schlafenden Tima wieder auf. Er war im ersten Moment verwundert, doch war ihm halbwegs klar was geschehen war, als er den Verband sah, den Seral trug. Er setzte sich neben die schlafende und machte selbst ein wenig die Augen zu, jedoch war auch er wachsam, denn ein Dämon, ob Mischling oder nicht, konnte es sich nicht leisten in der Menschenwelt entspannt zu schlafen.

Isaac lief durch die dunklen Straßen der Dämonenstadt. Er wusste, dass es nicht besonders schlau war, als Mensch hier allein zu sein aber in den Palast zurück wollte er nicht. Er wollte Dalya nicht wieder über den Weg laufen. Sie war ihm unheimlich und er hatte noch den Rat seiner Mutter im Kopf: „Solltest du aus irgendeinem Grund in die Unterwelt, dann halt dich von Dalya fern.“ Der Erdadept blieb stehen und sah sich unauffällig um, denn er spürte, dass man ihm schon seit einer Weile folgte.
„Wer ist da? Rief er schließlich.
-Ich weiß wer du bist.“sagte eine Gestalt, die aus dem Schatten trat. „Ich kenne dich.“ Isaac versuchte den Fremden zu erkennen, jedoch war es so, als ob er sich seinem Blick entziehen würde. „Du kannst mich nicht sehen.“ der Unbekannte lachte leise und das machte den Adepten ein wenig nervös. „Du hast Angst und du fragst dich woher ich dich kenne. Dich kenne ich nicht wirklich, jedoch habe ich eine gewisse Zeit mit deinem Vater gereist.
-Das kann nicht sein! Mein Vater reiste allein!
-Woher willst du das wissen? Du hast doch immer bei deiner Mutter gelebt.
-Er ist zu einem einsamen Reisenden geworden! Das steht in seinem Bericht wie das neue Zeitalter entstand! Isaac verspürte plötzlich keine Frucht mehr.
-Du bist wie er...“ der Fremde kam auf ihn zu und plötzlich sah ihn Isaac. Er musste sich beherrschen um nicht überrascht aufzuschreien. Er stand vor Garoh. „Iskal war genau so aber ich bin nicht hier, um hier über deinen Vater zu reden.
-Warum dann? Warum sollte ein Mitglied des Rates herkommen?
-Dein Vater sagte mir, dass du so reagieren würdest. Du musst wissen, dass er im Rat den Platz von Shadow einnahm.
-Ich ... das wusste ich nicht. Gab Isaac zu.
-Ich weiß aber bitte lass uns an einem anderen Platz reden. Ihr haben selbst die Schatten Ohren und seine Krallen können tödlich sein.“ Isaac nickte nur und folgte dem Wächter. Dieser führte ihn aus der Stadt heraus und blieb in einem Wald stehen. „Weißt du wo wir sind? Fragte Garoh und blieb stehen.
-Nein, ich hab keine Ahnung. Hier, stand eins das Camp vom Wiederstand, an dem auch Shalda und Selk teilnahmen.
-Nein!
-Was?
-Es war Selk. Jedenfalls nicht direkt. Er musste sich verbergen und lief deswegen unter dem Namen von Dark. Er kämpfte an der Seite von der die er liebte und konnte ihr erst sagen wer er war, als Talisman besiegt war. Erklärte der Erdadept.
-Stimmt. Aber das ist nicht der Grund meines Kommens.
-Ich weiß...“ Garoh musterte den jungen Mann mit einem kritischem Blick. Auch er veränderte sich, jedoch war es nicht sicher ob er so enden würde wie sein Vater. Iskal war von der Einsamkeit eingeholt worden, wegen den Qualen, die er durch gemacht hatte aber wie würde es einem Sohn ergehen? Isaac war seinem Vater in einigen Reaktionen sehr ähnlich, jedoch hatte er auch viel seiner Mutter. „Warum bist du hier? Fragte Isaac und riss damit den Wächter aus seinen Gedanken.
-Ich will dich warnen.
-Wovor?
-Es fällt mir schwer es zu sagen aber du musst dich vor Tomin in acht nehmen.
-Tomin!“ Der Erdadept war jetzt wirklich verwundert. „Was soll das? Er hat mir geholfen, als ich gefangen wurde.
-Ich weiß aber es steht schlecht um ihn. Ich kann dir nicht mehr sagen und vielleicht kann deine Freundschaft zu ihm, ihn retten aber momentan sieht es nicht danach aus.
-Was wird geschehen?
-Nein. Ich werde es dir nicht sagen. Ich kann nicht. Es war schon zu riskant dich zu warnen.
-Ich verstehe...
-Noch was. Deine Freunde haben einen weiteren Splitter gefunden. Du solltest zu ihnen gehen.“ Isaac nickte und Garoh verschwand. Der junge Mann sah sich noch mal kurz um, dann schlug er den Weg zurück in die Stadt ein. Er ließ sich nochmals alles durch den Kopf gehen. Sein Vater war nicht besonders gut auf den Rat zu sprechen gewesen und nun gehörte er sogar dazu. Er verstand es nicht aber was würde es ihm bringen sich dadrüber den Kopf zu zerbrechen? Gar nichts! Er kannte seinen Vater nicht.

Sidan hatte das Gefühl als ob er aus einem langen und tiefen Schlaf erwachen würde. Als er die Augen aufschlug, war er ein wenig verwirrt, als er seine Schwester neben sich schlafen sah, dann war ein Lächeln auf seinem Gesicht. Er stand langsam auf, um sie nicht zu wecken und ging zum Fenster. Es war spät am Nachmittag. Er zog sich leise und schnell um und ging lautlos aus seinem Zimmer. Sein Zwilling schlief noch immer und er wollte sie auch nicht wecken, denn er wusste was sie durchgemacht hatte, um ihm helfen zu können.

„Shalda, es wird alles gut.“ flüsterte Selk seiner Königin sanft ins Ohr. „Da bin ich mir sicher.
-Aber... es steht alles so schlecht. Ich würde es nicht ertragen, wenn ich ihn verliere.“ Die Dämonin verbarg ihr Gesicht in den Armen ihres Mannes. Dieser wusste nicht so ganz was er sagen sollte, denn sie hatte recht. Würden sie Sidan verlieren, würde das Reich der freien Dämonen ins wanken geraten und wäre nicht so stark, sollte der Uranusclan angreifen. Beide hoben, jedoch den Blick als jemand den Thronsaal betrat. Shalda schlug die Hände vor den Mund als sie sah, dass es ihr Sohn war. Auch Selk war sprachlos, jedoch lächelte er erleichtert. „Sidan!“rief seine Mutter schließlich. „Du lebst!“ und eilte zu ihm, um ihn in die Arme zu schließen. Der Prinz sträubte sich ein wenig, denn er mochte es nicht besonders, wenn ihn seine Mutter so bemutterte. „Es ist gut, Mutter. Du kannst mich loslassen.
-Weiß Shadow es schon?
-Nein. Sie lieg noch auf meinem Bett und schläft.
-Dann solltest du sie wecken.“ meinte die Königin. Sidan schüttelte mit dem Kopf. „Wieso nicht?
-Ich will, dass sie hier bleibt. Sie soll uns nicht weiterhin begleiten. Ich werde mit Isaac zu den anderen zurückqueren.
-Ich verstehe.“ Meinte sein Vater. „Die Reise wird gefährlich.
-Ja. Ich weiß nicht was dieses Mittel mit mir gemacht hat aber es hat mich verändert.“ Shalda sah ihn bestürzt an. „Aber es ist nichts schlimmes... Ich glaube es hat meinen Sinn für Gefahr geschärft.
-Shadow wird hier bleiben.
-Danke.“ In diesem Moment kam auch Isaac dazu. Dieser war erleichtert als er sah, dass es seinem Freund besser ging und wohl auf war. „Lass uns gehen, Isaac. Meinte der Prinz.
-Und Shadow? Informierte sich der Erdadept.
-Sie wird hier bleiben.“ Isaac sagte nichts und nickte nur. Sidan hob eine Hand und hinter ihm erschien ein Tor in die Welt der Menschen. Isaac ging hindurch. Sidan blieb nochmals kurz stehen und drehte sich zu seinen Eltern: „Es wird der Moment kommen wo wir in die Hölle müssen... Wir werden einen Führer brauchen.
-Ich werde euch führen, wenn es so weit ist.“ sagte Shalda und sah wie ihr Sohn durch das Portal ging und verschwand. Dieses schloss sich. „Ich hoffe ihnen wird nichts geschehen.
-Das ist unser kleinstes Problem, Liebste. Shadow wird die Entscheidung ihres Bruders nicht akzeptieren.
-Ich weiß...“ Shalda sah zum Fenster und dachte nach.

Shadow fuhr erschrocken hoch, als sie spürte, dass ihr Bruder nicht mehr neben ihr lag. Sie beruhigte sich jedoch schnell. Vielleicht war er ja aufgestanden, als sie noch geschlafen hatte und wie sie ihn kannte, wollte er sie nicht wecken. Die Prinzessin stand auf und verließ die Gemächer ihres Bruders. Sie lief zu ihren Eltern, um nach ihrem Bruder zu fragen. Diese lächelten, als sie sie sahen. „Wo ist Sidan?
-Er ist gegangen, als du noch geschlafen hast. Antwortete ihre Mutter.
-Wie?! Er ist ohne mich! Aber warum? So was hat er doch noch nie gemacht! Shadow war außer sich.
-Er wollte dich nicht in Gefahr bringen. Mischte sich nun ihr Vater ein.
-Aber... aber!
-Shadow, wir wissen wie es dir gehen muss aber Sidan wollte es so und er wird seine Gründe haben. Du kennst ihn besser als wir. Meinte Shalda.
-Ich weiß, Mutter... aber trotzdem! Er hätte es mir erklären können.
-Nein, hätte er nicht. Du hättest seinen Wiederstand gebrochen und er hätte dich mitkommen lassen.“ Shadow schwieg, denn die Worte ihrer Mutter waren die Wahrheit, auch wenn sie es nicht zugeben wollte. Sie hätte Sidan solange angefleht sie mitkommen zu lassen bis er nachgegeben hätte. Bedrückt sah sie zu Boden. Sie würde sich der Entscheidung ihres Bruders beugen, so wie man es ihr beigebracht hatte. Er war der zukünftige König und sie nur seine Vertraute. Sie musste sich fügen. Shadow spürte wie ihr die Tränen kam und rannte davon. Sie lief zum Garten, um sich dort auf eine Bank sinken zu lassen. Sie verbarg ihr Gesicht in ihren Händen und bemerkte gar nicht wie Dalya sie beobachtete. „Arme kleine Shadow...“ dachte diese. „Aber da dich dein Bruder zurückgelassen hat, wirst du mir sehr nützlich sein.“ Dalya lächelte hinterhältig und zog sich zurück.

Isaac wurde freudig begrüßt und auch Sidan, auch wenn es weniger freundlich war. Der Erddjinn sprang gleich auf die Schulter seines Herren und machte es sich dort gemütlich. „Ich lass dich nicht mehr allein.“ piepste er. Der Erdadept konnte nur lachen. Sidan maß derweilen Seral mit einem kritischem Blick. „Hast verloren wie?
-Was geht dich Dämon das an?“ Könnten Blicke töten, wäre Sidan jetzt Tod umgefallen. Isaac drehte sich zu dem Halbengel und er hatte das Gespräch mit Sidan, nach dem Turnier im Koloseum, im Kopf. Der Prinz hatte prophezeit, dass Seral irgendwann verlieren würde. „Wehe ihr fangt an zu streiten.“ Warnte Isaac die beiden. Seral wollte was sagen, als plötzlich ein Engel vor ihnen erschien. Dieser hat zerrissene Kleidung und seine Flügel war zerfetzt. „Moment mal!“ rief Tomin und fing den Engel auf, bevor dieser stürzte. „Du bist doch ein Wächter der goldenen Stadt.
-Ja... hauchte der Engel.
-Was ist geschehen? Fragte Seral und Sorge lag in seiner Stimme.
-Sie... Sie haben... Sie... Haben... uns... angegriffen... das sprechen fiel dem Schwer verletztem sehr schwer, jeder Atemzug bereitete ihm Schmerzen.
-Wer?!“rief Seral aber er bekam keine Antwort, denn der Engel erlag seinen Verletzungen. „Wir müssen nach Anemos!
-Ja.“ mischte sich jetzt auch Tima ein. „Ich weiß nicht woher aber ich habe das Gefühl, dass es wieder mit einem Splitter zu tun hat.
-Gut, dann ist es entschieden.“ Sagte Isaac. „Wir werden das Tor an der Spitze des Jupiterturms nutzen.“ Die anderen stimmten nur zu. „Wir müssen ein Schiff finden, um nach Contigo zu kommen.
-Ein Schiff?“ Tima schüttelte mit dem Kopf. „Das brauchen wir nicht.“ die anderen sahen sie verwirrt an. „Seral, kann ich mal deinen Splitter bekommen?“ Wortlos gab er ihr den Splitter. Tima holte den neugewonnenen hervor und verband die beiden. „Diese beiden vereinten Splitter haben die Macht uns an einen Ort unserer Wahl zu bringen, jedoch klappt, dass nur einmal.
-Dann nutzen wir die Macht.“ sagte Seral. „Wir müssen so schnell wie möglich dort hin!
-Gut.“ Tima murmelte etwas in einer fremden Sprache und der Kristallsplitter in ihrer Hand fing an zu leuchten. Das Licht hüllte alle ein und als es erlosch, befanden sich die Freunde vor Contigo. Die Stadt war übrigens in heller Aufruhe. Die Gruppe wollte sofort nachfragen was los war und rannte auch zu einer Gruppe von Menschen, nur Isaac blieb wie Angewurzelt stehen. Sidan drehte sich zu ihm um und sah ihn fragend an. Der Adept antwortete nicht und lief zum Tempel. Der Prinz folgte ihm. „Was ist los?“ fragte der Dämon, als er seinen Freund eingeholt hatte und beide vor dem heiligem Gebäude standen. „Ich weiß es nicht... hier ist irgendwas aber ich weiß nicht was...
-Dann solltest du gehen. Meinte Sidan plötzlich.
-Ich?
-Ja. Es ruft dich und nicht uns.
-Ich verstehe.
-Ich werde es den anderen erklären.
-Danke Sidan.“ Der Dämonenprinz nickte nur und lief zu den anderen zurück. Isaacs Djinn fing an auf und ab zu hüpfen. Der Adept folgte ihm, ohne ein Wort zu verlieren. Der kleine Erdgeist brachte ihn zum Marktplatz von Contigo, jedoch schien keiner den Adepten die beiden zu bemerken.

„Was ist denn passiert? Fragte Seral einen Bewohner.
-Das Licht!
-Was ist damit?
-Es ist erloschen.“ Seral drehte sich zu seinen Freunden und diese war genau so erschüttert wie er. „Wo ist Isaac? Fragte plötzlich Tima.
-Er hatte etwas zu erledigen. Meinte Sidan ausweichend.
-Du weißt wo er ist, nicht wahr? Schrie ihn der Halbengel an.
-Und wenn schon? Ich würde es nicht zulassen, dass du ihm folgst. Er muss da allein durch.
-Das kann...!
-Es reicht ihr beiden!“ schrie Tomin aufgebracht. „Wir sollten sehen, dass wir in die Welt der Engel kommen und vielleicht kann nur Isaac uns helfen, wenn ihm das gelingt was er nun tut.“ Seral schwieg und der Dämonenprinz ließ sich auf einen Baumstumpf sinken. Er war unruhig und er witterte die Gefahr förmlich, jedoch was ihn am meisten beunruhigte, war das diese Gefahr nicht von außerhalb sondern von einem aus der Gruppe kam. Der Windadept bemerkte die Nervosität des Dämons und legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter. Sidan erstarrte. Es kam ihm so vor, als ob ein Blitz durch seinen Geist schießen würde. Mit einer schnellen Bewegung schüttelte er die Hand ab. „Was soll das Sidan?
-Halt dich von mir fern.“ Zischte der Prinz leise. Der Halbdämon war verwirrt. Was war nur los mit Sidan?

Isaac lief durch dunkle Gängen und als er in einem Raum ankam wo mehrere Blöcke standen, blieb er stehen. „Da bist du ja Isaac.“ Der Erdadept fuhr erschrocken herum, denn hinter ihm stand sein Vater. „I-iskal. Stammelte er.
-Ja, ich bin es mein Sohn. Ich bin hier um dir dies zu geben.“ Isaac erstarrte. Das konnte doch nicht wahr sein! Und doch hielt ein Vater die Klinge der Elemente in Händen. „Ich vertraue sie dir an, jedoch sei vorsichtig, wenn du ihre Macht entfesselst.
-Ich weiß. Mein Vorfahre wird jeden Schlag spüren. Ich habe deine Chroniken mehr als einmal gelesen.
-Braver Junge.“ Iskal ging auf ihn zu und übergab ihm die Klinge. Sein Sohn nahm sie verwirrt an.



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